Interview

Comeback im Kittel: Hausmeister Krause kehrt zurück

| Lesedauer: 7 Minuten
Immer auf der Hut: Hausmeister Krause (Tom Gerhardt) strebt mal wieder die Präsidentschaft im Dackelclub an.

Immer auf der Hut: Hausmeister Krause (Tom Gerhardt) strebt mal wieder die Präsidentschaft im Dackelclub an.

Foto: Julian Huke / Handwerker

Essen.  Tom Gerhardt bringt den Dackelfan auf die Bühne. Der Comedystar über die Premiere in Essen, seinen eigenen Hund und einen Gastauftritt als Zombie.

Eine Dekade lang sorgte er im Privatfernsehen für Unruhe, nun kehrt Hausmeister Dieter Krause zurück. Tom Gerhardt hat seine Paraderolle, die es in der eigenen Sat.1-Serie bis 2010 auf acht Staffeln brachte, aus der Versenkung geholt und beschert ihr ein Comeback auf der Bühne des Essener Theater im Rathaus. Angekündigt wird „Hausmeister Krause: Du lebst nur zweimal“ als Komödie „für alle, die nicht in den Keller gehen müssen, um zu lachen“ – am deftigen Humor Tom Gerhardts, der einst als pudelbemützter Proll Tommie bekannt wurde, sollte sich also nichts geändert haben. Stefan Moutty sprach mit dem 65-jährigen Kölner u.a. über Dackel, Kittel und seinen Statistenauftritt in einem Zombiefilm.

Herr Gerhardt, Sie bringen Ihren Hausmeister Krause auf die Bühne.

Tom Gerhardt: Ja, wir feiern Welturaufführung in Essen – mit einem großen Krause’schen Drama. Natürlich ein komisches Drama – was für Krause Schicksalsschläge wie in einer griechischen Tragödie sind, wirkt auf normale Menschen eher komisch. Die kleinsten Dinge des Lebens haben für ihn ja historische Bedeutung, vor allem wenn’s um Dackel geht …

Beim Titel „Man lebt nur zweimal“ könnte man vermuten, dass Krause jetzt auf den Spuren von James Bond unterwegs ist …

(lacht) Nein, da hat er’s nicht hingebracht. Es geht darum, dass Krause mal wieder die Präsidentschaft im Dackelclub anstrebt. In einer Folge der Serie hatte er schon einmal akribisch den Sturz des amtierenden Präsidenten geplant, während seine Frau glaubte, das seien Vorbereitungen für den Hochzeitstag. Im Theaterstück, das ja nicht 24 Minuten wie eine Sitcomfolge, sondern 100 Minuten dauert, wird damit die Geschichte erst losgetreten.

Vom wem Hausmeister Krause seinen Namen hat

Wie kam es überhaupt dazu, Hausmeister Krause auf der Theaterbühne wiederzubeleben?

Krause kommt ja eigentlich von der Bühne. Ich hab ihn damals lange Zeit in meinen Comedy-Shows gespielt, da hatte er natürlich nur mal acht Minuten hier, mal sieben Minuten da seine Auftritte. Und jetzt bekommt er zum ersten Mal sein großes dramatisches Werk (lacht). So würde er es zumindest sehen – es ist natürlich ein Sturm im Wasserglas. Obwohl … am Ende geht es auch um die Rettung seiner Ehe. Er sieht überall Nebenbuhler, vor allem da, wo sie nicht sind.

Sind Sie auch Autor des Stücks?

Ich hab’s zusammen mit meinem Uralt-Co-Autor Franz Krause geschrieben, der damals auch Krause seinen Namen zur Verfügung gestellt hat. Ein Kölner, mit dem ich schon das Stück „Ketten der Liebe“ geschrieben habe. Da hatte Hausmeister Krause schon einen kleinen Gastauftritt von ein paar Minuten – und da war der Jubel der Zuschauer immer riesengroß. Wir haben Krause im Fernsehen von 1999 bis 2010 gespielt. In dieser Zeit hat er sich eingebrannt in den Köpfen der Leute. Ich werde bis heute jeden Tag auf Hausmeister Krause angesprochen.

Lachen, bis die Schminke zerläuft

Ist das nicht auch mal anstrengend?

