Poetry Slam

Lena Meckenstock ist die Moerser Poetry-Slam-Stadtmeisterin

Markim Pause und Sarah Dickel übernahmen die Moderation.

Foto: Norbert Prümen (nop)

Markim Pause und Sarah Dickel übernahmen die Moderation. Foto: Norbert Prümen (nop)

Moers.  In Moers ist die erste Poetry-Slam-Stadtmeisterschaft ausgetragen worden. Das Publikum hat entschieden. Drei Slammer haben das Finale erreicht.

Der Poetry Slam wird immer beliebter. Ursprünglich stammt das Konzept aus dem amerikanischen Chicago: „Poetry“, die literarische Dichtung, und der „Slam“, das Sprachgefecht, sind eine unterhaltsame Mischung. Poeten jeden Alters treten gegeneinander an und tragen selbstverfasste Texte vor.

Längst ist der Poetry Slam in Moers angekommen. Formate wie der „Sprachrohr Slam“ in der Kultkneipe „Die Röhre“ und der Poetry Slam im Bollwerk 107 sind fester Bestandteil der Slamszene. Wie kreativ es beim Poetry Slam zugehen kann, hat am Freitagabend ein besonderer Wettbewerb gezeigt. Erstmalig fand die Poetry-Slam-Stadtmeisterschaft statt.

Im Hinterhof des Bollwerks wurde es gemütlich: „Das Wetter ist so gut, dass wir die Veranstaltung spontan nach draußen verlegt haben“, sagte Katja Roters, zuständig für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Rund 150 Besucher kamen. Unterhaltsam durch den Abend führten Sarah Dickel, Journalistin und Moderatorin des „Sprachrohr“-Slams in der Röhre, und Autor Markim Pause.

Acht Wortpoeten sind angetreten

Acht Wortpoeten sind zur Poetry-Slam-Stadtmeisterschaft angetreten. Alle „alte Hasen“: Als Sieger der Slam-Formate 2017 und 2018 kennen sie ihr Metier. Für alle Teilnehmer gab’s dieselben Regeln: Sechs Minuten Vortragszeit, nur eigene Texte, keine Hilfsmittel. Das Publikum wurde zur Jury. Lukas Knobe aus Aachen eröffnete die Vorrunde: „Ihr wollt ‘nen Text von mir?“, fragte er und begann sogleich, genreübergreifend Themen sowohl gesellschaftskritisch als auch humoristisch vorzutragen.

„Eine Liebeserklärung“ lautete der Slamtitel des Dortmunders Björn Rosenbaum. Im überwallenden Romantikstil ließ er sich über zerdrückte Zahnpastatuben, liegengelassene Klamotten und Facebook-Likes vom Psychiater aus.

Mit Brille auf der Nase und schwarzen Haaren erinnerte er ein wenig an Harry Potter: Florian Schreiber aus Aachen. „Als ich 18 Jahre alt war, erhielt ich einen Brief von einer Schule, die mich haben wollte“, staunte er. Es war eine Hochschule, zauberhaft wie Hogwarts – dachte er. Bis der Zauberhut entschied: „Du studierst eine Geisteswissenschaft.“ Aus „Harry Potter und der Stein der Weisen“ wird schnell „Harry Potter und die Steuererklärung“. Und klar: Der gefürchtete Zauberspruch „Exmatrikulatio“, gefolgt von Tinder, der App des Herumtreibers.

Sie ist keine Freundin des Konjunktiv

Weiterer Höhepunkt: Der Auftritt der Dortmunderin Lena Meckenstock. Rund 60 Mal ist die 19-Jährige schon bei Slams aufgetreten. Der Auftritt am Freitag war ihrer Oma gewidmet, die in Moers zur Schule ging.

Sympathisch fand die angehende Fremdsprachenkorrespondentin die richtigen Worte: Sie erzählte von der Geborgenheit in Omas vier Wänden und vom Traum, eine Liebe zu finden, wie jene von Oma und Opa. „Ich weiß nicht, wie es anfängt, aber so muss es beginnen“, lautete Lenas Titel, unter dem sie gestand: „Ich bin kein Fan vom Konjunktiv.“

Im Finale fiel die Wahl nicht leicht: Björn, Florian und Lena schafften es durch die Vorrunde. Wer den lautesten Beifall erntete, gewann. Lena bekam mit über 17 Sekunden die längsten Ovationen. Ganz besonders freut sie sich auf die kommende Zeit: Als Poetry-Slam-Stadtmeisterin wird sie Moers beim diesjährigen NRW-Slam in Lüdenscheid vertreten.

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