Traumzeit-Festival

Organisatoren freuen sich auf perfekte Traumzeit am Hochofen

Zeichnen für das Traumzeit-Festival in Duisburg verantwortlich: Marcus Kalbitzer (li.), künstlerischer Leiter, und Frank Jebavy, Festivalleiter.

Zeichnen für das Traumzeit-Festival in Duisburg verantwortlich: Marcus Kalbitzer (li.), künstlerischer Leiter, und Frank Jebavy, Festivalleiter.

Foto: Veit Ellerbrock

Duisburg.   Im NRZ-Interview berichten Festivalleiter Jebavy und Booker Kalbitzer, wie sie an Stars kommen. Und warum die Traumzeit nicht größer werden soll.

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Faber, Mogwai, Slowdive, The Jesus And Mary Chain: Noch nie war das Line-Up beim Traumzeit-Festival im Landschaftspark Duisburg-Nord so fett wie in diesem Jahr. Kenner der (alternativen) Rock- und Popszene schnalzen angesichts des musikalischen Programms mit der Zunge, auf der anderen Seite befürchten einige schon den Ausverkauf des Happenings.

Davon kann allerdings keine Rede sein, betonen Festivalleiter Frank Jebavy und Szenekenner Marcus Kalbitzer, der für die künstlerische Beratung und das Booking verantwortlich zeichnet.

NRZ: Frank Jebavy, Marcus Kalbitzer, das Traumzeit-Festival wird immer größer und bedeutender, zumindest was das Line-Up mit Acts wie Mogwai, Faber oder The Jesus And Mary Chain angeht. Wie kommen solche internationalen Stars nach Duisburg?

Frank Jebavy: Das haben wir zwei Umständen zu verdanken: Erstens haben wir uns in den letzten Jahren ein gewisses Standing erarbeitet. Wir sind zwar deutschlandweit und vor allem international noch sehr klein und eher ein Geheimtipp, aber die Managements und Agenturen haben uns schon auf dem Zettel. Zweitens ist Marcus durch seine Tätigkeit mit seiner eigenen Agentur, der Kulturzentrale, in der Musikbranche sehr gut vernetzt.

In wie fern dient der Landschaftspark als Zugpferd für etwas bekanntere Acts?

Marcus Kalbitzer: Natürlich ist dieses einzigartige Gelände und die Kulisse, vor der die Bands auftreten, ein Türöffner. Viele Künstler, die hier spielen, steigen aus ihren Fahrzeugen aus und fragen sich, wo sie gelandet sind. Ein Hüttenwerk haben sie noch nie in ihrem Leben gesehen. Dennoch müssen wir ehrlich sein und sagen: Auf dem riesigen europäischen Festivalmarkt, der in den letzten Jahren regelrecht explodiert ist, sind wir immer noch so ein kleiner Player, der nicht in der Lage ist, die Gagen der Megafestivals mit ihren Megastars zu bezahlen.

Wie beim Haldern Pop treten auch bei der Traumzeit oft Bands auf, die zunächst nur Insidern bekannt sind und dann später durch die Decke gehen. Wo findet Ihr die?

Kalbitzer: Überall – auf Konzerten, im Netz, durch Gespräche mit Agenturen und permanente Beschäftigung mit Musik. Frank und ich fahren jedes Jahr zum Eurosonic-Festival nach Groningen. Das ist so eine Art Klassentreffen der alternativen Musikszene. Hier gibt es immer wieder interessante Bands zu entdecken, die wir dann für die Traumzeit buchen. Außerdem bin ich seit 20 Jahren als Booker tätig.

Da erarbeitet man sich etliche Kontakte und pflegt intensive Beziehungen zum Live-Musik-Business.

Wie wichtig ist es, sehr früh zu sein – wie zum Beispiel im letzten Jahr bei Alice Merton, die gerade mit ihrem Hit „No Roots“ die Charts stürmte?

Jebavy: Für etwas größere Acts, die noch in unseren Rahmen passen, ist das ganz wichtig. Bevor der Festivalkalender dieser Künstler voll ist, muss man da am Start sein. Wir schauen aber, wie beim Eurosonic, gerne rüber nach Holland, was bei Festivals wie dem „Best Kept Secret“ oder „Down The Rabbit Hole“ läuft. Aber manchmal muss man auch pokern.

Kalbitzer: Bei Alice Merton war es so: Die haben wir erst 14 Tage vor dem Termin gebucht. Das war so ein Ding: Wenn wir es machen, dann jetzt, bevor das durch die Decke geht! Die Gage war okay und wir hatten mit ihr einen der Hits des Jahres auf der Bühne.

Soll die Traumzeit eigentlich noch größer werden oder hat das Festival seine natürliche Grenze erreicht?

Jebavy: Wir freuen uns natürlich darüber, dass das Programm so gut angenommen wird, aber wir wollen uns auch diesen besonderen Charakter des relativ kleinen Events bewahren. Im letzten Jahr waren wir an einem Tag ausverkauft, jetzt wird es wohl an allen drei Tagen so sein. Vor allem werden viel mehr Festivaltickets gekauft, das sind inzwischen mehr als 70 Prozent. Früher waren es 20 Prozent und die Leute haben eher darauf gewartet, wer der Hauptact wird. Heute läuft der Vorverkauf sofort gut an, wenn wir im Dezember die ersten Acts bekannt geben.

Auf der Talent-Stage hoffen wieder lokale Bands darauf, dass sie entdeckt werden. Wer hat denn aus Duisburg schon den Sprung in die große, weite Welt des Musikbiz geschafft?

Kalbitzer: 2014 hatten wir zum Beispiel AnnenMayKantereit auf der Gasometer-Bühne, das war zu der Zeit der Gratisbereich. Die sind kurz danach steil gegangen.

Line-UP fürs Traumzeit-festival ist komplett

Das Line-Up fürs Traumzeit-Festival (22.-24. Juni) steht! Am Sonntag wird die Münchner Band „Jamaram“ auf der Bühne stehen, Stand jetzt auf dem Cowperplatz. Die achtköpfige Band ist ein Stimmungsgarant, setzt auf Entertainmemt – mit einem Mix aus Reggae, HipHop und Salsa.

Alle weiteren Infos unter: www.traumzeit-festival.de. Dort sind auch noch Tickets (fürs gesamte Festival sowie für die einzelnen Tage) erhältlich.

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