Digitalisierung

Straßenbahnlinie 302 in Gelsenkirchen erhält freies WLAN

Internetsurfen und Telefonie über WLAN - das ist ab heute auf der Linie 302 in Gelsenkirchen möglich.

Internetsurfen und Telefonie über WLAN - das ist ab heute auf der Linie 302 in Gelsenkirchen möglich.

Foto: Kitschenberg

Gelsenkirchen.   Ende 2019 sollen 400 Busse und Bahnen in Bochum und Gelsenkirchen mit WLAN ausgerüstet sein. Bogestra investiert 700.000 Euro in die Digitalisierung.

Deutschland hat bei der Digitalisierung noch einiges an Nachholbedarf. Der Verkehrsdienstleister Bogestra macht jetzt in Zusammenarbeit mit den IT-Spezialisten von Gelsen-Net einen weiteren, großen Schritt in Richtung einer eng vernetzten Zukunft.

Die Straßenbahnlinie 302 erhält ab sofort eine freie WLAN-Anbindung. Nach der größten kostenlosen Hotspot-Meile des Ruhrgebiets in Buer und der Innenstadt im Süden, die im November 2017an den Start ging, bringt die „Aufrüstung Stadt und Verkehrsbetriebe im bundesweiten Vergleich erneut in eine Vorreiterrolle“, wie Oberbürgermeister Frank Baranowski, Gelsen-Net-Geschäftsführer Thomas Dettenberg und Bogestra-Vorstand Jörg Filter bei der Präsentation am Mittwoch im „Sonderzug“ (siehe Zweittext) an der Schalker Arena freudig erklären.

Surfen mit 50 bis 100 MBit/s

Doch dabei bleibt es nicht. Noch in diesem Jahr werden die Partner 40 weitere Hotspots im Gelsenkirchener Stadtgebiet einrichten, Ende 2019 sollen dann 400 Busse und Bahnen in Bochum und Gelsenkirchen mit der Digitaltechnik ausgerüstet sein und eine kundenfreundliche Abdeckung in der Fläche bieten, die 250 Fahrgäste gleichzeitig nutzen können. Kostenlos und ohne Registrierung.

Die Umrüstung der Bogestra-Fahrzeuge dauert jeweils nur einen Tag an den drei Depots in Bochum und Gelsenkirchen.

Bereits heute schon gibt es in Gelsenkirchen zehn solcher Hotspots mit kostenlosem WLAN-Zugang an zehn ausgewählten Haltestellen. Dazu gehören die Stationen: die Zentralen Busbahnhöfe (ZOB) Buer und Hauptbahnhof, Heinrich-König-Platz, Musiktheater, Leipziger Straße, Bismarckstraße, Bergwerk Consolidation, Trinenkamp, Zoom Erlebniswelt sowie die beiden Kundencenter Buer und Gelsenkirchen.

Der Clou beim neuen WLAN: Der verwendete Router, er sitzt mittig im Dach der Bahnen und Busse, ermöglicht den Nutzern einen nahtlosen Übergang zwischen Netzen und gerade benutzten Mobilfunkstandards, also etwa E, GPRS, 2G, 3G, 4G und künftig auch 5G. Fahrgäste, die an den Haltestellen ein- und aussteigen und weiter in die Innenstädte gehen, haben demnach keine Unterbrechung beim Surfen oder Telefonieren zu befürchten. Das gilt natürlich auch auf dem Weg von einer Stadt in die nächste. Derzeit mögliche Übertragungsgeschwindigkeit: „Zwischen 50 und 100 MBit/s“.

Die Linie 302 verbindet die beiden Revierstädte Bochum und Gelsenkirchen. Während kostenloses WLAN in der Bahn für Gelsenkirchen eine Premiere bedeutet, ist es in Bochum bereits seit ein paar Monaten Realität – und zwar auf der U-Bahnverbindung U35, der sogenannten Campuslinie. Sie verläuft unterirdisch über 22 Stationen von Herne zur Ruhr-Universität sowie zur benachbarten Hochschule Bochum. Nach der Fußball-WM 2006 war Handyempfang in der U35 bereits möglich, die WLAN-Nutzung aber erst seit diesem Jahr.

Pilot-Bahn trägt den Namen „EM 2024“

Die Pilot-Bahn mit WLAN, in einem granitähnlichem Design gehalten, ist Blickfang und Werbeträger zugleich. Oberbürgermeister Frank Baranowski und Bogestra-Vorstand Jörg Filter tauften den mit Blumen geschmückten Triebwagen an der Haltestelle Veltins-Arena mit einer Flasche aus Zuckerguss auf ihren offiziellen Namen „EM 2024“. Das soll die Vorfreude auf eine Neuauflage des Sommermärchens 2006 steigern. Und Sportfreunde aus aller Welt im doppelten Sinn miteinander verbinden.

Bemerkenswert: Gelsen-Net hatte sich als kommunales IT-Unternehmen bei der europaweiten Ausschreibung gegen eine Vielzahl von Bewerbern durchgesetzt.

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