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Kinderbuchautor Willi Fährmann starb mit 87 Jahren in Xanten

Willi Fährmann (1929-2017).

Foto: Archiv/Erwin Pottgiesser

Willi Fährmann (1929-2017). Foto: Archiv/Erwin Pottgiesser

Xanten.   Er war der Vater von Willibald und Lukas B.: Willi Fährmann, geboren in Duisburg, ist im Alter von 87 Jahren am Niederrhein verstorben.

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Fest verwurzelt in seinem katholischen Glauben und tief geprägt von der Erfahrung des Nazi-Reichs und des Zweiten Weltkriegs: Aus dieser Haltung schrieb Willi Fährmann Kinderbuch um Kinderbuch. Die eigene Kindheit verlebte der in Duisburg-Beeck geborene Fährmann an der Grenze zwischen dem durchindustrialisierten Ruhrgebiet und dem ländlichen Niederrhein. Dorthin zog der Mann, der sich nach einer Maurerlehre durch die Begabtenförderung zum Lehrer, Direktor und Schulrat emporarbeitete, dann im Jahr 1963, und in Xanten sollten die meisten seiner gut vier Dutzend Kinder- und Jugendbücher, von denen „Das Jahr der Wölfe“ (1962), „Der lange Weg des Lukas B.“ (1980) und „Der überaus starke Willibald“ (1983) zu den bekanntesten gehören.

Geschichtenerzählen und der moralische Kompass

Willi Fährmanns vielfach ausgezeichnete Bücher verwoben stets die Lust am Geschichtenerzählen mit dem Versuch, zugleich und beinahe unbemerkt den moralischen Kompass ihrer Leser herauszubilden. Pädagogik, an positiven wie negativen Beispielen. „Kristina, vergiss nicht“ (1974), seine vielleicht beeindruckendste Heldin, war ein Mädchen, das in Polen als Deutsche und in Deutschland als Polin Verachtung und Ausgrenzung zu spüren bekam – Fährmann führte vor Augen, dass Unrecht nicht erst da beginnt, wo es zu einem Fall fürs Gericht wird.

Mit der Welt und Gott im Reinen

Willi Fährmann, der am Donnerstag im Alter von 87 Jahren im Kreis seiner Familie entschlief, gehörte zu den glücklichen Menschen, die mit sich, der Welt und Gott im Reinen sind. Sein Sohn Tom, der ein renommierter Kameramann und Filmemacher ist, sprach von einem „langen Lebensweg, der normal und friedlich zu Ende gegangen ist.“

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