Comic-Kunst

Trauer um die französische Comiczeichnerin Claire Bretécher

Claire Bretécher

Claire Bretécher

Foto: DERRICK CEYRAC / AFP

Paris.  Die französische Comic-Zeichnerin Claire Bretécher („Agrippina“) starb mit 79 Jahren. Sie beeinflusste auch einen bekannten deutschen Zeichner.

Die französische Comic-Zeichnerin und Autorin Claire Bretécher („Die Frustrierten“, „Agrippina“) ist tot. Bretécher sei am Dienstag im Alter von 79 Jahren gestorben, teilte der Verlag Dargaud in Paris mit. Die gebürtige Westfranzösin galt in ihrem Heimatland als eine Pionierin der Comic-Kunst.

„Claire Bretécher hat unsere Gesellschaft verstanden, unsere Fehler und unsere Widersprüche“, teilte der französische Kulturminister Franck Riester via Twitter mit. Der frühere Regierungssprecher Benjamin Griveaux nannte Bretécher ein „einzigartiges Talent“. Sie habe ihre Epoche, die Frauen und ihre Freiheit beschrieben. „Ihre feinen und kühnen Sozialchroniken begleiten Generationen von Comic-Lesern“, schrieb Griveaux.

Ihre Knollennasen-Figuren beeinflussten in Deutschland unter anderem Ralf König

Mit Knollennase und ständig schlechter Laune kämpften sich Agrippina und ihre Freundin Bergère durchs Leben und durch ihre erwachende weibliche Sexualität. Mit ihrem bösen Humor und ihrer Freizügigkeit beeinflusste Bretécher auch deutsche Cartoonisten und Comiczeichner wie Franziska Becker („Feminax und Walkürax“) und Ralf König („Der bewegte Mann“). 2016 erhielt sie den Max- und Moritz-Hauptpreis des Comic-Salons in Erlangen. In der Pariser Kulturszene galt Bretécher als diskret - sie sei nur selten auf Festivals oder Comicsalons gewesen.

„Meine Figuren machen sich über meine eigenen Verirrungen lustig“, so Claire Bretécher

.Ihre ersten Zeichnungen veröffentlichte die am 17. April 1940 in Nantes geborene Bretécher ab den 70er Jahren. Sie wurden unter anderem in der Zeitschrift „Le Nouvel Observateur“ abgedruckt. Insgesamt brachte sie rund 30 Comicalben heraus. „Ich spreche darin eigentlich immer von mir selbst“, erklärte die Tochter aus bürgerlichem Hause. „Meine Figuren machen sich oft über meine eigenen Verirrungen lustig.“

Sie habe es geschafft, ein bestimmten Stil in dem Genre durchzusetzen, schrieb ihr Verlag. Bretécher sei eine der ersten gewesen, die die intellektuelle Pariserin auf die Schippe genommen habe, aber in freundlicher Weise, so der Zeichner Jean-Michel Renault.

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