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Der neue „Star-Wars“-Ableger: Ein Film über Han Solo

Han Solo (Foto l.) und sein Freund  Wookie Chewbacca (Foto r.).

Foto: Jonathan Olley

Han Solo (Foto l.) und sein Freund Wookie Chewbacca (Foto r.). Foto: Jonathan Olley

Berlin.   „Solo“: A Star Wars Story“ stellt den Weltraum-Rabauken Han Solo in den Mittelpunkt. Und macht einen Schlenker in die Vergangenheit.

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Wie erhielt Han Solo seinen Namen? Wie begegnete er seinem zotteligen Co-Piloten Chewbacca eigentlich? Und mit welchem Poker-Händchen ergatterte er sein berühmtes Raumschiff, den Millennium Falken? Darüber klärt nun „Solo: A Star Wars Story“ ganz genau auf. Das und noch viel mehr erfährt man nämlich in der jüngsten Verfilmung der Sternensaga, die kein offizieller Teil der Star-Wars-Haupthandlung ist, sondern ein Spin-off – ein Ableger, der sich ganz einem der beliebtesten Charaktere des Sternenkrieger-Universums widmet: Mister Han Solo.

Mit seinem rauen Ganoven-Charme bezirzte einst Harrison Ford in der original Star-Wars-Trilogie die Weltraumprinzessin Leia. Fans der Serie werden wohl nie seinen legendären ersten Bar-Auftritt in der Mos Eisley Cantina vergessen, in die er, der coolste Space-Cowboy aller Zeiten, einfach so gestiefelt kam, mit seinen wilden Halbwelt-Storys aus fernen Sternensystemen auf den Lippen und seinem unnachahmlich schiefen Grinsen im Gesicht.

Es sind zweifelsohne große Fußstapfen, in die Schauspieler Alden Ehrenreich treten muss. Er verkörpert in „Solo: A Star Wars Story“ den notorischen Rabauken Han. Dabei ist er noch gar nicht der draufgängerische Zyniker, den Harrison Ford so genial verkörperte. Der junge Han ist noch ein ziemlicher Naivling und muss sich auf einem öden Planeten im Sternen-Prekariat behaupten. In seiner Freizeit schließt er fliegende Autos kurz und legt waghalsige Manöver hin. In dem Moment sind wir bereits mittendrin im Film. Es wird nicht lange dauern, bis Han das erste Mal die Macht des Imperiums zu spüren bekommt.

Große Liebe in den Weiten des Alls

Von der Story des Films sei an der Stelle nicht zu viel verraten. Kurzum: Han muss vom Planeten Corellia fliehen und wird in einer dramatischen Szene von seiner Jugendliebe Qi’ra (Emilia Clarke) getrennt. Aus Verzweiflung schreibt sich Han bei der imperialen Fliegertruppe ein. Er schwört sich, seine große Liebe in den Weiten des Weltraums wiederzufinden. Was ihm schließlich auch gelingt, aber Qi’ra hat sich derweil mit Kräften eingelassen, die Solo den bisher größten Ärger seines Lebens bescheren – jedoch auch seinen besten Freund: den haarigen Wookie Chewbacca. Das seltsame Paar schließt sich einer Gruppe Freischärler rund um den zwielichtigen Beckett ­(Woody ­Harrelson) an, was zur Begegnung mit einem weiteren (Anti-)Helden des Star-Wars-Kosmos führt: Lando Calrissian. Dieser leicht größenwahnsinnige Schmuggler wird perfekt verkörpert von Donald Glover.

Überzeugende Actionszenen

Das Aufeinandertreffen von Han und dem schillernden Lando gehört zu den stärksten Szenen des Films und verweist zugleich auf seine größte Schwachstelle: Han Solo selbst. Das Charakterspiel des Schauspielers Ehrenreich hat sich nämlich schnell erschöpft, und ein etwas mauer, vorhersehbarer und auch humorloser Plot macht diesen fehlenden Charme nicht wett. Lediglich die Actionszenen wissen in „Solo“ wirklich zu überzeugen.

Disney ließ während der Dreharbeiten das junge Regie-Duo Phil Lord und Christopher Miller, bekannt für lustige Anarcho-Komödien, durch den verdienten Filmhandwerker Ron Howard austauschen. Herauskommt solide und routinierte Weltraumkost. Vielleicht hätten Lord und Miller einen charmanteren Dreh gefunden.

USA 2018, 135 Min., R: Ron
Howard, D: Alden Ehrenreich,
Donald Glover, Woody Harrelson FSK 12, Wertung: 3 von 5 Sternen

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