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Fotos aus neuer Perspektive – Drei Reisedrohnen im Test

Foto: istock / iStock

Berlin  Kompakte Reisedrohnen erlauben Urlaubern bislang unerreichbare Fotoperspektiven. Wir haben drei anfängertaugliche Modelle getestet.

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Als hätte man auf Reisen stets ein 100 Meter hohes Kamerastativ dabei, um jederzeit tolle Luftbilder und Panoramafotos zu machen: So etwa könnte man die Vorteile von kompakten Reisedrohnen beschreiben. Nach nicht einmal einer Minute sind sie aus dem Rucksack heraus und schweben 40 oder 50 Meter hoch in der Luft. Dort zeichnen sie Bilder und Videos auf, für die man vor wenigen Jahren noch einen Hubschrauber brauchte. Doch wie einfach ist die Handhabung der Geräte wirklich? Drei kompakte Drohnen im Test.

Modelle im Überblick

In diesem Vergleich stehen sich vor allem zwei Modelle als direkte Konkurrenten gegenüber: die DJI Mavic Air (ab 700 Euro) und die Parrot Anafi (ab 700 Euro). Beide Drohnen sind zusammenklappbar, wiegen so viel wie eine Cola-Dose und nehmen Videos mit 4K-Auflösung auf. Die Dritte im Bunde ist die DJI Spark. Ihr Chassis ist zwar starr, und sie zeichnet maximal Full-HD-Videos auf – doch sie passt noch in den Rucksack und kostet „nur“ gut 400 Euro (ohne Fernbedienung).

Einrichtung und Transport

Die Einrichtung ist bei der Anafi besonders einfach, da Fernsteuerung und Drohne bereits ab Werk miteinander verbunden sind. Nach Installation der App wird das Smartphone in die Fernbedienung eingeklinkt – und schon kann man losfliegen. Bei DJI dauert die Einrichtung ein paar Minuten länger, ist aber ebenfalls nicht kompliziert.

Das Zusammenklappen und Auseinanderfalten von Mavic Air und Anafi benötigt nur wenige Handgriffe, beide lassen sich dank einer Transporttasche gut verstauen. Die Spark ist etwas raumgreifender, passt aber ebenfalls in jeden normalen Rucksack. Das Livebild der Drohne wird jeweils direkt auf das Smartphone-Display übertragen. Die Spark lässt sich sogar nur via Smartphone fliegen, eine Fernbedienung (115 Euro) ist aber lohnenswert.

Fliegen – auch für Anfänger

Die getesteten Drohnen sind insgesamt recht einsteigerfreundlich. Dennoch sollten Anfänger das Fliegen zunächst einige Stunden auf freiem Feld trainieren, bis ihnen die Kontrolle in Fleisch und Blut übergegangen ist. Sonst landet die Drohne doch versehentlich mal im Baum, was in der Regel zum Absturz und mit etwas Pech auch zum Totalschaden an der Drohne führt. Immerhin – sollte der Drohnenpilot mit einer Flugsituation überfordert sein, lässt er einfach die Steuerhebel der Fernbedienung los. Die Fluggeräte verharren dann selbst bei Wind an Ort und Stelle in der Luft, bis man sich orientiert hat und weiterfliegen möchte.

Generell dürfen Drohnen von Amateuren hierzulande nur mit direktem Sichtkontakt geflogen werden. Verschwindet sie doch mal aus dem Blickfeld, geht die Akkuladung zur Neige oder bricht der Kontakt zur Fernbedienung ab, finden alle drei Modelle dank GPS-Signal zur Not autonom zur Ausgangsposition zurück.

DJIs Drohnen verfügen zudem über eine Hinderniserkennung: die Spark über eine frontale und eine nach unten gerichtete, die Mavic Air zusätzlich über eine rückwärtige. Ist das System aktiviert, hält die Drohne wahlweise vor Hindernissen an oder überfliegt sie.

Die Parrot Anafi ist für eine Drohne angenehm leise, sodass man das wütende Surren der Rotoren schnell nicht mehr hört. DJIs Drohnen kann man dagegen noch aus deutlich größeren Entfernungen ausmachen.

Parrots Anafi hat auch die längste Ausdauer, sie bietet rund 24 Minuten Flugzeit. Die Mavic Air soll laut Hersteller zwar 21 Minuten in der Luft bleiben, im Test hielt die Drohne jedoch nur 18 bis 19 Minuten durch. Die Spark muss spätestens nach einer knappen Viertelstunde wieder landen. Gerade für längere Touren ohne Steckdose in der Nähe empfiehlt sich die Anschaffung von Ersatzakkus (Anafi: 100 Euro, Mavic Air: 80 Euro, Spark: 45 Euro).

Foto- und Videoqualität

Kernfrage ist natürlich die Bildqualität: Hier bewegen sich Mavic Air (12 Megapixel) und Anafi (21 Megapixel) trotz unterschiedlicher Pixelzahl auf Augenhöhe. Die Qualität der Bilder entspricht der von guten Smartphone-Kameras. Die Güte der Fotos des Google Pixel 2 oder iPhone X erreichen sie indes nicht. Beide können zudem automatisch mehrere Bilder zu Panoramen zusammensetzen. Die Spark (12 Megapixel) hält sich wacker, fällt im Vergleich aber leicht ab.

Die gestochen scharfen 4K-Videos von Anafi und Mavic Air sehen beeindruckend aus – die Anafi bietet sogar noch einen kleinen digitalen Zoom. Dank ausgezeichneter Kameraaufhängung sind absolut ruhige Kamerafahrten möglich. Die Spark kann nur Full-HD-Videos aufzeichnen und liefert entsprechend weniger Details.

DJIs Drohnen können die Kamera um bis zu 85 Grad (Spark) bzw. 90 Grad (Mavic Air) nach unten schwenken. Die Anafi erlaubt bei einem vertikalem Schwenkwinkel von vollen 180 Grad zusätzlich einen Blick nach oben.

Fazit

Die Entscheidung, ob Parrot Anafi oder Mavic Air, ist letztlich Geschmackssache – beide erledigen ihren Job sehr gut.

Wer zunächst möglichst günstig in das Thema Drohnenaufnahmen einsteigen möchte, macht mit der Spark zwar nichts falsch – ob man jedoch wirklich auf 4K-Videos verzichten möchte, sollte man sich gut überlegen.

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