Pop

Mike Singer begeistert ausverkaufte Turbinenhalle Oberhausen

Mike Singer in der Oberhausener Turbinenhalle.

Mike Singer in der Oberhausener Turbinenhalle.

Foto: MATTHIAS GRABEN

Oberhausen.   Mehr als ein Star des digitalen Zeitalters; Mike Singer trägt seinen Nachnamen zu Recht. Fans mit Müttern feierten ihn jetzt in Oberhausen

Auf Instagram hat er über eine Million Fans und knapp 400.000 bei Facebook – und dabei ist Mike Singer erst in diesem Jahr volljährig geworden! Entsprechend jung sind seine Fans: Und so begann das Konzert in Oberhausens ausverkaufter Turbinenhalle 2 pünktlich um viertel vor sieben. „Der allerletzte Song ist für alle Eltern, die mitgekommen sind“, bedankte sich Schwiegermamas Liebling artig – und mit der Münchner Freiheit: „Ohne dich schlaf ich heut’ nacht nicht ein“ ließ Mütterherzen schmelzen und vereinte Alt und Jung in herrlichster Schlagerseligkeit.

Wobei das, was zwischen dem ersten und letzten Kreisch-Alarm des Abends lag, bei aller Eingängigkeit gar nicht Schlager zu nennen ist. Sobald Singers Stimme zu hören war (die ersten Songs bestanden leider akustisch ausschließlich aus Bass- und Gitarrendröhnen), zeigte sich, dass dieser deutsche Selfmade-Musiker zu recht eine erstaunliche Social-Media-Karriere absolviert hat: Singen kann er. Die Hits „Deja vu“, „Karma“, „Bella Ciao“ und „Vergessen“ riss er locker und mit allerhand Bühnenzauber (Nebelkanonen, Glitterregen, Videos) ab und dirigierte professionell das Meer der Arme. Wobei zu bemerken ist, dass es ein einarmiges Meer war, das da im Takt schwang, die jeweils andere Hand nämlich war mit dem filmenden Smartphone bewaffnet, so dass der Konzertsaal dauerhaft Wunderkerzenatmosphäre versprühte. Dazwischen gab es auch ruhigere Songs auf dem Barhocker und mit stimmlichem Tiefgang.

Wie schwierig die musikalische Selbstfindung heute sein muss, zeigte sich, wenn Singer einerseits am Ende Selfies vor den kreischenden Fans machte, andererseits im Song „Singer“ die Mechanismen der Mediengesellschaft hinterfragte: „Ich bin Sänger und kein Instagrammer.“ Vielleicht ist in dieser Generation das eine kaum noch ohne das andere zu haben.

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