Risikogebiete

Corona-Urlaub: Aus diesen Ländern kommt das Virus zu uns

WHO warnt vor weltweit neuen Corona-Hotspots.

Neue Infektionsherde entstehen im Balkan, Israel, Australien, Südafrika und in Peru. Die WHO warnt vor Fahrlässigkeit und schnellen Lockerungen. Doch besonders ärmere Länder sind durch wirtschaftlichen Druck gezwungen den Lockdown zu lockern.

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Berlin.  Kroatien, die Türkei und Bulgarien sind Corona-Risikogebiete. Gibt es hier die meisten Neuinfektionen? Ein Infektionszahlen-Überblick.

  • Aus bestimmten Risikogebieten werden Corona-Infektionen nach Deutschland „eingeschleppt“
  • Trotzdem kommen viele Corona-Neuinfektionen nicht aus dem Ausland
  • Das zeigt ein Lagebericht des Robert Koch-Instituts (RKI) deutlich
  • In welchen Ländern ist das Risiko zu erkranken besonders hoch?

Seit die Menschen wieder reisen dürfen, haben sie bei ihrer Rückkehr nach Deutschland immer öfter auch das Coronavirus im Gepäck. Die Zahl der Fälle in Deutschland, bei denen der Infektionsherd im Ausland liegt, nimmt zu. Das geht aus dem aktuellen Lagebericht des Robert-Koch-Instituts (RKI) hervor. So lag der Anteil der mit Infektion Eingereisten im März bei über 50 Prozent, sank infolge der Reisebeschränkungen aber rasch in den unteren einstelligen Prozentbereich und wächst nun wieder.

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Deutschland wächst – doch infizieren sich die Menschen auf Reisen in Risikogebiete wie der Türkei und Serbien?

In der Tabelle der Expositionsländer – also jener Länder, in denen sich Infizierte mutmaßlich angesteckt haben, ehe die Infektion in Deutschland registriert wurde – listet das RKI 7977 erfasste Neuinfektionen von der 27. bis zur 30. Kalenderwoche (bis zum 26. Juli) auf. Das ist die Zeit nach Aufhebung der Reisebeschränkungen, die Besuche und Urlaub in den EU-Staaten wieder erlaubte.

Coronavirus: Großteil der Neuinfektionen stammt nicht aus dem Ausland

Auffällig ist: Der Großteil (6809 Neuinfektionen) stammt nicht aus dem Ausland. Die Menschen haben sich in Deutschland infiziert. Auffällig ist auch, dass mehr als 50 Prozent der nach Deutschland eingeschleppten Infektionen aus Südosteuropa stammen.

Aus dem Kosovo werden 303 Fälle verzeichnet, aus Serbien 242, aus der Türkei 70, aus Bosnien und Herzegowina 67, aus Rumänien 36, aus Kroatien 29, aus Bulgarien 27 und aus Mazedonien 24. Für die Balkanstaaten Serbien, Mazedonien, Montenegro, Bosnien und Herzegowina sowie für die Türkei besteht nach wie vor eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes. Für Kroatien und Slowenien spricht die Bundesregierung keine Warnung aus, dies gilt auch für die EU-Staaten Rumänien und Bulgarien.

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Spanien, Italien, Österreich: Nur wenige Infektionen in klassischen Urlaubsländern

Auch die 44 Neuinfektionen in dieser Woche im Kreis Dithmarschen sind vor allem auf Rückkehrer von Reisen auf den West-Balkan und nach Skandinavien zurückzuführen. Diese Daten sind im Lagebericht aber noch nicht erfasst.

Die klassischen Urlaubsländer Österreich und Italien tauchen im Spitzenfeld nicht auf. In Spanien haben sich nur 17 Menschen angesteckt, obwohl auch die Trinkgelage ohne Abstandsregeln auf Mallorcas Partymeile in diesen Zeitraum fallen. Wie aussagekräftig diese Zahlen sind, ist schwer zu beurteilen. Nur bei etwa zwei Dritteln der übermittelten Fälle gibt es Angaben zum Infektionsland.

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