Virtuelles Festival

Tomorrowland Digital Festival: Die Pläne zur Party-Zukunft

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Essen/Boom.  Tomorrowland-Sprecherin Debby Wilmsen verrät im Interview viele Details aus den innovativen Plänen für das spektakuläre 3D-Festival im Juli.

Der Festival-Sommer 2020 ist vorbei, bevor er überhaupt angefangen hat. Alle Groß-Veranstaltungen sind wegen der Corona-Pandemie abgesagt. Trotzdem gibt es Pläne für ein besonderes Musik-Wochenende: „Tomorrowland Around the World“ wird am 25. und 26. Juli das wohl größte 3D-Festival des Sommers – die belgischen Veranstalter hoffen auf mehr als eine Million Teilnehmer aus aller Herren Länder.

Im Interview stellt Tomorrowland-Sprecherin Debby Wilmsen die konkreten Pläne für das interaktive Unterhaltungserlebnis vor, verrät technische Details und einige Überraschungen.

Was können die Teilnehmer von „Tomorrowland Around the World“ erwarten?

Debby Wilmsen: „Auf der digitalen Plattform gibt es acht Bühnen in einem 3D-Design – etwa die bekannten Stages Atmosphere, Freedom Stage, Elixir und Core. Es gibt aber auch drei neue Bühnen, die so noch nie während des bisherigen Tomorrowland-Events im Freizeitpark de Schorre gestanden haben. Man kann sich durch die Festival-Area zu den einzelnen Bühnen bewegen. Dort feiert jeweils auch ein virtuelles Publikum, das man reden, singen und jubeln hört.“

Tomorrowland 2020 hofft auf mehr als eine Million Besucher

Wie sieht es mit der Mainstage aus, die jedes Jahr das imposante Prunkstück des Festivals ist?

Debby Wilmsen: „Die Mainstage ist bereits designt und eine besondere Überraschung für die Teilnehmer. Es ist die Mainstage, die im nächsten Jahr bei dem realen Festival in Boom aufgebaut wird.“

Wo befinden sich die DJs während ihrer Live-Auftritte?

Debby Wilmsen: „Sie befinden sich in einem „Green Key Studio“ – ähnlich wie bei einem Wetter-Moderator im Fernsehen – und werden dann in die 3D-Umgebung eingefügt. Zudem wird es Licht-Effekte und Feuerwerk geben.“

Mit wie vielen Teilnehmern rechnet ihr nach der ersten Resonanz bei dem Festival – werden es mehr als eine Million?

Debby Wilmsen: „Wir haben keine Ahnung, weil wir so etwas zum ersten Mal machen. Mit einem Ticket erhält man Zutritt zu unserer digitalen Plattform. Allerdings rechnen wir damit, dass es viele kleine Tomorrowland-Partys geben wird, wo sich Freunde im kleinen maximal erlaubten Kreis treffen und gemeinsam die Live-Auftritte verfolgen.“

Gibt es eine Grenze bei der Teilnehmer-Zahl?

Debby Wilmsen: „Nein, da die Leute ihren eigenen Provider für den Zugang zu dem Festival nutzen und nicht auf einem speziellen Server landen.“

Viele Livestreams von DJs oder Festival-Veranstalter wurden in den letzten Wochen umsonst im Internet übertragen. Bei Tomorrowland kostet die Teilnahme Geld (Vorverkaufsstart ist am 18. Juni). Das hat einige Leute verwundert. Warum ist das Festival den Eintritt wert?

Debby Wilmsen: „Das Ticket kostet nur 20 Euro für das gesamte Wochenende, ein Tages-Ticket 12,50 Euro. Dafür bieten wir am Samstag und Sonntag jeweils zehn Stunden Musik und Unterhaltung auf mehreren Bühnen. Und wir haben große Namen aus der DJ-Szene gebucht – das Line up wird am 15. Juni verkündet. Die DJs werden übrigens für ihre Performances ganz normal gebucht und bezahlt.

