Multimedia

Warum der Flash Player von Adobe nicht mehr nötig ist

Der Flash Player arbeitet seit Jahren in den meisten Windows-Rechnern und vielen Macs. Wegen etlicher Sicherheitslücken raten Experten immer wieder zum Verzicht.

Der Flash Player arbeitet seit Jahren in den meisten Windows-Rechnern und vielen Macs. Wegen etlicher Sicherheitslücken raten Experten immer wieder zum Verzicht.

Foto: Robert Günther / dpa-tmn

München/Hannover  Der Flash Player spielt Multimedia-Inhalte auf Webseiten ab. Doch die Software zeigt immer wieder Sicherheitslücken. Geht es auch ohne?

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Videos, Animationen, Spiele, Werbeanzeigen – auf Internetseiten brachte diese Dinge jahrelang Adobes Flash zum Laufen. Mittlerweile macht die Plattform für Multimedia-Inhalte aber durch ständige Sicherheits-Patches von sich reden. Flash hat viele Sicherheitslücken und ist deswegen ein beliebter Weg für Kriminelle, Schadsoftware auf Computer zu schmuggeln. Immer wieder warnen Experten, Browserhersteller und Einrichtungen wie das Bundesamt für Sicherheit in dchiper Informationstechnik (BSI) vor Flash.

„Flash ist momentan ein großes Sicherheitsrisiko, da es einen großen Raum für Angriffe schafft“, sagt Ronald Eikenberg vom Computermagazin „c’t“. Nutzer sollten den Flash Player nicht aktivieren. Besonders wer veraltete Versionen des Players installiert hat, ist angreifbar. Schon der Besuch einer Webseite mit manipulierten Flash-Inhalten reicht schlimmstenfalls aus, um schädliche Software auf den Computer zu laden, persönliche Daten auszuspionieren oder den Rechner für andere unlautere Aktivitäten zu missbrauchen.

Bedenklich auch hinsichtlich Datenschutz

Auch aus Datenschutzgründen kann man Flash kritisch sehen: Sogenannte Flash Cookies erlauben ein Tracking von Nutzern und lassen sich nur schwer entfernen. Und auch der Zugriff von Flash auf Webcam und Mikrofon lässt sich nur unkomfortabel regeln.

Viele Nutzer treffen auf Flash vor allem als Zusatzprogramm für einen Browser – ein sogenanntes Plug-in. Doch nicht alle Browser halten Flash von allein auf dem neuesten Stand. Nutzer müssen hier immer selbst dranbleiben. Aber: Google Chrome und die Browser von Microsoft, den Internet Explorer und Microsoft Edge aktualisieren den Flash Player automatisch. Windows 10 hat von Haus aus Flash an Bord.

Für Apple-Nutzer íst die Situation etwas anders: Das iPhone, iPad und der iPod touch unterstützen überhaupt kein Flash. Und auf den Mac-Computern des Unternehmens müssen Nutzer Flash in Eigenregie einrichten, wenn sie es haben wollen. Das Problem: Unachtsame Nutzer kriegen bei der Installation von Flash gleich noch weitere Software untergeschoben.

Oft geht es ohne Flash

Zum Glück geht es meistens auch ohne Flash. Browser wie Google Chrome und Microsoft Edge blockieren die meisten Flash-Inhalte und bei Firefox kann man diese Funktion zumindest einschalten. Auch das BSI rät dazu, solche aktiven Inhalte wie Flash als Standard zu deaktivieren.

Und sollte man wirklich eine Webseite haben, die man unbedingt nutzen will und die es nur mit Flash gibt, dann sollte man sie in Chrome oder einem Chrome-basierten Browser anschauen, rät Informatiker Jörg Geiger vom Fachmagazin „Chip“. Dort kann man Flash dann für diese Seite ausnahmsweise erlauben. Microsoft Edge unter Windows 10 bietet diese Funktion auch.

Aber wieso ist die Software überhaupt noch so verbreitet? „Letztlich kann man sagen, dass der Adobe Flash Player zur Steinzeit-Technologie gehört“, sagt Ronald Eikenberg. Der Nachfolger HTML 5 wird bereits auf vielen Websites für Videos, Audio oder dynamische Grafiken genutzt. Youtube etwa ist ganz ohne Flash nutzbar.

Kann man Flash also einfach vom Rechner entfernen? Entwickler Adobe hält dafür ein Deinstallationsprogramm zum Download bereit. Auch im Download-Center von „Chip“ lässt es sich herunterladen. Probleme – abgesehen davon, dass manch eine Webseite nicht mehr vollständig funktionieren könnte – macht das nicht. Eine große Zukunft hat das seit den 90er Jahren aktive Flash ohnehin nicht mehr vor sich . Entwickler Adobe will die Unterstützung für die Plattform Ende 2020 auslaufen lassen. (dpa)

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