World Club Dome

Nervo: Deshalb müssen Frauen in der DJ-Szene härter arbeiten als Männer

Düsseldorf.  Die Zwillinge Miriam und Olivia Nervo aus Australien sind seit Jahren die beliebtesten DJanes der Welt. Im Interview verraten sie, was sie in Deutschland lieben.

Noch bevor die Tür aufschwingt, ist bereits fröhliches Geplapper und lautes Lachen zu hören. Wenn Olivia und Miriam Nervo auftauchen, steigt nicht nur der Lärmpegel. Die gute Laune der Australierinnen überträgt sich automatisch auf ihr Umfeld – backstage als auch auf der Bühne.

Diese positive Einstellung gepaart mit ihrem außergewöhnlichen Talent als DJanes und Musik-Produzentinnen ist der Grund, warum die 31-jährigen Zwillinge weltweit die Fans elektronischer Musik begeistern. So sind sie seit einigen Jahren die am höchsten platzierten Frauen in den Top 100 des DJ Mag – aktuell landeten sie auf Platz 27. Vor ihrem umjubelten Auftritt bei der Winter-Edition des World Club Dome in Düsseldorf nahmen sich Nervo ein paar Minuten Zeit für ein kurzes Gespräch:

Ihr seid erneut die bestplatziertesten Frauen in der Leser-Wahl des DJ-Mags. Was bedeutet das für Euch?

Olivia Nervo: „Wir haben keine Ahnung, wie diese Wahl funktioniert. Für uns geht es rauf und runter in dem Ranking. Aber wir sind sehr dankbar für die dauerhafte Platzierung, da es sehr wichtig war für unsere Karriere. Und wir freuen uns, dass immer mehr Mädchen in der DJ-Szene den Einstieg schaffen.“

Müsst ihr härter arbeiten als männliche DJs, um in dieser von Männern dominierten Szene Akzeptanz und Respekt zu erlangen?

Miriam Nervo: „Viele weibliche DJanes legten ihren Fokus nicht genug auf die Musik. Dadurch gerieten die Frauen etwas in Verruf. Deshalb mussten wir härter an unserer Glaubwürdigkeit arbeiten.“

Was ist das Geheimnis Eures Erfolgs?

Miriam Nervo: „Es ist unser großes Glück, dass es zwei von uns gibt. Wir haben eine gemeinsame E-Mail-Adresse und teilen sonst auch alles miteinander – bis auf unsere festen Freunde.“ (lacht)

Olivia Nervo: „Wir arbeiten schon so lange zusammen und haben einen richtig guten Lauf. Alleine könnten wir uns das überhaupt nicht vorstellen.“

Das Leben als DJ und Produzent ist durch das Reisen über fünf Kontinente sehr stressig. Was denkt Ihr über die Auszeit vom Tour-Leben, die Hardwell genommen hat:

Olivia Nervo: „Gut für ihn, Er war so lange an der Spitze und hat alles erreicht. Jetzt soll er einfach eine Pause machen und die Zeit genießen.“

Im nächsten Jahr wollt ihr auch etwas auf die Bremse treten?

Miriam Nervo: „Ja, aber das machen wir jedes Jahr von Mitte Februar bis Mitte März. Es ist gut einmal runterzufahren. Wir können unsere Musik nicht auf Tour produzieren, wo wir mit ständig mit einem Jetlag kämpfen. Wir müssen innehalten und verbringen viele Stunden im Studio.“

Ihr habt für Stars wie Ke$ha, Pussycat Dolls, David Guetta, Avicii und Armin van Buuren Songs geschrieben und sogar einen Grammy gewonnen - wie wichtig ist es für Euch selbst Musik zu produzieren?

Olivia Nervo: „Wir kommen ja ursprünglich vom Songwriting. Deshalb lieben wir es Musik auf der Bühne zu spielen, die wir selbst produziert haben.“

Zu Euren liebsten Hobbys zählt leckeres Essen in Restaurants – dazu googelt ihr auf der Anreise nach den besten Restaurants. Seid ihr in Düsseldorf fündig geworden?

Olivia Nervo: „Leider bisher noch nicht. Wir haben schon unseren Fahrer gefragt, aber der kam leider aus Frankfurt. Was sollten wir denn für Deutschland Typisches essen?"

Wie wäre es mit Schnitzel?

Miriam Nervo: „Oh ja, wir lieben Schnitzel – das wird eines Tages meiner Henkersmahlzeit.“

Nervo live beim Festival Tomorrowland in Belgien

Hier geht es zu dem Nervo-Auftritt.

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