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„Robin Hood“: Der Rächer der Enterbten ist zurück im Kino„Robin Hood“: Der Rächer der Enterbten ist zurück im Kino

Robin Hood wir gespielt von Taron Egerton.

Robin Hood wir gespielt von Taron Egerton.

Foto: Larry Horricks

Bei so viel Konkurrenz, hat es der neue Robin-Hood-Film schwer - seit 1912 kämpft sich der Robin Hood immer mal wieder durch Film und Fernsehen.

Die Legende von Robin Hood ist so gut, dass man sie sich schon seit Jahrhunderten erzählt. Ersten schriftliche Aufzeichnungen reichen zurück bis ins 14. Jahrhundert. Bereits im 17. Jahrhundert wurde der begnadete Bogenschütze dann zu dem, was er bis heute ist: der Rächer der Enterbten oder, sachlicher formuliert, ein Vorkämpfer für soziale Gerechtigkeit.

Die Zahl der filmischen Adaptionen ist gigantisch. Die erste geht zurück auf das Jahr 1912. Seitdem war Robin dann unter anderem als Trickfilm-Fuchs aus dem Hause Disney zu sehen (1973), ein Idol der Massen („König der Diebe“, 1991) und eine Lachnummer („Helden in Strumpfhosen“, 1993). Die letzte Kinoverfilmung erzählte 2010 eine fiktive Vorgeschichte der bekannten Historie als grimmig-graue Action mit Russell Crowe in der Hauptrolle.

Revolution von unten

Auch die neue Version von Otto Bathurst, der sich als Regisseur britischer Serien wie „Peaky Blinders“ einen Namen machte, widmet sich dem Werdegang des Robin of Loxley zur Ikone der Unterdrückten. Die Liebe des Adeligen Robin (Taron Egerton) zur holden Maid Marian (Eve Hewson) wird jäh auseinandergerissen, als er den Einzugsbefehl vom Sheriff von Nottingham (Ben Mendelsohn) erhält. Robin soll im Krieg gegen die Araber kämpfen. Er spielt aber nicht mit und bewahrt einen Araber vor der Enthauptung durch den Sadisten Guy of Gisborne (Paul Anderson).

Als Robin nach England zurückkehrt, lebt Marian, die ihm einst ihre Liebe schwor, an der Seite des Politikers Will Scarlet (Jamie Dornan). In seiner Verzweiflung trifft Robin auf den dankbaren Araber (Jamie Foxx), der fortan als „Little John“ nicht mehr von seiner Seite weicht. Mit ihm schmiedet Robin einen Racheplan, um das Volk aus der Unterdrückung zu befreien.

Die Geschichte der Revolution von unten hat nichts an Sprengkraft verloren. Kein Wunder also, dass die Produzenten um Leonardo DiCaprio Interesse an einer zeitgemäßen Adaption hatten. Leider geht die Vision von Regisseur Bathurst und Autor Ben Chandler nicht weit genug. Visuell geht der Film neue Wege, bedient sich aber reichlich an bereits Dagewesenem. Die retrofuturistische Ausstattung erinnert an „Die Tribute von Panem“, der kontrastarme Look an „King Arthur“, die Action an „Assassin’s Creed“.

Zeitgemäße Ansätze

Der Stil siegt hier über die Substanz: „Robin Hood“ sieht cool aus, ist aber ziemlich hohl – und bleibt schauspielerisch blass: Egerton fehlt es an Charisma, auch Eve Hewson erfüllt ihre Marian mit wenig Leben und Jamie Foxx bekommt zu wenig zu tun. Da ist es schade um die zeitgemäßen Ansätze: Wenn die Soldaten des Sheriffs (Ben Mendelsohn im „Star Wars“-Modus) den Aufständischen gegenüberstehen, hat das überdeutliche Parallelen zu aktuellen Nachrichtenbildern.

USA 2018, 116 Min., R: Otto
Bathurst, D: Taron Egerton, Jamie Foxx, Ben Mendelsohn FSK 12, Wertung:2 von 5 Sternen

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