Badezimmerumbau

Es wird Zeit, dem alten Bad endlich Tschüss zu sagen

Marie Striewe ist Hamburgs erste zertifizierte Bad-Managerin

Marie Striewe ist Hamburgs erste zertifizierte Bad-Managerin

Foto: Striewe / HA

Hamburg  Ohne einen guten Plan geht es bei der Sanierung des Bades nicht. Beispiele zeigen, wie Profis helfen und warum sich die Maßnahme lohnt.

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Lassen Sie sich nicht täuschen! Auch wenn Marie Striewe auf dem Foto mit Turnschuhen, Tattoo und ärmellosem T-Shirt nicht dem typischen Bild einer kaufmännisch geschulten Planerin entspricht: Diese Frau weiß sehr genau, wie man Bäder plant und saniert. Im April 2014 wurde sie offiziell als Hamburgs erste Bad-Managerin zertifiziert. Mittlerweile kann die 32-Jährige nicht nur auf dieses Zertifikat, sondern auch auf das des TÜVs als Fachplanerin für altersgerechte Badezimmer verweisen. So viel zur Qualifikation.

Nun zur Praxis. „Mein Job ist es, die Komplexität einer Badplanung zu reduzieren“, sagt die Hamburgerin. Sie plane inzwischen viel mit einem 3D-Programm, damit Kunden einen Eindruck davon bekämen, wie sich aus ihrem Bad jeweils das Beste herausholen ließe – auch mit Blick auf das Alter. Ihre Erfahrung: Vielen fehlt die Vorstellungskraft, die zündende Idee. „Badausstellungen können zwar inspirieren, aber die meisten sind trotzdem danach unsicher, was sich davon wie umsetzen lässt“, weiß die Planerin.

Bei der Planung ist Weitblick notwendig

Wie also lautet ihr Rat? „Zuerst sich von einem Handwerker oder gern auch von mir ein Aufmaß vom Bad machen lassen, mit diesem qualifizierten Grundriss zum Fachhändler gehen und dann gemeinsam überlegen, wie der Raum zu planen ist.“

Es sei wichtig, sich bewusst zu machen, dass der Umbau die kommenden 25 bis 30 Jahre berücksichtigen sollte. Vorausschauendes Denken sei also angesagt und eine realistische Vorstellung von den Kosten. „Für 5000 Euro bekommt man auf keinen Fall ein komplett neues Bad“, sagt die Expertin.

Alte Fliesen einfach überklebt

Dies können Jutta und Manfred R. bestätigen. Sie haben einiges mehr in die Überholung ihrer alten Nasszelle investiert. Geholfen hat ihnen dabei der Sanitärtechniker Michael Langfeldt. Mit seiner Hilfe verwandelte sich das Bad aus den frühen 80er-Jahren binnen zweieinhalb Wochen in einen barrierefreien Wohntraum in Grau-Weiß und Silber. Dies zudem noch ohne viel Lärm und Staub. „Die alten Fliesen wurden einfach mit neuen hellen, großformatigen Fliesen überklebt“, sagt Langfeldt. Das alles verlief so leise und zügig, dass der direkte Nachbar kaum etwas mitbekommen habe, bestätigt Jutta R.

Gab es so etwas wie eine Initialzündung? „Die Maßnahme war einfach fällig“, sagt die 65-Jährige. Sie hätte das Bad mit den taubenblauen Waschbecken, der Kiefernholzdecke und den kleinformatigen Fliesen einfach nicht mehr zeitgemäß gefunden. „Und außerdem haben uns damals ein paar körperliche Handycaps deutlich gemacht, wie wichtig eine größere, barrierefreie Dusche ist.“

Verärgert über unzuverlässige Handwerker

Die zufällige Begegnung mit Michael Langfeldt, einem ehemaligen Schüler der pensionierten Lehrerin, habe sich damals als „wahrer Glückfall“ erwiesen. „Wir hatten große Probleme zu der Zeit, gute und zuverlässige Handwerker für die Badmodernisierung zu finden. Viele beteuerten zwar, sich der Sache annehmen zu wollen, riefen dann aber oft noch nicht mal zurück.“ Michael Langfeldt machte dem Spuk ein Ende. Da er seine Dienste als „Full Service für ihr Zuhause“ anbietet, hat er bis auf die Glaser- und Elektroarbeiten alles andere in die Hand genommen.

Da Jutta R. schon klare Vorstellungen vom neuen Bad hatte, sah die Arbeitsteilung in diesem Fall aber so aus, dass Langfeldt in erster Linie fürs Umsetzen der Planungen zuständig war – natürlich nicht, ohne selbst einige Ideen beizusteuern. So gab er den Tipp, den oberen Teil der quadratischen Vorwandinstallation für die Toilette verglasen zu lassen. „Ich hatte zuerst ans Verfliesen gedacht, aber mit Glas sieht es jetzt viel freundlicher aus“, sagt Jutta R.

Tasten der Toilette seitlich an der Wand

Große Freude bereitet ihr und ihrem Mann auch die neue Toilette: Sie ist spülrandlos, damit leicht zu reinigen, vor allem aber befinden sich die Tasten für die Spülung seitlich an der Wand. „Dieses lästige Nach-hinten-Greifen entfällt damit“, freut sich Jutta R. Solche Dinge seien viel sinnvoller als manch anderes, was man sich im Laufe des Lebens so anschaffe. „Da kann ein Teil im Bad gern mal ein wenig mehr kosten“, ist ihr wichtig zu betonen.

Das sieht Erika H. genauso. Die 80-jährige Hamburgerin hat vor Kurzem ihr 40 Jahres altes Bad sanieren lassen – und sich dabei ein Dusch-WC mit gewärmter Brille und eine begehbare Wanne einbauen lassen. „Das ist so ein ungeheurer Komfort“, freut sich die alte Dame, die von dieser Maßnahme unbedingt der Redaktion erzählen wollte.

Langfeldt freut sich über so viel Begeisterung, zeigt sie doch, dass es auch das Bad verdient hat, ebenso achtsam und vorausschauend geplant zu werden wie beispielsweise die Küche.

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