Brettspielmesse

Im Test: Sechs brandneue Spiele gegen den Corona-Blues

"Speedy Roll" ist das Kinderspiel des Jahres 2020

Das Spiel setzte sich gegen "Foto Fish" und "Wir sind die Roboter" durch. Der Jury gefiel besonders die Geschichte und die verwendeten Materialien.

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Berlin.  Wegen der Corona-Pandemie findet die größte Spielemesse der Welt dieses Jahr digital statt. Wir stellen sechs brandneue Spiele vor.

Not macht erfinderisch: Wegen der Corona-Pandemie findet die Spielemesse SPIEL dieses Jahr digital statt. Seit Donnerstag präsentieren 450 Aussteller aus 41 Nationen ihre Neuheiten im Internet. Hier eine Auswahl der besten Spieleneuheiten:

Für Bluffer

Wer ist der coolste Affe und wirft dem Tiger eine Kokosnuss auf den Kopf? Um diese Frage geht es bei dem spannenden Laufspiel „Funky Monkey“. Doch Achtung: Wer unbedacht vorprescht oder kaum mehr Kokosnüsse im Vorrat hat, läuft Gefahr, bald auszuscheiden.

Daher gilt es, sich gut zu überlegen, ob man die Karte, die einem der Nebensitzer zum Beispiel mit der Ansage „zwei“ zuschiebt, annimmt oder weiterschiebt. Deckt man sie nämlich auf, muss man sie ausführen – etwa zwei Felder vorwärtsziehen und die dortige Aktion abwickeln. Hat der Nebensitzer geflunkert, kann dies für den Kartenaufdecker gut oder schlecht sein.

Fazit: Lustig und immer wieder eine echte Zitterpartie, denn der Angriff auf den Tiger ist schwierig zu planen.

Funky Monkey von Steffen Bogen, erschienen bei HUCH!. 2–7 Spieler ab 10 Jahren, ca. 30 Minuten, ca. 27 Euro.

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Für Reaktionsschnelle

Hektisch, actiongeladen, lustig – diese Worte passen perfekt zu der Neuheit „Magnefix“ von Roberto Fraga. Großes Plus außerdem für alle, die keine langen Anleitungen lesen wollen: Die Regeln sind ganz einfach, und nachdem jeder einen je gleichen Satz an farbigen Magnetbausteinen bekommen hat, kann es auch schon losgehen. Geschickt ist, dass die Aufgabenkarten, die zeigen, wie die Bausteine aneinandergeklickt werden sollen, selbsterklärend sind. Wer das Gebilde schafft und als Erster mit der Hand auf die Aufgabenkarte klatscht, gewinnt die Karte. Und natürlich: Wer am Ende die meisten Karten besitzt, ist Sieger

Fazit: Ein schnelles Spiel mit hohem Spaßfaktor; eine gute Hand-Auge-Koordination und räumliches Vorstellungsvermögen sind von Vorteil.

Magnefix von Roberto Fraga, erschienen bei Amigo. 2–4 Spieler ab 6 Jahren, ca. 15 Minuten, ca. 35 Euro.

Für Geschickte

Eine Holzscheibe auf einen Turm aus Holzscheiben zu schnippen und so die unterste Scheibe des Turms herauszuschießen? Ja, das funktioniert. Allerdings bedarf es dafür Übung. Je glatter der Untergrund, desto besser. Also los, „Rettet Rapunzel“. Ganz nach diesem Motto geht es bei dem gleichnamigen Spiel darum, einen Turm Scheibe um Scheibe niedriger zu machen.

Wer eine Scheibe herausschießt, kann es erneut probieren. Fällt der Turm um, geht der Spieler leer aus. Alternativ bekommt er die herausgeschossenen Scheiben. Am Ende gewinnt, wer die meisten Scheiben sammelt.

Fazit: Hier sind Geschick und Risikobereitschaft gefragt – und kräftige Fingerkuppen.

Rettet Rapunzel von Steffen Mühlhäuser und Torsten Marold, erschienen bei Steffen Spiele. 2–5 Spieler ab 7 Jahren, ca. 15 Minuten, ca. 14 Euro.

Für Kindergartenkinder

Ein Gedächtnisspiel mit Soundelementen zu verknüpfen, ist eine gute Idee. Prima umgesetzt wird sie in dem pfiffigen Bauernhofspiel „Farmer Jones“. Im Mittelpunkt steht ein batteriebetriebener Wassertrog, der den Spielern per Knopfdruck sagt, nach welchem Tier, Werkzeug oder sonstigem Gegenstand der Bauer gerade sucht.

Die Spieler versuchen nun reihum, aus der Auslage das passende Plättchen aufzudecken. Bei Übereinstimmungen gibt es das Plättchen als Belohnung. Gut gemacht ist, dass aus der Soundbox nicht nur der jeweilige Suchbegriff, sondern auch ein typisches Geräusch ertönt – etwa ein Bellen bei einem Hund oder ein Klopfen bei einem Hammer.

Fazit: Erweitert den Wortschatz, fördert die Merkfähigkeit und macht unheimlich viel Spaß.

Farmer Jones von Brad Ross und Jim Winslow, erschienen bei Piatnik. 2–4 Spieler ab 4 Jahren, ca. 15 Minuten, ca. 27 Euro.

Für Rübenzieher

Spiele für Kindergartenkinder müssen stabil und robust sein. „Happy Bunny“ erfüllt diese Anforderung perfekt. Zwar könnte man meinen, dass unterschiedlich lange Karotten, die in Schlitze des Spielplans gesteckt werden, leicht verbiegen können. Doch weit gefehlt. Und das ist auch gut so, denn tatsächlich ist das Ziehen und Stecken der Karotten das A und O dieses Spiels.

Die Kinder haben die Aufgabe, „gute“ Karotten zu finden, denn nur die dürfen sie behalten. Der Clou ist: Am grünen Oberteil der Rübe sieht niemand, was sich darunter verbirgt. Wer hat am meisten Glück oder kann sich die „schlechten“ Stellen gut merken, um diese zu meiden? Prima ist, dass das Spiel auch im Team gespielt werden kann.

Fazit: schön gestaltet, spannend, toll.

Happy Bunny von Peggy Brown, erschienen bei Blue Orange/Asmodee. 1–4 Spieler ab 3 Jahren, ca. 15 Minuten, ca. 19 Euro.

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Für Rätselfreunde

Lust darauf, ein mysteriöses Hotel zu erkunden und gemeinsam im Team um die beste Vorgehensweise zu ringen? Zwar kann man „Adventure Games – Grand Hotel Abaddon“ auch alleine spielen. Sich als Gruppe zu beratschlagen, wer auf den ausliegenden Karten was erforscht, macht aber doppelt so viel Spaß. Die Mitstreiter können zudem helfen, wenn einzelne Spieler zum Beispiel übersehen, dass sich Gegenstand X mit Gegenstand Y kombinieren lässt, um die Geschichte in eine erfolgreiche Richtung zu lenken.

Apropos Geschichte: Die ist zen­tral und je nach Entscheidung der Spieler verläuft sie durch die im Abenteuerbuch vorgelesenen Passagen in unterschiedliche Richtungen.

Fazit: fesselnd und für Rätselfreunde ein ganz besonderes Erlebnis.

Adventure Games – Grand Hotel Abaddon von Matthew Dunstan, Phil Walker-Harding und Ute Wielandt, erschienen bei Kosmos. 1–4 Spieler ab 12 Jahren, 3 x 90 Minuten, ca. 15 Euro. In dieser Reihe sind noch weitere Titel erschienen.

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