Neues Album

North Mississippi Allstars“: Bluesige Grüße aus dem Süden

Die „North Mississippi Allstars“: Chris Chew, Luther Dickinson und Cody Dickinson . Foto: Jason Thrasher

Die „North Mississippi Allstars“: Chris Chew, Luther Dickinson und Cody Dickinson . Foto: Jason Thrasher

Foto: Jason Thrasher

Essen.  Mehrfach für den Grammy nominiert und immer noch Geheimtipp: Die „North Mississippi Allstars“ haben ein neues Jam-Album vorgelegt.

Das schwarz-weiß gehaltene Coverfoto lässt wenig Zweifel, welche Musik den Hörer erwartet:Staubiger Straßenkreuzer parkt vor einem geduckten Schuppen, ein paar Leute sitzen gelangweilt davor. Typische Südstaatenszene. Nach bluesgrundierten Grüßen aus dem Süden klingt folglich, was die „North Mississippi Allstars“ auf ihrem mit etlichen Gästen gespickten Album „Up And Rolling“ (New West Records) auftischen.

Die von den Gebrüdern Luther und Cody Dickinson angeführte Truppe hat in der Branche einen ziemlich guten Ruf; schon dreimal wurde sie für einen Grammy nominiert. Ihr zehntes Studioalbum ist inspiriert von Bildern, die der Fotograf Wyatt McSpadden für eine Dokumentation der Country-Bluesszene dieser Region zusammenstellte.

Mavis Staples erschien zur Session

Insofern ist es eine Verbeugung der Dickinson-Brüder vor ihren Idolen. Bei der knackigen Aufbereitung des „Staple Singers“-Gospels „What You Gonna Do“ stand sogar Mavis Staples höchstselbst mit am Mikrofon.

Ob die aktuelle Produktion in Sachen Grammy wieder so einschlägt, wird sich zeigen. Denn sie hat durchaus nervige Phasen – beispielsweise die schrecklich zusammengetackerten Harmonien von „Drunk Outdoors“ oder die quälend-fiebrige Flöte beim Opener „Call That Gone“.

Handgemacht, wild und groovend wie die Hölle

Das Lob freilich überwiegt. Denn was das Kollektiv angelehnt an Southern Rock, Gospel und Blues im heimischen Studio „Zebra Ranch“ aufnahm, ist in weiten Teilen das Dokument einer Jam-Session von Brüdern im Geiste: handgemacht, wild, spielfreudig und mitunter groovend wie die Hölle – man lausche nur „Out On The Road“.

Bei diesem Ansatz verwundert es nicht, dass die Gitarristen dann auch mal über einen einzigen Akkord („Mean Old World“) gniedeln dürfen, ohne dass einer der Beteiligten auf die Uhr gucken würden – und es ist trotzdem ziemlich unterhaltsam.

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