Testergebnisse

Kindersitze fürs Auto: Ein Modell ist sogar lebensgefährlich

ADAC und Stiftung Warentest haben aktuell 31 Babyschalen und Kindersitze getestet.

ADAC und Stiftung Warentest haben aktuell 31 Babyschalen und Kindersitze getestet.

Foto: Christin Klose / dpa-tmn

Berlin  Die Stiftung Warentest kann einige gute Autokindersitze empfehlen. Von zwei Modellen rät sie jedoch ab. Warum die gefährlich sind.

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Wer sein Kind wirklich sicher im Auto transportieren will, sollte bei der Wahl der Babyschale oder des Kindersitzes genauer hinschauen: ADAC und Stiftung Warentest kommen in ihrem aktuellen Test zwar zu dem Ergebnis, dass die meisten Modelle „gut“ sind.

Allerdings sind nicht alle Angebote auf dem Markt empfehlenswert. Zwei Varianten haben die Prüfung nicht bestanden – und bergen echte Gefahren. Ein Chicco-Modell ist gar lebensgefährlich

Stiftung Warentest und ADAC: Zwei Modelle sind gefährlich

Testverlierer ist neben dem „Chicco Oasys i-Size Bebecare“ der „Maxi-Cosi TobiFix“. „Oasys i-Size“ hatte beim frontalen Aufprall versagt. Beim Crashtest riss das Gurtschloss aus der Sitzschale heraus, der Kinder-Dummy wurde aus der Sitzschale herausgeschleudert. Die Verletzungsgefahr ist damit im Ernstfall enorm. Beim „Maxi-Cosi TobiFix“ war das Flammschutzmittel TCPP in zu hoher Konzentration im Bezugstoff enthalten.

Testsieger ist die Babywanne „Maxi-Cosi Jade + 3wayFix“, die vor allem in der Kategorie „Sicherheit“ punktet. Einziges Manko: Die Babyschale zählt mit 420 Euro zu den teuersten Produkten ihrer Klasse und kann nur in den ersten Lebensmonaten bis zu einer Körpergröße von 70 Zentimetern genutzt werden.

ADAC und Stiftung Warentest untersuchten insgesamt 31 in Deutschland erhältliche Babyschalen und Kindersitze auf ihre Sicherheit, Bedienung, Ergonomie und den Schadstoffgehalt. 27 Modelle übertreffen die gesetzlichen Vorschriften zum Teil deutlich und schneiden mindestens mit „befriedigend“ ab, zwei weitere erhalten ein „ausreichend“.

Kindersitze mit Alarmsystem könnten Sicherheit vorgaukeln

Vier der getesteten Modelle haben ein optionales Alarmsystem, das verhindern soll, dass Kinder im Auto vergessen werden. Die Sitze – mit Ausnahme des „Chicco Oasys i-Size“ – konnten überzeugen, die Alarmsysteme jedoch nicht. Die Tester befürchten unter anderem, dass sich Eltern zu sehr auf das Alarmsystem verlassen könnten.

Was der Test jedoch auch zeigte: Kindersitze kosten immer mehr. Die meisten Testmodelle waren nicht unter 200 Euro zu haben. Die teuersten kosteten sogar mehr als 500 Euro. Dass aber Preis und Qualität nicht zwingend zusammenhängen müssen, zeigt der im Test durchgefallene „Chicco Oasys i-Size“, der mit 400 Euro zu den teureren Modellen in seiner Klasse zählt. Günstige Modelle wie der „Nania Beone SP“ oder der „Britax Römer Adventure“ schnitten hingegen gut ab.

Selbst bei der Nutzung von „guten“ Kindersitzen ist jedoch Vorsicht angebracht, denn jedes zweite Kind im Auto ist nicht richtig angeschnallt . Deshalb sollten Autofahrer bei Kindersitzen diese Fehler vermeiden . (dpa/vem)

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