"Das ist auch ein großes finanzielles Investment für Tomorrowland"

Das Konzept des 3D-Festivals klingt sehr aufwendig…

Debby Wilmsen: Mit dem digitalen Festival kreieren wir etwas völlig Neues – eine virtuelle Landschaft, wie sie noch keiner vorher gesehen hat. Sie besteht aus 3D-Animation sowie Video- und Gaming-Elementen. Das ist nicht vergleichbar mit den Livestreams und Konzerten, die man bisher im Internet gesehen hat. Das ist auch ein großes finanzielles Investment für Tomorrowland.“

Wie hart hat die Absage von Tomorrowland 2020 in Boom das Veranstalter-Team getroffen?

Debby Wilmsen: „Wir arbeiten mit rund 100 Leuten das ganze Jahr über an der Vorbereitung und Umsetzung des Festivals. Dazu kommen viele Freiberufler und Zulieferer, denen die Festival-Aufträge komplett weggefallen sind. Das ist wirklich schrecklich für die gesamte Branche. Durch das virtuelle Festival arbeiten unser Team und einige Freiberufler jetzt zumindest an einem neuen Projekt.

Das Festival ist mit sonst 400.000 Besuchern an zwei Wochenenden ein enormer Wirtschaftsfaktor für Belgien…“

Debby Wilmsen: „Der Umsatz durch Tomorrowland für die flämische Wirtschaft lag im Jahr 2019 bei 228 Millionen Euro. Darin sind die Einnahmen aus dem Festival enthalten, aber auch das Geld, was die Besucher außerhalb des Geländes als Touristen etwa in Hotels oder Restaurants ausgegeben haben.“

Digitales Festival soll Musik-Fans weltweit miteinander verbinden

Wie ist die Idee zu "Tomorrowland Around the World" entstanden?

Debby Wilmsen: „Wir haben in diesem Jahr kein Sommer-Festival in Belgien, kein Winter-Festival in Frankreich und keine Residence auf Ibiza, wo unsere Gemeinschaft zusammenkommen kann. Deshalb haben wir unsere „United Through Music“-Livestreams gestartet. Und weil das so gut angekommen ist, wollten wir etwas kreieren, bei dem die Fans von Tomorrowland sich miteinander verbinden können, ohne zu reisen. In vielen Ländern gibt es ja noch Ausgangsbeschränkungen wegen des Coronavirus.“

Erstmals können auch Tomorrowland-Fans an dem Festival teilnehmen, die noch jünger als 18 Jahre sind. Wird es ein Festival für die ganze Familie?

Debby Wilmsen: „Jeder kann dabei sein, egal wie alt er oder sie ist oder aus welchem Land sie stammen. Das ist der große Unterschied zu dem realen Festival. Es wird eine neue Festival-Erfahrung in den eigenen vier Wänden.

Tickets für Tomorrowland 2020 wurden auf 2021 übertragen

Wie können sich Tomorrowland-Fans am besten auf das Festival vorbereiten?

Debby Wilmsen: „Sie können zuhause ihre eigenen Stil kreieren, sich eine Fahne an die Wand hängen und das Wohnzimmer dekorieren. Am besten organisieren sich einen möglichst großen Bildschirm mit einem guten Sound.“

Die Tickets für das längst ausverkaufte reguläre Festival Tomorrowland 2020 sind komplett auf das Jahr 2021 übertragen worden. Wie groß ist die Hoffnung, dass es im nächsten Jahr wieder ein reguläres Event ohne Einschränkungen durch den Coronavirus gibt?

Debby Wilmsen: „Wir denken jetzt von Tag zu Tag und haben wirklich keine Ahnung, wie es in den kommenden Monaten aussehen wird.“

Ist das digitale Tomorrowland womöglich ein erster Schritt in eine neue Art von Festivals, die es in der Zukunft häufiger geben wird?

Debby Wilmsen: „Es ist jedenfalls sehr interessant für Menschen, die sonst keine Möglichkeit hätten, zu dem realen Festival zu reisen oder die keine Tickets bekommen haben. So ein digitales Festival bietet eine Menge Möglichkeiten für uns, die Musik und auch die DJs.“

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