Nein, es ist jedes Mal wieder ein Kompliment, weil die Leute ja amüsiert auf mich zukommen. Neulich bin ich in Köln durch die Friesenstraße gegangen, wo viel junges Volk ist. Da war ein Rapper, vielleicht Anfang 20, deutsch-arabischer Herkunft, der mich erkannt hat und über die ganze Straße brüllte: „Hausmeister Krause, ich werde verrückt!“ In einem Kiosk sagte mir die Verkäuferin, „Mensch Herr Gerhardt, wann machen Sie mal wieder was mit Hausmeister Krause? Da hab‘ ich immer so gelacht, dass mir die Schminke die Backen runtergelaufen ist.“ Solche Begegnungen haben auch den Anstoß gegeben, das Stück zu schreiben.

Hat Tommie darin auch seinen Auftritt?

Ja, aber unser Tommie von früher – also Axel Stein – hat sich natürlich sehr verändert. Er ist kein „Fettie“ und auch kein Teenager mehr. Er ist ein gut aussehender gestählter Bursche geworden. Wir werden Tommie einmal erleben, er taucht mal auf, aber mehr verrate ich nicht. Axel Stein ist aber nicht mit dabei.

Wie sieht‘s mit Dackel Bodo aus – ist er mit auf der Bühne?

Ja, vielleicht nicht so, wie das Publikum erwartet, aber er ist auf der Bühne. Mehr kann ich leider noch nicht verraten … es wird eine Überraschung.

Sind Sie privat auch Hundehalter?

Ja, wir haben einen Hund zuhause, das ist aber kein Dackel. Ein kleiner Mischling, ganz süß – und nicht so bockig wie der normale Dackel. Auch nicht so philosophisch versonnen wie ein Dackel …

Tom Gerhardt als Zombie: Einmal kräftig zubeißen

Sie haben früher viele Kinofilme gemacht, welcher war der erfolgreichste?

Rein von den Zuschauerzahlen war es „Ballermann 6“, auf den werde ich auch immer wieder angesprochen. Aber gar nicht mal von den Leuten, die ihn damals im Kino gesehen haben, sondern von jungen Leuten, die sich den aus dem Netz gefischt haben.

Ihren kürzesten Auftritt in einem Film hatten Sie wahrscheinlich als Zombie in „Resident Evil“. Wie kam’s damals dazu?

Der befreundete Produzent Robert Kulzer von Constantin kam irgendwann damit um die Ecke, dass sie einen Zombiefilm machen. Ab da hab’ ich gesagt, „Ich muss da rein, ich muss einmal zubeißen“. Und Robert Kulzer hat’s möglich gemacht. Gedreht wurde dann in Toronto – das hat mich gefreut, weil dort meine Schwester lebt.

Sind Sie Zombie-Fan, haben Sie „Walking Dead“ verfolgt?

So ein bisschen, hier und da mal reingeschaut. „Narcos“ finde ich eine wahnsinnig gute Serie, ich bin schon auch Serienjunkie. Aber ich gucke natürlich nicht nur die harten Sachen, sondern auch gerne amerikanische Sitcoms. Zusammen mit meinem Sohn Rodrigo, er ist jetzt elf, auf dem Sofa liegend …

Mit Ihrem Sohn haben Sie sogar ein Buch geschrieben.

Ja, wir haben zusammen die moderne Version von Max und Moritz erfunden, das Buch heißt „Mats und Murat“. Es sind dieselben Nichtsnutze wie früher, machen ihre Streiche aber mit den Mitteln der heutigen Zeit. Das ist ein Liebhaberprojekt, nichts, womit ich großartig Geld verdienen würde. Der erste Teil ist schon erhältlich und in der Coronazeit habe ich die Geschichte mit meinem Sohn schon mal für einen zweiten Teil weitergesponnen.

>>> Die Infos zum neuen Bühnenstück:

Hausmeister Krause: Du lebst nur zwei Mal: 13.1.-13.2. im Theater im Rathaus in Essen (Am Porscheplatz 1). Karten ab 16 € auf www.theater-im-rathaus.de und unter 0201/24 555 55 (Mi-Sa: 10-15 Uhr & 16-19 Uhr).

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