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WhatsApp: Datenschutzbeauftragte warnt vor Live-Standort

WhatsApp bietet seinen Nutzern nun eine „Live-Standort“-Funktion. Der für Facebook zuständige Datenschutzbeauftragte übt Kritik an dem neuen Feature.

Foto: imago stock&people / imago/xim.gs

WhatsApp bietet seinen Nutzern nun eine „Live-Standort“-Funktion. Der für Facebook zuständige Datenschutzbeauftragte übt Kritik an dem neuen Feature. Foto: imago stock&people / imago/xim.gs

Berlin/Hamburg  WhatsApp-Nutzer sollen künftig live ihren Standort teilen können. Rechtlich ist das zwar zulässig, doch die Daten sind höchst sensibel.

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Deutschlands am weitesten verbreiteter Messenger WhatsApp führt eine neue Funktion ein. Künftig soll es Nutzern möglich sein, ihren Aufenthaltsort in Echtzeit zu teilen – sowohl in Einzel- als auch in Gruppen-Chats. Der für WhatsApp zuständige Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar sieht die Nutzung solcher Funktionen kritisch.

Zwar sei es WhatsApp grundsätzlich erlaubt, Standortdaten zu verwenden, wenn die Nutzer dem zuvor zugestimmt hätten, dennoch sei die Funktion mit Vorsicht zu genießen. „Standortdaten sind deshalb besonders sensibel, weil sich daraus Lebensgewohnheiten, Interessen, Vorlieben und Neigungen ablesen lassen“, sagte Caspar unserer Redaktion. „Die Lebensgestaltung wird dadurch transparent.“

Standort bis zu acht Stunden lang tracken

WhatsApps Option „Live-Standort“ sieht vor, dass Empfänger die Standortdaten ihrer Kontakte live auf einer Karte verfolgen können. Der Sender kann die Dauer der Funktion festlegen: Er hat die Wahl zwischen 15 Minuten, einer Stunde und acht Stunden. „Du kannst das Teilen jederzeit manuell beenden oder warten, bis die vorher gewählte Dauer des Teilens automatisch abläuft“, heißt es bei WhatsApp.

Ab Mai 2018 gelte zudem ein neues Datenschutzrecht, nach dem Kinder unter 16 Jahren nur mit Zustimmung der Eltern ihren Standort freigeben dürften. „Aktuell müsste man auf die Einsichtsfähigkeit des jeweiligen Kindes oder Jugendlichen abstellen“, so Caspar.

WhatsApp verlangt komplettes Kontaktverzeichnis

Der Datenschutzbeauftragte kritisierte auch, dass man WhatsApp weiterhin nur dann sinnvoll nutzen könne, wenn man dem Messenger-Dienst seine kompletten Kontakte zur Verfügung stellt. „WhatsApp hat auf diese Weise ein weltweites Verzeichnis mit Beziehungsprofilen von mehr als einer Milliarde Menschen erlangt“, sagte Caspar.

Facebook kämpft zurzeit gerichtlich gegen eine Anordnung der Hamburger Datenschützer. Demnach war es der WhatsApp-Mutter untersagt worden, massenhaft Daten von WhatsApp zu erheben, ohne dass die Nutzer dem zugestimmt hatten. (cho/les)

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