Emotionen

Studie belegt: Soziale Medien machen Kinder traurig

Viele Kinder verbringen ihre Freizeit vor dem Smartphone.

Foto: imago stock / imago/Kickner

Viele Kinder verbringen ihre Freizeit vor dem Smartphone. Foto: imago stock / imago/Kickner

London  Laut einer britischen Studie sind Jugendliche zu viel auf Facebook und Co. unterwegs. Das schade dem Selbstbewusstsein von Jüngeren.

Für die achtjährige Anna ist es schwer zu verstehen, warum sie nicht so einen flachen Bauch wie das US-Model Kendall Jenner (21) hat. Die neunjährige Louise dagegen kann den Schminktipps der Youtuberin Bibi kaum folgen, obwohl sie „kinderleicht“ zum Nachmachen sein sollen. Vielleicht sollten soziale Netzwerke wie Facebook mit einem Gesundheitswarnhinweis versehen werden, denn jetzt konnte eine britische Studie nachweisen, dass deren Gebrauch nachhaltigen Einfluss auf die emotionale Verfassung von Kindern und Jugendlichen haben kann.

Eine Gruppe Wirtschaftsforscher der Universität Sheffield hat anhand einer Langzeituntersuchung herausgefunden, dass soziale Medien jeden Bereich des Lebens von Heranwachsenden negativ beeinflussen. Konkret: Je mehr Kinder und Jugendliche Dienste wie Facebook, Snapchat, WhatsApp und Instagram nutzen, desto weniger sind sie mit ihrem Erscheinungsbild, ihrer Familie und ihren Schulleistungen zufrieden.

Macht Facebook dumm?

Facebook macht seine Nutzer engstirnig – zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie.

Macht Facebook dumm?

Die Wissenschaftler wiesen nach, dass Kinder, die mindestens eine Stunde am Tag online sind, in einem Studienumfragebogen zu ihrer Gesamtzufriedenheit 14 Prozent schlechter abschnitten als Gleichaltrige, die gar keinen Zugang zum Internet haben.

Soziale Medien bilden eine falsche Realität ab

Für die Untersuchung befragten die Experten von der Universität Sheffield 4000 Jungen und Mädchen im Alter zwischen zehn und 15 Jahren. „Das Problem ist, dass die Jugendlichen sich mit den Akteuren in den sozialen Medien vergleichen, die sich selbst in einer idealistischen Weise porträtieren“, sagt einer der Studienleiter Philip Powell.

Das habe Auswirkungen auf ihr Selbstbewusstsein und Wohlbefinden, da Jugendliche davon ausgingen, dass sie in dieser idealisierten Scheinwelt, die sie für die Realität halten, schlechter abschneiden würden. Zudem seien Jugendliche in der Regel empfänglicher für verletzende Internetkommentare als Erwachsene.

Jugendliche im Schnitt 115 Minuten täglich online

In Deutschland verbringen laut einer Studie des Digitalverbands Bitkom rund 94 Prozent der Zehn- bis 11-Jährigen im Schnitt 22 Minuten täglich online. Bei Jugendlichen von 16 bis 18 Jahren sind es schon 115 Minuten. Smartphones gehörten bereits im Alter von 12 bis 13 Jahren mit einer Verbreitung von 84 Prozent zur Standardausstattung von Jugendlichen.

Seite
Auch interessant
Leserkommentare (2) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik