Krimi

RAF-Terror und Blutspuren am schönen Tegernsee

Das Idyll am Tegernsee kann trügerisch sein...

Das Idyll am Tegernsee kann trügerisch sein...

Foto: Sven Hoppe / dpa

Der frühpensionierte LKA-Ermittler Max Quercher begibt sich zum fünften Mal auf die Suche nach der Wahrheit hinter dem dem glänzenden Schein.

Wenn man die nunmehr fünf Quercher-Romane von Martin Calsow Revue passieren lässt, so wird man um die Feststellung nicht umhinkommen, dass die Handlung dem Helden mit jedem Fall mehr zusetzt, körperlich wie seelisch. Krimi-technisch hat das den Vorteil, dass die Spannung mit jedem Mal steigt – serien-technisch hat es den Nachteil, irgendwann nicht mehr steigerbar zu sein.

In „Quercher und der Blutfall“ wird der pensionierte Ermittler des bayrischen Landeskriminalamts von seiner Freundin auf einen alten RAF-Mord in ihrem Freundeskreis angesetzt, bei dem in den 80er-Jarhen ein führender Atom-Manager erschossen wurde. Doch bevor Quercher so richtig in den Fall eingetaucht ist, stoppen ihn Witwe und Sohn des Erschossenen auch schon wieder. Das macht einen echten Aufklärer wie diesen kantigen Grantler selbstverständlich erst recht neugierig.

Sacht anlaufender Fall dreht zu Turbo-Thriller auf

Mindestens so gut wie die haarsträubend plausible Blutspur zu dem alten Fall ist allerdings das Romanpersonal, mit dem Calsow seinen Quercher umgibt: Lauter Typen mit klaren, aber individuellen Konturen, von der linken Anwältin mit einschlägigen Kontakten über den 71-jährigen Lebemann mit kreuzschädigendem Sportwagen, roten Hosen und der dazu passenden Geliebten bis hin zu Querchers väterlichem Freund und Förderer Pollinger, ebenfalls ein LKA-Pensionär, dessen Weste allerdings, wie sich herausstellen wird, auch nicht völlig frei von dunklen Flecken ist.

Dazu ironisch-satirische Randbemerkungen über Fußballspieler sowie andere Neureiche und „Schadmünchner“, die immer mehr die von Quercher so geschätzte, fast unerreicht schöne Gegend rund um den Tegernsee bevölkern. Und am Ende dreht dieser eher sacht anlaufende Fall zu einem echte Turbo-Thriller mit einem Hang zu Splatter-Todesarten und großem Action-Kino auf. Da hat man dann auch die ärgerlichen Nachlässigkeiten des Lektorats vom Anfang schon vergessen.

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