Fastenzeit

Digitales Fasten: Wie der Verzicht auf das Handy gelingt

In der Fastenzeit will jeder Dritte auf das Smartphone verzichten.

In der Fastenzeit will jeder Dritte auf das Smartphone verzichten.

Foto: dpa

Während die einen in der Fastenzeit auf Süßigkeiten verzichten, wollen andere digital fasten. Wir verraten, wie Sie die handyfreie Zeit meistern.

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Das Handy ist aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Doch mit dem Gefühl der ständigen Erreichbarkeit scheint auch der Stress gestiegen zu sein. So hat sich jeder Dritte in der Fastenzeit vorgenommen, zumindest zeitweise den Handykonsum reduzieren zu wollen, wie eine Umfrage des Forsa-Instituts im Auftrag der DAK-Gesundheit ergab.

„Der Druck, auch nach Feierabend noch E-Mails zu beantworten, steigt. Ziel beim digitalen Fasten ist es, die Geschwindigkeit rauszunehmen“, sagt Ulrike Stöckle, die Seminare zum digitalen Verzicht anbietet. Da wir ständig mit dem Handy beschäftigt sind, fällt uns der Weg in den Offline-Modus allerdings nicht so leicht: „Problematisch ist die Zwanghaftigkeit. Viele Menschen können das Handy nicht mehr aus der Hand legen. Auf das Handy zu schauen, ist oft das Erste und Letzte, was wir am Tag machen.“ Damit sei die Smartphone-Sucht mit anderen Süchten vergleichbar: „Das ist wie bei Alkoholabhängigem“, meint Stöckle.

Strategien im Umgang mit dem Smartphone entwickeln

Daher rät die Medientrainerin bewusst Strategien im Umgang mit dem Handy zu entwickeln. Ein erster Schritt sei beispielsweise, das Handy nicht mehr auf dem Nachttisch liegen zu haben, sondern stattdessen einen analogen Wecker zu benutzen. „So kann ich den Tag offline beginnen. Ich starte mit mir selbst und nicht mit dem Handy“, rät Stöckle. Zudem empfiehlt sie ihren Seminarteilnehmern immer, eine spezielle App auf dem Handy zu installieren. Die zeigt ihnen an, wie lange sie an dem Tag online waren. Für viele sei das ein Aha-Erlebnis, hat die Medienexpertin festgestellt: „Man macht sich damit bewusst, wo die Zeit geblieben ist. Das sind mindestens zwei Stunden am Tag, die für WhatsApp und die sozialen Netzwerke drauf gehen. Anschließend kann man sich selber Zeitvorgaben einstellen und so den Handykonsum auf bestimmte Stunden am Tag reduzieren.“

Der andauernde Blick auf das Handy hat jedoch nicht nur negative Auswirkungen auf die Entspannung im Feierabend, auch auf der Arbeit leide die Konzentration: „Unsere Aufmerksamkeitsspanne wird durch das Smartphone immer kürzer, wie Studien zeigen. Und wir brauchen zwölf bis fünfzehn Minuten, um nach einer Unterbrechung wieder in das konzentrierte Arbeiten zu kommen“, erklärt Stöckle. Multitasking sei ein Irrglaube, da das Gehirn zu viele Informationen nicht vereinbaren könne. Daher sind auch Regeln am Arbeitsplatz sinnvoll: Das Handy soll in der Tasche bleiben und auf keinen Fall auf dem Schreibtisch liegen.

Mit einem handyfreien Tag am Wochenende starten

Ein weiterer Schritt sei dann ein sogenannter „Detox-Tag“ am Wochenende, an dem das Handy ausgeschaltet bleibt. „So ein Tag ist wirklich befreiend. Man hat auf einmal viel mehr Zeit und macht Dinge, die man vorher nicht gemacht hat.“ Wem der Verzicht besonders schwer falle, solle sein Handy einer anderen Person anvertrauen, um einen plötzlichen Rückfall zu vermeiden. Gemeinsames Fasten sei sowieso leichter, da man sich gegenseitig motivieren und an die guten Vorsätze erinnern könne.

Mit der Zeit werde der Verzicht dann zu einem Automatismus, weiß Stöckle aus Erfahrung. Auch der Freundeskreis gewöhne sich schnell daran, dass man nicht immer erreichbar ist. Schließlich könne man die neu gewonnene Zeit dann auch besser gemeinsam nutzen.

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