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Lachyoga online – Lachtrainerin gibt Seminare via Zoom

Als gemeinsames Lachen noch ohne Abstand und Maske möglich war: Gisela Dombrowsky (4. v. re) und ihre Lachtruppe.

Als gemeinsames Lachen noch ohne Abstand und Maske möglich war: Gisela Dombrowsky (4. v. re) und ihre Lachtruppe.

Foto: Egbert Griebeling

Essen.  Gisela Dombrowsky gibt als zertifizierte Trainerin regelmäßig Lachyoga-Seminare. Weil das aktuell nicht möglich ist, lacht sie jetzt online.

Nach fünf Minuten ist bei den meisten das Lachen noch immer nicht verstummt. Dabei hat Gisela Dombrowsky nicht etwa einen Witz erzählt, sondern mit einer Atemübung zum freien Lachen aufgefordert. Aus dem anfänglichen „ho ho, ha ha, ho ho, ha ha“ wurde schnell ein echtes Kichern, Gackern und Giggeln.

Markus hat eine ansteckende Lache. Moni und Uwe lachen im Duett. Und Heike scheint sich gar nicht mehr einzukriegen. Elena lacht noch etwas zögerlich, taut aber schnell auf. Kein Wunder, schließlich nimmt sie zum ersten Mal teil – am Lachyoga.

Lachyoga erinnert an Kindergarten – soll es auch

Das ist alles ganz schön albern, ein bisschen wie im Kindergarten, mit ganz viel Klatschen. Aber genau darum geht es, erklärt Lachtrainerin Gisela Dombrowsky. „Wir wollen wieder ein bisschen Kind sein. Darauf muss man sich erst einmal einstellen. Dabei waren wir heute noch recht harmlos“, resümiert die Neusserin und lacht fröhlich in die Webcam.

Eigentlich stünden sie und ihre Teilnehmer heute im Bürgerhaus in Düsseldorf-Bilk, würden sich umarmen, abklatschen, viel Blickkontakt austauschen. Aber Anfang des Monats musste Gisela Dombrowsky ihr Lachyoga-Training ins Internet, auf die Meeting-App „Zoom“ verlegen. Für Trainerin Dombrowsky kein Problem. „Das lache ich einfach weg. Ha ha ha.“ Zweimal die Woche gibt sie nun Lachyoga-Seminare online, kostenfrei.

Klatsch-, Dehn- und Atemübungen unterstützen das grundlose Lachen

Entstanden ist die recht eigenwillige Form des Yoga vor 25 Jahren, entwickelt von dem indischen Arzt Dr. Madan Kataria und seiner Frau Madhuri. Aus einem anfangs künstlichen, grundlosen Lachen soll ein echtes entstehen, unterstützt von Klatsch-, Dehn- und Atemübungen. Der Ursprungsgedanke: Lachen ist die beste Medizin.

Das kann Gisela Dombrowsky nur bestätigen. Bis 2005 arbeitete sie als Bankkauffrau. „Ich habe nach einer Alternative gesucht, was kann ich tun, um Stress abzubauen?“ Angekommen ist die Neusserin dann beim Yoga. „Das hat mir unheimlich gut getan. Auf einer Gesundheitsmesse bin ich dann auf Lachyoga gestoßen.“ Nach einem Workshop war klar: Das ist ihr Ding. Sie belegte weitere Kurse, ließ sich schließlich zur Lachtrainerin ausbilden.

Dem Alltag eine kurze Zeit entfliehen und entspannen

Mittlerweile darf sich Gisela Dombrowsky Mastertrainerin nennen, damit kann sie andere ausbilden. „Ich finde es faszinierend, was das Lachen mit einem macht. Man kann den ganzen Alltag eine kurze Zeit vergessen – und wir tun dabei was für unsere Gesundheit.“

Stresshormone abbauen, Immunsystem stärken, das Herz-Kreislauf-System in Schwung bringen. Vor allem aktuell sei das Lachen wichtiger denn je. „Ich glaube, wir können diese Zeit besser überstehen, als viele andere Menschen, weil wir eine andere Gelassenheit haben.“

Vom Studenten bis zum Rentner sind alle Altersgruppen vertreten

Diese Gelassenheit oder besser Ausgelassenheit mag man auf den ersten Blick komisch finden, aber ein Besuch in der „Zoom“-Lachgruppe zeigt: Die Teilnehmer – vom Studenten bis zum Rentner – haben einfach Spaß, lachen, miteinander und über sich selbst, mal mehr mal weniger intensiv, sitzend und stehend, alleine oder als Paar.

Gemeinsam werden Sorgen und Ängste weggelacht. Vielleicht nur für eine Dreiviertelstunde, aber immerhin. Fürs Wohlbefinden reichen schon zehn bis 15 Minuten pro Tag, sagt Gisela Dombrowsky. Schwer ist das nicht. „Das ist ja das Schöne. Jeder kann mitlachen, ganz ohne Vorkenntnisse. Die Gruppe reißt dich mit.“

Auf Rumgackern folgt Ruhe

Den Körper anspannen, tief einatmen und anschließend loslachen. Erst noch zögerlich, die anderen Teilnehmer beobachtend, nach ein paar Atemzügen dann inbrünstig.

Nach einer letzten ausgiebigen Lachrunde, wird Gisela Dombrowsky leiser. „Ha ha, ho ho, ha ha, ho ho“, aufs Rumgackern folgt Ruhe. „Spürt, wie das Lachen auf euch gewirkt hat, spürt eure Atmung.“ Aus dem Lachen wird ein Lächeln.

„Ungewohnt, aber gut. Es tut gut.“

Auch Elena, die Neue, blickt seelig in die Webcam. „Wie war’s für dich?“, fragt Gisela Dombrowsky. „Super! Ungewohnt, aber gut. Es tut gut.“ In Präsenz sei das alles noch intensiver, versichert die Lachyoga-Trainerin. Wann das wieder möglich ist? „Keine Ahnung, wir lachen jetzt erst mal online und dann schauen wir weiter. Bis dahin: Lacht’s gut!“

>>> INFO: Online-Lachtreff: Di+Do 19 Uhr. Teilnahme kostenlos. Anmeldungen und weitere Infos auf www.mit-lachen-zum-erfolg.de.

Gisela Dombrowsky rät zum täglichen Lachen. Wer aber nicht alleine lachen möchte oder einfach eine Portion gute Laune braucht, kann jeden Tag mit ehrenamtlichen Lachprofis drei Minuten gemeinsam lachen: 02131/7734152 , 9-19 Uhr, Mo+Fr+Sa 9-22 Uhr.

Unter www.lachen-online.de gibt es weitere Online-Angebote. Es gibt zahlreiche Lachclubs in Deutschland, eine Übersicht und weitere Infos: www.lachclub.info

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