Kultur

#KK47“: Die erste Duisburger Kulturkonferenz tagte

Mit einem kleinen Konzert mit den Philharmonikern begann „KK47“, die erste Duisburger Kulturkonferenz.

Mit einem kleinen Konzert mit den Philharmonikern begann „KK47“, die erste Duisburger Kulturkonferenz.

Foto: Jörg Schimmel

Duisburg.   Eine Diskussion gleich zum Auftakt der Duisburger Kulturkonferenz: Die Szene bekräftigt ihre Forderung nach einem soziokulturellen Zentrum.

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Duisburg soll ein soziokulturelles Zentrum einrichten, dafür soll schon ab Juni 2018 ein Etat in Höhe von 210 000 Euro bereit gestellt werden, das Betriebskosten, Projekte, Technik und Online-Plattform ermöglicht – mit klaren Forderungen ging die Freie Kulturszene zur Kulturkonferenz ‘KK47’ am Samstag im Stadttheater hart ins Gericht mit der Stadt und Kulturdezernenten Thomas Krützberg.

Unter dem Titel „#KK 47“ – modisch mit Hashtag, Abkürzung für Kulturkonferenz und Postleitzahl trafen sich Duisburgs Kulturakteure zur Auftaktveranstaltung der Kulturkonferenz. Impulsvorträge, Plenum, Arbeitsgruppen, Diskussionen, Ideenbörse, dazu ein „Markt der Möglichkeiten“ mit Beiträgen aus Musik, Tanz, Literatur: Die Kultur zeigte sich und diskutierte. Nicht zuletzt eben wegen der von vielen Künstlern als desolat empfundenen Lage der Kultur in der Stadt.

Krützberg sagt eine Task Force zu

Etwa bei der Frage eines soziokulturelles Zentrums. Denn „seit zehn Jahren geht es in der Sache hin und her“, unterstrich eine Initiativlerin die Dringlichkeit. Krützberg sagte zumindest zu, dass die Verwaltung eine „Task Force Soziokulturelles Zentrum“ auf den Weg bringen will, die mögliche Standorte prüft. Im Blick ist die Alte Feuerwache in Hochfeld. Eine direkte Absage erteilte Krützberg aber dem ambitionierten Fahrplan der Initiative aus freischaffenden Künstlern und Aktivisten. Vor 2019 ist selbst mit einem vorläufigen Standort für eine solche Stätte nicht zu rechnen. Schließlich müssen solche Entscheidungen nicht nur Gremien sondern auch den Rat der Stadt durchlaufen.

Und der – kritisieren viele Kulturschaffende seit Jahren – arbeite wie die Verwaltung in Sachen Kulturpolitik „mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten“. Will sagen: träge. Erst recht, wenn es um Projekte geht, die in den Augen einiger Stadtverordneter als „chaotisch“ und „anarchisch“ empfunden wird. „Manche verbinden den Begriff ‘sozio-kulturell’ mit dem Eschhaus aus den 80er Jahren, andere haben ein altbackenes Verständnis von Kultur als ‘Brauchtum’“, so die Grüne Fraktionssprecherin Claudia Leiße.

Hochfelder Feuerwache als möglicher Standort

Die Feuerwache als der gewünschte Kultur-Standort ist mit vielen Fragezeichen versehen. Leiße sieht daher am ehesten Chancen für einen Standort in der Altstadt. Hier gibt es viele Leerstände. Vielleicht findet sich ein ‘Sponsor’ um das P&C-Gebäude entsprechend umzubauen? „Jede andere Stadt hat einen Ort für die freie Szene“, argumentieren die Duisburger Kulturschaffenden mit Blick auf Essen, Oberhausen, Mülheim und Düsseldorf. Bestätigt sehen sie ihre Forderung durch den Duisburger Kulturentwicklungsplan, in dem von „Ermöglichung eines soziokulturellen Zentrums“ die Rede ist. Die Zusage, eine „Task Force“ zu gründen, wertet Luise Hoyer als Sprecherin der Freien Szene daher als positives Signal.

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