WEihnachtsoratorium

Kammerchor Olpe stellt vergessenes Weihnachtsoratorium vor

Der Kammerchor Olpe

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Olpe.  Der Kammerchor Olpe stellt das Weihnachtsoratorium von Carl Heinrich Graun vor. Das Werk erklingt erstmals überhaupt in Südwestfalen

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Carl Heinrich Graun (1703/04–1759) war Kapellmeister am Hof Friedrichs II. und der berühmteste Komponist seiner Zeit, populärer noch als Johann Sebastian Bach. Dass Graun ein Weihnachtsoratorium schrieb, war jahrhundertelang vergessen. Erst durch Zufall wurden die Noten vor wenigen Jahren in einer Bibliothek in Washington (USA) wieder entdeckt. Der Kammerchor Olpe stellt das „Oratorium in Festum Navitatis Christi“ am Sonntag, 15. Dezember, um 17 Uhr in der Kirche St. Mariä Himmelfahrt in Olpe vor. Damit erklingt das „unbekannte Weihnachtsoratorium“ erstmals in überhaupt in Südwestfalen. Chordirigent Thomas Grütz (43) verrät, warum das Werk so spannend ist.

1Wie sind Sie zu Carl Heinrich Graun gekommen?

Das war ganz interessant. Vor einigen Jahren haben wir bereits das Passionsoratorium „Der Tod Jesu“ von Graun aufgeführt. Unser ehemaliger Vorsitzender Theo Radhöfer hatte Graun im Alten Land kennengelernt, und wir haben die Noten probiert und waren begeistert. Es war allerdings nicht einfach, Solisten zu bekommen, weil die meisten Sänger das Werk nicht drauf haben; nur der Tenor hat es bereits gesungen. Aber wir sind sehr zufrieden mit unserer Besetzung, mit Sandra Diehl (Sopran), der Wendener Opernsängerin Viola Zimmermann (Mezzosopran), Johannes Klüser (Tenor) und Joachim Rück (Bass). Es wird ein echtes Heimspiel, denn Musikschulleiter Jörg Klüser hat ein Orchester aus Dozenten und fortgeschrittenen Schülern der Musikschule gebildet, und an der Orgel sitzt Kirchenmusiker Martin Nyqvist aus Attendorn. Man kann sagen, dass das Weihnachtsoratorium von Graun ein Gemeinschaftsprojekt der Musikernetzwerke im Olper Raum darstellt.

2Grauns Weihnachtsoratorium ist nicht mehr Bach und noch nicht Mozart. Wie setzt man das um?

Viele im Chor haben die Noten anfangs unterschätzt und gedacht, das wäre gar nicht so schwer. Aber beim Einstudieren stellt man fest, dass das Werk technisch unheimlich herausfordernd ist, gerade, wenn man Bach im Ohr hat. Bei den Arien merkt man, dass Graun selber Sänger war und die Bibelworte aus der Emotion heraus darstellen kann, das klingt richtig schön.

3Grauns „empfindsamer Stil“ ist nicht leicht zu treffen. Wo liegen die Herausforderungen?

Es ist sehr wichtig, das richtige Tempo zu finden, damit es gut klingt. Wenn man in einer Kirche musiziert, muss man aufpassen, dass es nicht zu hallig wird, und bei den Chorsätzen muss man Wert auf eine gute Aussprache und Dynamik legen, damit die Musik ein bisschen schwingt. Wir sind gespannt, wie das unbekannte Weihnachtsoratorium beim Publikum ankommt. Der Chor freut sich riesig darauf, das Werk vorzustellen.

Weihnachtsoratorium von Carl Heinrich Graun: Sonntag, 15. Dezember., 17 Uhr, St. Mariä-Himmelfahrt Olpe. Karten: 02761 8050. www.kammerchor-olpe.de

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