Freizeit

Weihnachtsbaum-Weitwurf: Vorsicht, fliegende Tannen!

„Team Holmes“ trainiert schon mal für die Weihnachtsbaum-Weitwurfmeisterschaft am Sonntag auf dem Rüttenscheider Markt.

„Team Holmes“ trainiert schon mal für die Weihnachtsbaum-Weitwurfmeisterschaft am Sonntag auf dem Rüttenscheider Markt.

Foto: Kerstin Kokoska / FUNKE Foto Services

Bei der Weihnachtsbaumweitwurf-Meisterschaft in Essen kämpfen die Teilnehmer am Sonntag um den Goldenen Elch.

In der Pfalz machen sie es schon seit über 15 Jahren: Weihnachtsbäume werfen. Doch auch wenn sich das dortige Dörfchen Weidenthal gar rühmt, die „WM im Weihnachtsbaumweitwurf“ auszutragen, steht doch fest: Tannen, Fichten & Co. durch die Luft zu schleudern, ist noch eine junge Sportart. Die aber stetig beliebter wird: In Hilden flogen die abgeschmückten Nadelgewächse stadtmeisterlich schon vor zwei Wochen. In Essen heben sie an diesem Wochenende nun schon im zweiten Jahr ab – wegen des großen Erfolgs bei der Premiere 2019.

Weihnachtsbaum-Weitwurf in Essen

Die Essenerin Sandra Chartier hatte damals die Idee zum nachweihnachtlichen Wettbewerb der nicht ganz erst gemeinten Art: „Allen hat es großen Spaß gemacht, deshalb war sofort klar, dass es eine Neuauflage geben wird“, erinnert sich die 40-Jährige.

8,44 m weit schickte Vorjahressieger Marc André Pfeiffer sein Bäumchen über den Essen-Rüttenscheider Marktplatz. Geworfen wird aber auch in einer Damen- und einer Bambini-Kategorie – hier wiegt der Baum nur 2,5 kg und damit die Hälfte des nadelnden Herren-Wurfgeräts. Wobei Sandra Chartier augenzwinkernd verrät: „Weihnachtsbaum-Weitwurf ist schon so ein Jungs-Ding – da kommt das Tier im Mann zum Vorschein.“

Box-Champ Patrick Korte geht auch an den Start

Mit dem Essener Schwergewichtsboxer Patrick Korte tritt in diesem Jahr erneut ein erwiesenermaßen richtig starker Mann an. Doch der Champ im Ring fördert gleichwohl das weibliche Weihnachtsbaumwerfen und hat in Rüttenscheid diesmal zwei Frauen im Team.

Und in einem solchen macht Sport – ganz gleich ob todernst oder spaßig – bekanntlich am meisten Spaß. Neben den Einzelwettbewerben steht am Sonntag daher die Teamwertung auf dem Programm. Ehrensache ist dabei die Teilnahme des Teams „Holmes“ (Fotos) – schließlich arbeiten alle fünf beim Hauptsponsor des Fun- und Benefiz-Events, dessen Erlöse dem Essener Nachwuchssport zugutekommen. Der ist passenderweise ein Fitnessstudio, weshalb „Team Holmes“ am Sonntag auch das Warm-up für die Teilnehmer leitet. Wichtig, wie Sandra Chartier aus Erfahrung weiß: „Im letzten Jahr gab’s viele Zerrungen, weil Teilnehmer sich nicht warm gemacht haben. Da konnten einige in der Finalrunde vor Schmerzen gar nicht mehr antreten.“

Beim Training mit Nordmanntanne in Rüttenscheid gibt Stefan Schank (gr. Foto rechts) schon mal Tipps: „Arme kreisen lassen und Dehnungsübungen sind ein gutes Mittel zum Aufwärmen.“ Auch das passende Fitness-Fachchinesisch hat er parat: Auf die „Rotatorenmanschette“ in der Schulter komme es etwa an, aber auch Rumpf- und Oberarmmuskulatur wollten warm sein, bevor sie Weihnachtsbäume werfen. Welche Chancen sich die Fitness-Profis selbst ausrechnen, beantwortet Stefan Schank wie aus der Pistole geschossen: „Wir gewinnen!“ Und ein bisschen meint man da in seinen Augen auch schon das Tier im Manne erwachen zu sehen ...

Die Bäume werden gestellt

Wer bei der Weihnachtsbaumweitwurf-Meisterschaft selbst zur Tanne greifen möchte, braucht lediglich eine Startgebühr von 2 € zu bezahlen (Ki./Jug. bis 14 Jahren: 0,50 €). Eine Voranmeldung ist nicht notwendig und die Weihnachtsbäume werden vom Veranstalter gestellt. Mitbringen sollte man dagegen eigene Handschuhe, denn das Wurfmaterial kann bekanntlich pieksen oder harzen.

Jeder Teilnehmer hat zwei Versuche, aber die Wurftechniken sind reglementiert: Erlaubt sind nur der Stoß- und der Speerwurf – das Schleudern der abgeschmückten Zimmerzier ist ausdrücklich untergesagt.

Gegen 16.30 Uhr steht die Siegerehrung auf dem Programm. Überreicht wird der „Goldene Elch“ für die jeweils Erstplatzierten der verschiedenen Kategorien vom Essener Oberbürgermeister Thomas Kufen. Zusätzlich winken Gutscheine von bis zu 100 €. Moderiert wird die „WWM“ von Bäcker und Revier-Original Hermann Welp sowie Sportmoderator Uwe Loch.

Schon gewusst ...?

Knut nennt ein bekanntes schwedisches Möbelhaus seit einigen Jahren eine Werbeaktion zum Ende der Weihnachtszeit, die auf einen schwedischen Brauch zurückgehen soll. Anders als im TV-Spot suggeriert, ist es aber auch in Schweden streng verboten, abgeschmückte Weihnachtsbäume aus dem Fenster auf sie Straße zu werfen. Die Werbung inspirierte gleichwohl hiesige Weihnachtsbaumweitwurf-Aktionen.

Der heilige Knut beendet in Skandinavien tatsächlich die Weihnachtszeit: An seinem Namensfest, dem Sankt-Knuts-Tag am 13.1., wird dort traditionell der Baum abgeschmückt.

Der Dreikönigstag am 6.1. beendet in Deutschland offiziell die Weihnachtszeit – und besiegelt das Ende der Wohnungstanne. Zumindest in der evangelischen Kirche, in der katholischen ist offiziell am Sonntag darauf finito. In der altkatholischen Kirche wiederum bleiben Tanne und Krippe sogar bis Mariä Lichtmess am 2.2. stehen.

12.1., ab 12 Uhr, Weihnachtsbaumweitwurf-Meisterschaft In Essen (Rüttenscheider Markt). Weitere Infos gibt es im Internet auf: www.wwm-essen.de

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