Literatur

Klaus-Peter Wolf und das „Todesspiel im Hafen“

Klaus-Peter Wolf mit seinem neuen Werk.

Klaus-Peter Wolf mit seinem neuen Werk.

Foto: Mohssen Assanimoghaddam / picture alliance

Gelsenkirchen.  Der 65-jährige Bestsellerautor Klaus-Peter Wolf legt gleich zwei neue Krimis vor: „Todesspiel im Hafen“ und „Ostfriesennacht“.

Leichen pflastern seinen Küstenweg, fiese Morde im idyllischen Norden sind das Geschäft von Klaus-Peter Wolf. Mit dem neuen und letzten Band der Dr. Sommerfeldt-Trilogie „Todesspiel im Hafen“ lässt der Krimi-Bestsellerautor noch einmal seinen durchgeknallten Serienkiller eine blutige Spur durch die Republik ziehen. Jeder neue Roman des gebürtigen Gelsenkircheners und Wahl-Ostfriesen ist ein bisschen wie nach Hause kommen: Man kennt sich aus, man freut sich auf ein Wiedersehen und erlebt doch immer wieder Überraschungen. Das funktioniert auch diesmal.

Der 65-jährige bleibt seinen Tatorten im Ruhrgebiet und im Norden treu

Der 65-jährige bleibt seinen Tatorten im Ruhrgebiet und im Norden, seinen Protagonisten rund um Kult-Kommissarin Ann Kathrin Klaasen und den Requisiten vom Ostfriesentee bis zum Marzipan-Seehund auf sympathische Weise treu und produziert so Lesestoff mit Suchtpotenzial. Der aktuelle Krimi vermischt Spannung und psychologisches Ränkespiel, Gesellschaftskritik, Galgenhumor und leutseliges Erzählen zu einer unterhaltsamen Melange.

Dieser Dr. Sommerfeldt ist charmant, sensibel und belesen. Aber er kann auch töten, gewalttätige Männer vor allem. Ein irrer, traumatisierter Killer mit falscher Identität, der stets das Gute will und doch das Böse schafft, mordet bis hin zum furiosen Finale. Erzeugt Klaus-Peter Wolf in seinen Ostfriesen-Krimis, die derzeit vom ZDF verfilmt werden, vor allem durch raschen Perspektivwechsel Spannung und Tempo, erzählt er hier ausschließlich aus dem Blickwinkel des psychopathischen Mörders. Da ertappt sich der Leser schon mal dabei, dass er Sympathie für den Killer entwickelt. Ein raffiniert gruseliger Schachzug mit Gänsehautfaktor, ein kurzweiliger Lesegenuss.

Geschickt verknüpft Klaus-Peter Wolf die Sommerfeldt-Reihe mit den Ostfriesenkrimis

Darum wird der falsche Doktor auch mit Abschluss der Trilogie nicht im Knast versauern, sondern in einem der nächsten Krimis putzmunter wieder auftauchen, verspricht der Autor. Geschickt verknüpft Klaus-Peter Wolf Erzählfäden und Figuren aus der Sommerfeldt-Reihe mit Figuren und Erzählfäden aus den Ostfriesenkrimis. Hier erschien zuletzt mit „Ostfriesennacht“ der 13. Band, der menschliche Urängste und archaische Themen in einer Vater-Tochter-Beziehung verhandelt.

Klaus-Peter Wolf: Todesspiel im Hafen. Sommerfeldt räumt auf, Fischer Taschenbuchverlag, 384 S. 10,99 Euro. Klaus-Peter Wolf: Ostfriesennacht, Fischer Taschenbuchverlag, 480 S., 10,99 Euro. Die Lesung am 27. September im Gelsenkirchener Musiktheater ist bereits ausverkauft. Weitere Termine: klauspeterwolf.de

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