Soziales Netzwerk

So funktioniert der Nacktbilder-Check von Facebook

Facebook geht gegen Rache-Fotos vor

Foto: Tobias Hase / dpa

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Berlin  Facebook fordert seine Nutzer auf, Nacktbilder zu schicken. Zum Schutz. Nun erklärte das Unternehmen, wie der Foto-Check funktioniert.

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Immer öfter teilen Ex-Partner Nacktfotos ihrer Verflossenen in den sozialen Netzwerken. Facebook will in einem Pilotprojekt in Australien aktiv dagegen vorgehen. In einem Blogbeitrag erklärte das Unternehmen am Donnerstag, wie genau der Nacktbilder-Check funktioniert.

Am Mittwoch hatte Facebook mit seinem Aufruf, Nutzer sollten Nacktbilder von sich selbst im Messenger hochladen, für Aufsehen gesorgt . Normalerweise sperrt das soziale Netzwerk jedes Foto, auf dem nur ein Nippel zu sehen ist, nun fordert es korrumpierende Bilder, von denen Menschen glauben, dass sie weiterverbreitet werden könnten, selbst ein.

Facebook nennt Nacktbild-Projekt Schutzmaßnahme

„Mit diesem kleinen Pilotprojekt wollen wir eine mögliche Notfalloption testen, für Menschen, die proaktiv Facebook ein Foto schicken, damit es nicht von vornherein verbreitet wird“, heißt es im Blogeintrag von Facebook. Das Programm sei völlig freiwillig und eine Schutzmaßnahme. Denn so wolle man ein schlimmeres Szenario verhindern, nämlich dass ein Bild ohne den Willen der betroffenen Personen in Umlauf gebracht wird.

Facebook hat sich für das Projekt mit der australischen Internetsicherheits-Behörde eSafety zusammengeschlossen.

So funktioniert der Foto-Check

In dem Blogeintrag erklärt das Unternehmen sein Vorgehen:

• Australische Nutzer füllen zuerst ein Online-Formular auf der Webseite von eSafety aus. eSafety informiert Facebook darüber, dass ein Formular ausgefüllt wurde.

• Dann sollen die Nutzer das Nacktbild im Messenger hochladen und an sich selbst verschicken. eSafety habe keinen Zugang zu dem Foto.

• Sobald Facebook von eSafety über das Online-Formular informiert wurde, überprüft ein Facebook-Mitarbeiter das Foto und verschlüsselt es so, dass ein für den Menschen unlesbarer, numerischer Fingerabdruck entsteht. Damit widerspricht das Unternehmen der vorherigen Meldung, dass eine Software das Foto scanne. Das hatte der Sender ABC unter Berufung auf eSafety berichtet.

• Als nächstes speichert Facebook den sogenannten Foto-Hash – und nicht das Bild. Versucht ein Nutzer dann dasselbe Foto hochzuladen, wird es durch eine Datenbank geschickt, die bei einer Übereinstimmung, den Upload verhindert.

• Sobald das Foto von Facebook verschlüsselt wurde, wird die Person, die das Foto zu Beginn gemeldet hatte, aufgefordert das Foto im Messenger-Chat zu löschen. Danach löscht auch Facebook das Nacktbild von seinen Servern.

In Australien ist die Verbreitung von Nacktbildern aus Rache weit verbreitet. Einer aktuellen Studie zufolge hat dort jeder Fünfte im Alter von 16 bis 49 Jahren bereits erlebt, dass intime Fotos ohne Einverständnis im Internet veröffentlicht wurden. Frauen als auch Männer seien gleichermaßen davon betroffen.

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