KUNST

NRW-Museen zeigen 2019 Ausstellungen zu religiösen Themen

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„Amsterdam Machsor“: Das jüdische Gebetbuch aus dem 13. Jahrhundert ist erstmals seit 50 Jahren wieder in Köln zu sehen.

„Amsterdam Machsor“: Das jüdische Gebetbuch aus dem 13. Jahrhundert ist erstmals seit 50 Jahren wieder in Köln zu sehen.

Foto: Handout

EsseN/DÜSSELDORF.   Heilige Schriften, sakrale Kunst und krude Theorien beschäftigen im Jahr 2019 Museen in Nordrhein-Westfalen. Eine Auswahl neuer Ausstellungen.

Ausstellungshäuser wie das Wallraf-Richartz-Museum in Köln, die Ludwiggalerie in Oberhausen und das Landesmuseum für Klosterkultur in Lichtenau-Dalheim zeigen Ausstellungen zu religiösen Themen. Dabei geht es etwa um die Kunstsammlung der Jesuiten, die sieben Todsünden und die Großmutter von Jesus Christus.

Auftakt in der Ludwiggalerie Oberhausen

Den Auftakt macht am 10. Februar die Ausstellung „Anna lehrt Maria das Lesen - Zum Annenkult um 1500“ im Kleinen Schloss der Ludwiggalerie Oberhausen. Die Schau präsentiert bis zum 12. Mai die französische Steinskulptur „Die Unterweisung Mariens“ aus der Mitte des 15. Jahrhunderts, die zeigt, wie Anna ihre kleine Tochter Maria, die Mutter Jesu, im Lesen unterweist. Diese Bildthematik habe sich im Kontext der Annenverehrung entwickelt und im Barock an Popularität gewonnen, hieß es. Die Ausstellung zeigt auch weitere Bildmotive aus der Annenverehrung, die bis ins 19. Jahrhundert anhielt, sowie Darstellungen des späteren Lebens von Maria.

Bilder von Kaplan in Neuss

Im Rahmen der jüdischen Kulturtage zeigt das Clemens Sels Museum in Neuss vom 2. bis 22. April 26 Bilder des russisch-jüdischen Künstlers Anatoli L. Kaplan (1902-1980). Die Farblithografien aus der Sammlung von Tanya Rubinstein-Horowitz stammen aus dem Malerbuch „Der behexte Schneider“ zur Geschichte von Scholem Alejchem (1859-1916), der als einer der Gründerväter der jiddischen Literatur gilt.

Projekt in Rheine blickt auf die „Todsünden“

Am 3. Mai startet im Kloster Bentlage im münsterländischen Rheine das Ausstellungsprojekt „Saligia/Sieben“, das sich mit den sieben Todsünden als künstlerischem Motiv beschäftigt. Die Wanderausstellung mit Werken von sieben Künstlern wird auf sieben PKW-Anhängern durch Westfalen reisen und soll unter anderem auch in Saerbeck und Herne gezeigt werden.

Meisterzeichnungen in Köln

Das Kölner Wallraf-Richartz-Museum widmet sich vom 24. Mai an erstmals den Meisterzeichnungen aus seiner Jesuitensammlung, die in den 1880er Jahren als Dauerleihgabe in das Ausstellungshaus kam. Anhand von 90 Zeichnungen will die Schau „Wir - Glauben - Kunst“ bis zum 18. August den besonderen Charakter der Sammlung ergründen. Dabei gehe es etwa um die Fragen, nach welchen Kriterien der Orden sammelte und wo er seine Zeichnungsbestände kaufte. Daneben geht die Schau der eigenen Bildtheologie der Jesuiten nach.

Wallraf-Richartz-Museum mit Gebetbuch

Im Herbst dann zeigt das Wallraf-Richartz-Museum den kostbaren „Amsterdam Machsor“. Das jüdische Gebetbuch aus dem 13. Jahrhundert wird erstmals seit 50 Jahren wieder in Köln zu sehen sein. Die Schau „Der Amsterdam Machsor - Ein Schatz kehrt heim“ präsentiert vom 13. September bis 12. Januar die reich verzierte Handschrift, die ein Einzelstück ist und zu den ältesten noch erhaltenen hebräischen illuminierten Manuskripten im deutschsprachigen Raum gehört. Der Landschaftsverband Rheinland (LVR) erwarb sie 2017 zusammen mit dem Jüdischen Historischen Museum Amsterdam.

Im Wallraf-Richartz-Museum werde das Buch im Fenstersaal mit Blick auf den künftigen Standort des MiQua, des Jüdischen Museums im Archäologischen Quartier, präsentiert, hieß es. Damit kehre die Schrift ganz nah an jene mittelalterliche Synagoge zurück, in der sie vor über 700 Jahren erstmals verlesen wurde. Auf insgesamt 331 Pergamentseiten enthält der „Amsterdam Machsor“ den spezifischen Kölner Ritus mit Gebeten und liturgischen Gedichten.

Verschwörungstheorien in Lichtenau-Dalheim

Mit Verschwörungstheorien beschäftigt sich das Landesmuseum für Klosterkultur in Lichtenau-Dalheim vom 18. Mai bis 22. März 2020. Die Sonderschau fragt nach der Entstehung, Funktion und Wirkungskraft von Verschwörungstheorien in Gesellschaften, politischen Systemen und Religionen. Es geht unter anderem um Theorien zur Mondlandung, den Freimaurern und sogenannten „Chemtrails“ am Himmel.

Notkirche im Freilichtmuseum

Im Freilichtmuseum Kommern wird am 21. Juli die Notkirche aus Overath eröffnet. Die sogenannte Diasporakapelle entwarf der Architekt Otto Bartning nach dem Zweiten Weltkrieg vor allem für die Flüchtlinge evangelischen Glaubens aus den besetzten Gebieten in Osten, die in den Rheinisch-Bergischen Kreis kamen. Die Notkirche wurde 2017 in Overath abgebaut und ins Freilichtmuseum in Kommern versetzt, wo sie nach und nach wieder aufgebaut wurde.

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