Album What’s My Name

Ringo Starr – Neues vom Li-La-Launebär

Ringo Starr hat mal wieder seine Freunde um sich versammelt..

Ringo Starr hat mal wieder seine Freunde um sich versammelt..

Foto: Mario Anzuoni / Reuters

An Rhein und Ruhr.  „What’s My Name“ ist ein typisches Ringo-Starr-Album geworden. Immer ein bisschen rumpelnd, aber durchaus mit charmanten Momenten.

Einen derart niedlichen, grundoptimistischen Satz kann nur einer wie Ringo Starr rauslassen: „Ich habe das Gefühl“, konstatiert der ehemalige Beatles-Drummer über seine Karriere und sein Leben, „dass die Sonne auf meiner Seite ist.“ Dieses glückliche Li-La-Launebär-Karma hat er ja irgendwie immer gehabt. Trotz seiner Alkoholprobleme in den 80ern. Und derlei beschwingte Grundstimmung findet sich auch auf jedem seiner Studioalben wieder, die er bisher unter eigenem Namen veröffentlicht hat. Selbst wenn’s mal eine Spur emotionaler wird – bei Ringo Starr geht irgendwann immer die Sonne auf. „What’s My Name“ (Universal Music), das Studioalbum Nummer 20, macht da keine Ausnahme.

Lange Liste der prominenten Gäste

Vielleicht liegt’s auch daran, dass er so viele langjährige Freunde hat, die mit ihm Musik machen? Diesmal ist die Liste ausgesprochen lang ausgefallen. Sein Schwager und Blutsbruder Joe Walsh – quasi ja schon Stammpersonal – eröffnet das Album mit ruppig-rockigem Radau („Gotta Get Up To Get Down“). Der

großartige Nathan East bediente die meisten Bassspuren. Mit dem Ex-Eurythmics-Chef Dave Stewart spielte Ringo den schmissigen Country-Rocker „It’s Not Love That You Want“ ein. „Toto“-Gitarrist Steve Lukather soliert sich in typischer Manier auf „Magic“ die Seele aus dem Leib. Colin Hay („Men At Work“) komponierte den Titelsong des Albums. Man könnte die Liste der so prominenten wie kompetenten Gäste fortsetzen.

Aber es ist eben auch eine typische Starr-Produktion geworden, weil der gewählte Session-Charakter – eingespielt wurde alles in Ringos Eigenheim-Studio „Roccabella West“ – immer auch eine gewisse Unfertigkeit mit sich bringt. Das rumpelt und scheppert ordentlich (keineswegs nur, weil Ringo trommelt). Die Schlüsse sind mitunter ein Fiasko. Der Ex-Beatle ist bekanntermaßen alles andere als ein guter Sänger. Alles läuft ab nach dem Motto „Habt Spaß, und auf Wiedersehen in der Coda...“ Aber das besitzt natürlich auch einen gewissen Charme.

Von McCartney hört man nichts

Am meisten gespannt durfte man sein auf das Album-Gastspiel von Paul McCartney. Ringo hatte sich entschlossen, den John-Lennon-Song „Grow Old With Me“ einzuspielen und seinen ehemaligen Beatles-Kollegen mit ins Boot zu holen. Doch wie sich Ringo durch den Song knödelt, ist mindestens gewöhnungsbedürftig – und von McCartney, der angeblich Bass spielte und mitsang hört man, ehrlich gesagt, stimmlich gar nichts. So gerät dieses Herzstück des Albums zu einer sonderbaren Angelegenheit.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben