Aloe Blacc

Familienglück mit Kuschel-Soul

Nach einer Familienauszeit kehrt Aloe Blacc mit neuen Liedern zurück.

Nach einer Familienauszeit kehrt Aloe Blacc mit neuen Liedern zurück.

Foto: Tibrina Hobson / AFP

Essen.  Das neue Album von Aloe Blacc birgt einige Perlen. Insgesamt ist es aber eine arg risikolose Produktion. des US-Soulsängers.

Dass Aloe Blacc inzwischen im Musikgeschäft auch schon sein 25-jähriges „Firmenjubiläum“ feiert, dürfte den meisten Musikfreunden unbekannt sein. Der kalifornische Sänger hat ja mal in den 1990ern als Hip-Hopper angefangen, ehe er schließlich sein Glück im Soul-Genre fand.

Aber genau dafür ist diese ausdrucksstarke, in jeder Tonlage souveräne Stimme ja auch wie geschaffen. Zuletzt ist es stiller geworden um den mittlerweile 42-Jährigen; das liegt aber daran, dass er sich gewissermaßen eine Familienauszeit genommen hat. Diese dient Aloe Blacc nun als Stimmungsblaupause für sein Ende dieser Woche erscheinendes neues Album „All Love Everything“ (BMG Music).

Jubilieren über das Familienglück

Der Silberling startet gleich mit einem Statement für seinen neuen Lebensmittelpunkt: „All I need is right here next to me - my family (alles, was ich brauche, liegt so nah: meine Familie)“, jubiliert Meister Blacc in den höchsten Tönen und im verkehrsradiotauglichen Samba-Rhythmus über sein Familienglück.

Diese positive Grundstimmung durchweht das ganze Album, das durchaus schöne Momente hat. „My Way“ hat nix zu tun mit dem ollen Sinatra-Gassenhauer, sondern ist eine brandneue solide Soulnummer, die mit einem richtig fetten Gospelchor garniert ist.

Leichter Latin-Touch

„Glory Days“ gefällt ebenfalls, weil es mit einem leichten Latin-Touch versehen ist, und bei „Harvard“, dem Rausschmeißer der lediglich zehn Stücke umfassenden Sammlung, begibt sich Aloe Blacc, begleitet von akustischen Gitarren, sehr geschmeidig ins Folkgefilde.

Insgesamt aber bleibt es eine risikolose Produktion mit kalkuliertem Kuschelfaktor. Die Hooklines, die Songlängen, die Texte – das alles ist Konfektionsware, die keinem wehtun will, aber auch nicht vom Hocker reißt. Immerhin. Oder auch: leider.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben