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DJ Moguai kündigt Eskalation in Parookaville an

Foto: Mika Ceron

Weeze.  Für Moguai trifft das Festival Parookaville in Weeze den Zeitgeist. Im Interview verrät der DJ, wie er das Line up für seine Bühne zusammengestellt hat und welchen Act er den Bürgern besonders empfiehlt.

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Hallo Moguai, wenige Tage vor Parookaville erreichen wir Dich via Handy in Los Angeles. Was machst Du da?

Moguai: Ich arbeite hier häufig mit Sängern und Songwritern zusammen und gehe auf US-Tour. Deshalb habe ich hier mittlerweile meinen zweiten Wohnsitz. Ich werde dann von L.A. über Frankfurt und Düsseldorf direkt nach Parookaville durchstarten.

Du bist zum zweiten Mal bei Parookaville. Was gefällt Dir an dem Festival?

Moguai: Organisator Bernd Dicks erzählte mir vor zwei Jahren auf dem Tomorrowland-Festival von seiner Vorstellung eine eigene Stadt zu kreieren und welche Philosophie ihm dabei vorschwebe. Das fand ich super, denn es trifft den Zeitgeist.

Festivals wie Parookaville und Tomorrowland sind wie ein Abenteuerspielplatz

Warum sind Festivals mit Showkonzepten derzeit weltweit so beliebt?

Moguai: Solche Elemente wollten die Leute schon immer. Früher war es so, dass die Clubs ständig neue Erlebniswelten geschaffen haben. Doch so etwas gibt es kaum noch – diese Club-Kultur vermisse ich sehr. Auf der anderen Seite ist diese extreme Form der Festivals gewachsen, die wie ein Abenteuerspielplatz für Erwachsene ist. Parookaville ist da eine sehr gute Idee, die von einem professionellen Team super umgesetzt wurde.

Gibt es etwas, was Du dir in Parookaville auf jeden Fall anschauen möchtest?

Moguai: Da gibt es viele Dinge und Orte. Die Kirche finde ich besonders interessant.

Dort ist am Samstag eine reale Hochzeit mit DJ Tujamo als Trauzeuge geplant.

Moguai: Echt? Spannend! Ich kann mir schon vorstellen, dass manche Leute so heiraten wollen. Für mich und meine Frau wäre das aber nichts gewesen – wir haben da lieber eine etwas andere Location gewählt. (lacht)

Du bist erneut der Gastgeber der 1Live-Bühne in der Cloud Factory. Was war Dir bei der Zusammenstellung des Line up wichtig?

Moguai: Es sollte zeitgemäß und aktuell sein – so wie seit mittlerweile zehn Jahren unsere 1Live DJ Session. Dazu gehören Acts, die als Mainstream aber auch in den Clubs funktionieren.

Möchtest Du den Parookaville-Bürgern einen DJ besonders ans Herz legen?

Moguai: Ja, Watermät ab 18 Uhr. Der spielt etwas anders, aber richtig gut. Mit dem Franzosen habe ich auch den Song „Portland“ produziert.

Das wurde ein weltweiter Club-Hit...

Moguai: Ja, und das hat mich ehrlich gesagt doch etwas überrascht. Ich fand Portland schon gut, aber dass das Stück so abgeht, hätte ich nie gedacht.

Apropos „Abgehen“ - was können die Bürger denn von Deinem Set vor Watermät ab 17 Uhr erwarten?

Moguai: Es wird tanzbar, emotional und mit dem nötigen Faktor ,Wir wollen uns das T-Shirt vom Leib reißen und eskalieren'.

Woran erkennst Du, dass Dein DJ-Set funktioniert?

Moguai: Das ist wie bei einem guten Gespräch. Wenn man sich unterhält, auf den anderen eingeht und sich ein bisschen hochschaukelt, dann springt auf beiden Seiten der Funke über. Und genauso ist es auf dem Floor.

Moguai will seinen Fans etwas zurückgeben

Bei der Premiere von Parookaville 2015 standest Du nach Deinem Auftritt noch lange neben der Bühne und hast sehr geduldig Selfies mit den Bürgern gemacht. Warum hast Du keine Berührungsängste wie manche anderen Stars, und wie wichtig ist Dir der Kontakt zu Deinen Fans?

Moguai: Ich weiß, wie sich diese Menschen fühlen. Früher war ich ein begeisterter Skateboarder und habe auch mal an den Deutschen Meisterschaften teilgenommen. Eines Tages sah ich mein Skateboard-Idol Tony Hawk in einer Flughafen-Lounge in Istanbul. Fünfmal zögerte ich, bevor ich mich traute ihn anzusprechen. Und dann war der total nett und easy drauf. Wenn also heute jemand auf mich zukommt und ein Foto als Erinnerung machen möchte, dann gebe ich gerne etwas zurück.

In der Musik-Szene gab es viele DJs, die hochgeschossen und noch schneller wieder in der Versenkung verschwunden ist. Moguai ist dagegen seit zwei Jahrzehnten international eine Konstante in der Branche. Was ist Dein Erfolgsgeheimnis?

Moguai: Selbstkritik, Beharrlichkeit und Spaß an der Sache. Ich habe immer versucht, mich und meinen Moguai-Stil weiter zu entwickeln. Wenn ich heute noch so wie vor zehn Jahren spielen würde, wäre ich schon lange von der Bildfläche verschwunden.

Der Horror für Moguai: Platten vom Winde verweht

Was war dein schönstes Erlebnis als DJ?

Moguai: Die letzte Loveparade in Berlin. Da habe ich oben auf dem Stern vor 750.000 Menschen mit Blick auf das Brandenburger Tor aufgelegt. Das war schon krass.

Und Dein Schlimmstes?

Moguai: Als ich noch nur mit Vinyl aufgelegt habe, sind mir auf einem Festival vor 15.000 Besuchern mal die Scheiben von den Plattentellern geflogen, weil es so windig war. Das war echt peinlich.