Baukindergeld vor allem in Vorstädten beliebt

Ein Häuschen und Platz zum Spielen: ein Traum vieler junger Eltern.

Ein Häuschen und Platz zum Spielen: ein Traum vieler junger Eltern.

Foto: Getty

Junge Familien wollen den Sprung ins Wohneigentum schaffen. Im grünen Gürtel rund um die Städte ist die Nachfrage hoch – Tendenz: steigend

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Familien und Alleinerziehende können vom neuen Baukindergeld profitieren. Seit September 2018 bezuschusst der Staat den Erwerb von Wohneigentum.

12 000 Euro Baukindergeld kann eine Familie pro Kind bekommen. Die Einkommensgrenze hat der Gesetzgeber großzügig mit 90 000 Euro brutto für Familien mit einem Kind fixiert. Für jedes weitere Kind erhöht sie sich um weitere 15 000 Euro. Doch schnelles Handeln ist gefragt: Jährlich steht Fördergeld in einer Summe von etwa einer Milliarde Euro zur Verfügung das jedoch nicht aufgestockt wird. Um die 3000 Anträge werden bei der staatlichen Förderbank KfW nach deren eigenen Angaben wöchentlich gestellt. Setzt sich dieser Trend fort, könnte das Geld noch 2019 knapp werden. Ende 2020 kann das Baukindergeld dann letztmalig beantragt werden, sofern eine Baugenehmigung erteilt oder ein Kaufvertrag unterschrieben wurde. Mit dem Antrag sollte man also nicht warten.

So lohnend der Zuschuss vom Staat auch ist: Für Städter ist er oft nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Laut einer Studie der Postbank müssen Hamburger durchschnittlich den Gegenwert von 33,6 Jahresmieten für den Kauf einer 70-Quadratmeter-Wohnung aufbringen, die benachbarten Pinneberger nur 20,8. In den Innenstädten ist der positive Effekt des Baukindergeldes somit stark begrenzt. Im Umland großer Städte wie beispielsweise Köln oder Berlin verzeichnen Immobilienportale dagegen eine steigende Kaufnachfrage. „Bau oder Kauf im Umland sind eine gute Option, wenn Lage, Ausstattung und Verkehrsanbindung stimmen“, glaubt Jörg Koschate von der BHW Bausparkasse. Bei angemessenen Anschaffungspreisen kann das Baukindergeld helfen, die Hürde der Finanzierung zu überwinden. Gibt eine Familie mit zwei Kindern 330 000 Euro aus, beträgt der Förderanteil knapp 7,3 Prozent. Damit die Rechnung aufgeht, sollten künftige Bauherren im Vorfeld ausreichend Eigenkapital ansparen, zum Beispiel mit einem Bausparvertrag. Auch günstige Darlehen und Zulagen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) lassen sich nutzen und sind empfehlenswert. Die KfW ist die weltweit größte Förderbank, die Privatpersonen und Unternehmen mit Förderkrediten unterstützt.

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