Konzert

Steven Wilson tritt exklusiv im Bochumer RuhrCongress auf

Der 51-jährige Musiker spielt diverse Instrumente

Der 51-jährige Musiker spielt diverse Instrumente

Foto: Hajo Müller

Bochum.   Der britische Musiker kündigt nach seiner ausverkauften Tournee im vergangenem Jahr, für 2019, neue Termine für sein „To The Borne“-Tour an

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Pomp, Bombast und 1000 Takte: So klassifizieren manche Musikfans scherzhaft den Progressive Rock – nicht zu Unrecht. Genre-Musiker vermischen handelsübliche Rockmusik mit experimentellen und psychedelischen Klängen. Nicht selten knacken die Stücke die Zehn-Minuten-Marke, Gitarrensoli erstrecken sich auf mehrere Zeigerumdrehungen Länge, radiotaugliche Refrains suchen Hörer meist vergebens. Entsprechend schwierig ist es, mit den verschachtelten Kompositionen ein großes Publikum zu erreichen.

Eine der wenigen Bands, der das gelang, ist maßgeblich für den heutigen Erfolg von Steven Wilson mitverantwortlich. 1979 wurde der damals Elfjährige von seinem Vater auf ein Konzert von Marillion mitgeschleppt. Von der Performance beeindruckt, begann er, sich selbst das Spielen von Gitarre und Keyboard beizubringen. Vier Jahrzehnte später ist der Brite der wohl erfolgreichste zeitgenössische Prog-Rocker und füllt größere Hallen als die Genre-Pioniere um Sänger Steve Hogarth. Nach einer ausverkauften Deutschland-Tour im vergangenen Jahr kehrt Wilson im Februar noch einmal zurück aufs europäische Festland und ist am 16. Februar im Bochumer RuhrCongress zu sehen.

Band-Pause auf unbestimmte Zeit

Der Durchbruch gelang Wilson in den 2000er-Jahren. Mit seiner Band Porcupine Tree veröffentlichte er innerhalb von fünf Jahren drei von Kritikern hochgelobte Alben namens „In Absentia“, „Deadwing“ und „Fear Of A Blank Planet“. Die Band aus dem englischen Hertfordshire erreichte immer mehr Fans, bis Frontmann Wilson 2010 auf dem Gipfel der Popularität den Stecker zog, um sich Solo-Aktivitäten zu widmen. „Sollte Porcupine Tree jemals wieder zusammenkommen, wird die Band für mich nicht mehr als ein Nebenprojekt sein“, machte er seinerzeit deutlich.

Eine Aussage, die bis heute Gültigkeit hat. So sehr sich manch ein Anhänger das Quintett zurückwünscht: Steven Wilson wandelt auf Solopfaden einfach zu erfolgreich, als dass eine baldige Reunion realistisch scheint.

Selbst den Flirt mit ungewohnt poppigen Strukturen, die auf seinem aktuellen Album „To The Bone“ zu hören sind, nahm ihm der Großteil der Fangemeinde nicht übel. „In dem Song ‘Permanating’ stecken ABBA, Daft Punk und die Beatles. Früher war tatsächlich Prince eines meiner größten Idole. Und ein kleiner Teil von mir will das auch: Popstar sein“, gibt der 51-Jährige zu. Aktuell steht auch eine Neuinterpretation des Prince-Songs „Sign O’ The Times“ auf der Setlist.

Doch Cover von Songs des Vorbilds hin, „Permanating“ her: Der durchschnittliche Formatradiohörer dürfte sich wohl kaum in eine der Shows verirren, die nicht nur wegen ihrer Länge von mehr als zweieinhalb Stunden Eindruck hinterlassen. Die typische Rockband-Formation mit Bass, Gitarre und Schlagzeug ergänzen Keyboards und sogar eine Hammondorgel. Aufwendige Videoprojektionen und bunte Laser sorgen für ein audiovisuelles Gesamterlebnis. Nur getanzt wird wohl eher nicht, schließlich finden Steven Wilsons Solo-Auftritte in bestuhlten Hallen statt. Ein Rock-Konzert im Sitzen zu verfolgen, das klingt für viele erstmal ungewohnt. Aber alles andere wäre ja auch nicht progressiv.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben