Theater

Paul Koek inszeniert Hesses „Steppenwolf“ in Bochum

„Der Steppenwolf“ nach dem Roman von Hermann Hesse in der  Regie  von  Paul Koek. Kammerspiele Bochum.

Foto: Thomas Aurin

„Der Steppenwolf“ nach dem Roman von Hermann Hesse in der Regie von Paul Koek. Kammerspiele Bochum. Foto: Thomas Aurin

Bochum.   Die wundersame Reise des Harry Haller sorgt in den Bochumer Kammerspielen für Furore: Regisseur Paul Koek formt aus Hermann Hesses „Steppenwolf“ ein exquisites Stück Musiktheater – halb Märchen, halb Seelenschau und technisch auf neuestem Stand.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Die wundersame Reise des Harry Haller sorgt in den Bochumer Kammerspielen für Furore: Regisseur Paul Koek formt aus Hermann Hesses „Steppenwolf“ ein exquisites Stück Musiktheater – halb Märchen, halb Seelenschau und technisch auf neuestem Stand.

Hesses „Steppenwolf“ ist ein Klassiker und ein bis heute beeindruckendes Experiment. Die Frage, wieviel Harry Haller und wieviel Ekel vor der Welt in jedem von uns stecken, treibt die Leser auch 90 Jahre nach seinem Erscheinen um. Sind wir dem Kleinbürgertum und der „fetten, gedeihlichen Zucht von Mittelmäßigem“ nicht alle hilflos ausgeliefert?

Sein schier wölfischer Hunger nach Veränderung treibt Haller schließlich ins „Magische Theater“, einem mysteriösen Ort, in dem die Grenzen zwischen Realität und Fiktion verwischen. Merke: „Eintritt nicht für jedermann!“

In den Bochumer Kammerspielen kreisen Musik und Videos um Hesses „Steppenwolf“

Nach „Candide“ und dem „Moby-Dick“-Konzert schafft es Paul Koek erneut, einen Abend mit ganz eigener Handschrift zu entwickeln. Wie er seine Vorlagen relativ rigoros in kunstvolles, beinahe surreales Musikschauspiel verwandelt, verblüfft jedes Mal aufs Neue.

Diesmal an seiner Seite: der Musiker und Videokünstler Jeroen Hofs (alias Eboman). Auf der rechten Bühnenseite begleitet er das Geschehen an Computern und diversen Instrumenten und entlockt ihnen zauberhafte Klänge, Rhythmen und Bilder. Da verwandelt sich das Klirren zweier Gläser zu Endlos-Loops, da wird mit Videoschnipseln gespielt und getrickst.

Bühnenzauber in Paul Koeks Blick auf den Welterfolg von Hermann Hesse

Beeindruckend ist der Bühnenzauber vor allem beim Finale im „Magischen Theater“, wenn die Darsteller wie von Zauberhand von einer 3D-Kamera eingefangen und auf das recht karg gehaltene Bühnenbild von Dorothee Curio gebeamt werden.

Nur sechs Schauspieler schlüpfen in die verschiedenen Rollen. In die schwere Figur des Harry Haller steigt Roland Riebeling mit Verve ein. Obwohl einige Jahre zu jung für die Rolle, verkörpert er den innerlich zerrissenen Helden so kraftvoll wie unerschrocken. Therese Dörr gibt ihrer Hermine eine verführerische Note, auch Marco Massafra und die wandelbare Raphaela Möst reihen sich ein ins lustvoll und mit viel Komik aufspielende Ensemble. Großer Jubel.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik