Bühne

Ratlos in Essen: Jetse Batelaan bei der Ruhrtriennale

„Ein Stück, dem es scheißegal ist, dass sein Titel vage ist“ – Elias De Bruyne mit den Papp-Aufstellern von Willemijn Zevenhuijzen (li.) und Carola Bärtschiger (Mitte).

„Ein Stück, dem es scheißegal ist, dass sein Titel vage ist“ – Elias De Bruyne mit den Papp-Aufstellern von Willemijn Zevenhuijzen (li.) und Carola Bärtschiger (Mitte).

Foto: Jörg Baumann / Handout

Essen.  Der Niederländer Jetse Batelaan bringt für die Ruhrtriennale ein Stück für alle ab 12 auf die Bühne – witzig, aber knapp am Publikum vorbei.

„Weißt du, worum es ging?“ – „Keine Ahnung!“ – „Echt schräg.“ Die Ratlosigkeit der drei Schülerinnen am Mittwochmorgen nach der Premiere von Jetse Batelaans Beitrag zur Ruhrtriennale war nicht gespielt, und spiegelte doch exakt das, was zuvor auf der Bühne passierte: Da standen ein Schüler und zwei Schülerinnen und unterhielten sich über das Theaterstück, das sie gerade mit der Klasse gesehen hatten: Nein, wirklich keine Ahnung, was das sollte!

Der niederländische Autor und Regisseur Batelaan, in diesem Jahr mit dem silbernen Löwen der Biennale von Venedig ausgezeichnet, hat eine ins Absurde weisende Interaktion mit dem Publikum zu seinem Markenzeichen gemacht. Auch in der Produktion „(…..) Ein Stück, dem es scheißegal ist, dass sein Titel vage ist“ im Maschinenhaus der Zeche Carl gibt es jenen Moment am Ende, in dem die drei Akteure sich ganz auf die Seite ihres jungen Publikums schlagen, sich in die erste Reihe setzen und auf die leere Bühne schauen. – „Ach, ihr schaut! Da schauen wir mit!“

Rascher Wechsel von Licht, Stimmen und Outfits

Dazwischen, im Inneren dieser Klammer des Ich-sehe-was-du-gesehen-hast-Spiels, stellt das Stück die Identitätsfrage. Immer wieder wird die Bühne dunkel, wechseln die Schauspieler (Carola Bärtschiger, Willemijn Zehenhuijzen, Elias De Bruyne) ihr Outfit oder werden gar zu Papp-Aufstellern ihrer selbst. Nennen den roten Trainingsanzug grün und den brauen Rucksack rosa, so lange, bis es stimmt. Auch die Stimmen der Figuren wechseln, kommen vom Band, werden zum halligen Rap (die Ton-Performances stammen von Le Trucs).

Eine überaus witzige Reflektion, durchaus, nur offenbar am Zielpublikum vorbei: Die Gesichter der anwesenden Ab-12-Jährigen zeigten die meisten der 75 Spielminuten eine gelangweilte Verständnislosigkeit, die selbst das ödeste Handy-Game nicht hervorzurufen vermag.

Termine: 19., 20.9. 11 & 18 Uhr, 21.9. 18 Uhr, 22., 27. 9. 11 &18 Uhr, 28.9. 18 Uhr. Infos: ruhr3.com/batelaan

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