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Shania Twain trotzt allen Widrigkeiten

Shania Twain

Shania Twain

Foto: ROBERT E. KLEIN

Köln.   Live-Tournee nach dem Stimmverlust: Ihr Comeback-Konzert in der Kölner Arena war längst nicht ausverkauft. Aber Fans zollen Beifall und Respekt

Stimme weg, Mann weg, Produzent weg. Vor zehn Jahren war Shania Twain ziemlich am Ende. „I wasn’t just broken, I was scattered“ („Ich war nicht nur zerbrochen, ich war zerschmettert“) singt sie in „Life’s About To Get Good“. Mit diesem Stück des Albums, das im Herbst 2017 erschien, beginnt am Montag Twains Konzert in der Kölner Arena. 102 Minuten lang demonstriert die zierliche Kanadierin, dass die Krise überwunden ist. Sie lebt hier und jetzt, und das Jetzt gehört ihr.

Mit „Now“ ist nicht nur die erste Twainsche Neuerscheinung nach 15 Jahren Pause betitelt, sondern auch die aktuelle Tour mit über 70 Konzerten. Die erste deutsche Station, München, war nicht ausverkauft. Die zweite, in Köln, auch nicht. Über Zahlen hüllen sich die Veranstalter in gnädiges Schweigen.

Der einstige Megastar liefert genau das ab, was man erwartet. Ein glamouröses Hightech-Spektakel mit wohldosierten „Hautnah“-Einheiten: Ausflüge in die Halle, Kuscheln mit Fans und Posieren für Selfies. Eröffnungen wie die, dass sie – oops! – ihren Ehering im Tourbus vergessen hat (den ihr natürlich jemand nachträgt) sind das Salz in der Konzertsuppe.

Ihre Stimme hat sich verändert, klingt weniger strahlend als einst. Nach einer Borreliose-Infektion war Twain zeitweilig verstummt und musste das, was ihr Kapital war, komplett neu aufbauen. Aber die Fans wissen das, zollen ihr viel Beifall und Respekt.

Leitmotivisch erscheinen auf der Bühne Leopardenmuster. Auf dem Cover von „Now“ posiert Twain im gefleckten Raubtieroutfit. Fünf riesige Würfel dienen als Projektionsflächen und als variable Plateaus für die Sängerin, ihre Tänzer und Musiker. Es gibt viele Kostümwechsel, Balladen (etwa „You’re Still The One“), einen Country-Teil (unter anderem mit „Any Man Of Mine“), zwei Duette mit Support-Sänger Bastian Baker, unverzichtbare Kracher wie „That Don’t Impress Me Much“, viel Material vom neuen Album. Zugaben? Keine. Am Ende verschwindet Lady Leo in der Bühnenbodenversenkung. Arg dürftig nach so viel ambitioniertem Show-Effekt.

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