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Mit Spiele-App betritt das Schauspielhaus die digitale Bühne

So hat man den Schauspieler Jürgen Hartmann noch nie gesehen: In dem Handy-Spiel „Rempire“ übernimmt er die Rolle des Dr. Ernst Kritter, obwohl nur Fotos von ihm am Computer in die App montiert wurden.     

Foto: Schauspielhaus

So hat man den Schauspieler Jürgen Hartmann noch nie gesehen: In dem Handy-Spiel „Rempire“ übernimmt er die Rolle des Dr. Ernst Kritter, obwohl nur Fotos von ihm am Computer in die App montiert wurden.   Foto: Schauspielhaus

Bochum.   Handy-App „Rempire“ ist das erste Spiel fürs Smartphone, das im Auftrag eines Theaters entwickelt wurde. Spannende Reise in die Welt der Träume.

Das Smartphone, dein Freund und Wegbegleiter. Fast jeder hat es, fast jeder schaut ständig drauf, wie eine kleine Bühne, die man sich in die Tasche stecken kann.

Kein Wunder, dass auch die Theater den eckigen Kasten längst für sich entdeckt haben – meist allerdings zu Werbezwecken. Denn mittels einer App, die oft gratis angeboten wird, lässt sich vortrefflich der eigene Spielplan anpreisen – und der Link zum Webshop ist auch nicht fern.

Eigene App seit wenigen Wochen am Start

Ganz anders geht das Schauspielhaus die Sache an. Auch hier ist seit wenigen Wochen eine eigene App am Start. Das Besondere: Das Schauspielhaus betritt gewissermaßen die digitale Bühne, denn „Rempire“ versteht sich als eigene Inszenierung, als Spiel, an dem Liebhaber von Handy-Games und Kulturinteressierte gleichermaßen ihre Freude haben sollen. Und dies weit über die aktuelle Intendanz hinaus, denn „Rempire“ wird dauerhaft in den App-Stores zur Verfügung stehen.

Entwickelt wurde das Spiel in mühevoller Kleinarbeit von dem Autor und Designer Stefan Scheer, dessen Agentur seit 2010 für das komplette Design des Theaters verantwortlich ist. Rund eineinhalb Jahre hat er mit einem kleinen Team daran gebastelt. „Ich bin schon stolz auf das Ergebnis, obwohl es eine Menge Arbeit war“, sagt Scheer. Ursprünglich sollte das Spiel bereits zum Jahreswechsel erscheinen, doch die Entwicklung einer solchen App ist weit aufwändiger als mancher Laie denkt: „Allein die Erweiterung für das neue Iphone X hat uns kräftig zurück geworfen.“

Reise in Traumlandschaften

Wer das Spiel herunterlädt, erlebt eine aufregende Reise mit Traumlandschaften aus Bildern, Texten, Sounds, Animationen und abwechselungsreichen Spielen, die es zu lösen gilt. „Die Idee war, von wiederkehrenden Träumen zu erzählen, die jeder von uns schon erlebt und durchlitten hat“, sagt er. Das Design des Spiels gleicht einer Pinnwand: ähnlich wie bei einem Detektiv in einem Psycho-Thriller.

Scheer: „Der Spieler wandert auf den Spuren einer vor vielen Jahren verschwundenen Traumforscherin und begibt sich in eine Zwischenwelt voller Anspielungen, Andeutungen und Irrwegen.“ Auch der Schauspieler Jürgen Hartmann und Beatrix Feldmann aus dem künstlerischen Betriebsbüro machen mit: Fotos von ihnen sind in das Spiel integriert worden.

Geübte sollten zwei Stunden einplanen

Etwa ein bis zwei Stunden sollten geübte Gamer für das Lösen des Spiels einkalkulieren. Neulinge brauchen vermutlich deutlich länger. Ihnen gibt Scheer den Tipp, das Spiel einem Acht- bis Zehnjährigen zu geben: „In dem Alter hat man das sofort raus.“ Scheer glaubt durchaus an den Erfolg seiner Entwicklung: „Dies ist gerade erst der Anfang, die Bühne und das Handy miteinander zu verbinden.“

>>>>>Traumforscherin verschwand

Erzählt wird von der Traumforscherin Nathalie Stern, die unter nie geklärten Umständen verschwand. Sie hinterließ eine rätselhafte Sammlung wiederkehrender Träume.

Die Gaming-App „Rempire“ von Stefan Scheer kann für 2,29 Euro in den deutschen App-Stores für iOS und Android heruntergeladen werden und ist ortsunabhängig spielbar.

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