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GOP-Show rückt das Abwegige ins Scheinwerferlicht

Bronwen Pattison ist die „Frau ohne Knochen“.

Bronwen Pattison ist die „Frau ohne Knochen“.

Foto: GOP

Münster.  Die neue Show „Freaks“ im GOP Variete-Theater Münster rückt das Außergewöhnliche, das Eigenwillige und das Kauzige in den Blickpunkt.

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„Wir möchten den skurrilen Geist der Freak-Shows, die im 19. Jahrhundert durch die USA zogen, mit neuem Leben füllen“, erklärt Regisseur Detlef Winterberg. Natürlich wolle man dazu keine kleinwüchsigen Menschen zur Schau stellen oder etwa die „Dame ohne Unterleib“ und den „Zyklopenjungen“ präsentieren. „Wir möchten aber das Andere, das Schräge und das Abwegige ins Scheinwerferlicht rücken“.

Und das ist mit „Freaks“ bemerkenswert gut gelungen. Ein kurios formidables Artisten-Ensemble aus unorthodoxen Nonkonformisten agiert vor einem imposanten Bühnenbild, das sein Schöpfer Andreas Hönig mit pointierter Lichttechnik immer wieder neu in Szene setzt.

Dazu webt der exzentrische Sänger und Komponist Elyas Khan einen sphärischen Klangteppich aus Folk, Punk und Electro, der jede Nummer zu einem individuellen Erlebnis voller eigenartiger Momente werden lässt. Mit diesem tragenden Good-Vibration-Sound im Rücken, laufen die – im positivsten Sinne – Verrückten, herrlich bizarr, ansehnlich schrullig und herzhaft absonderlich neben der Spur. Unkonventionell, aber immer sprudelnd kreativ.

Hier wabert Bronwen Pattison, die „Frau ohne Knochen“, vermeintlich haltlos vom hölzernen Thron in eine gläserne Kiste, da schleicht Estrella Urban im geduckten Spinnengang über die Bühne, um dann urplötzlich im Handstand auf zwei illuminierte Pylone zu schnellen. Schaurig animalisch.

Ans „Eingemachte“ geht es bei MisSa Blue. Sie beherrscht die „altehrwürdige Kunst des Schwertschluckens“. Und das mit einer derartigen Brillanz, dass – wie sie selber sagt - „die Schwertspitze den Magenboden kitzelt“.

Eine scharfe Darbietung. Ebenso lebensgefährlich und beispiellos wie die Partnerakrobatik des Duo Vladimir, das es im wahrsten Sinne des Wortes „auf die Spitze“ treibt. Doch auch zu dritt, mit der Partnerin Kateryna Snitko, sorgen Vladimir Snitko und Vladimir Karvatyuk dank ihrer Kraft und Körperbeherrschung für fassungsloses Staunen.

„Hand2Stand“ hebelt scheinbar federleicht die Schwerkraft aus

Körperbalance und Urvertrauen zeichnen auch Camille Tremblay und Louis-Marc Bruneau-Dumoulin aus. Als Duo „Hand2Stand“ hebelt das Paar am Vertikaltuch in luftiger Höhe voller Eleganz und Harmonie scheinbar federleicht die Schwerkraft aus.

Bodenständiger geht es zu, wenn Sebastian Tardif, ein durchgeknalltes Original aus Kanada, immer wieder mit seinen schrulligen Einwürfen für neue Überraschungen im Show-Ablauf sorgt. Seine heitere Comedy-Akrobatik setzt ebenso beschwingte Kontrapunkte wie rotierende Kunst von Gabriel Drouin. Diese „bärtige Lady“ dreht sich nicht nur im Cyr wie eine etwas mopsfidele „Woman in red“, sondern er ist zugleich auch der Co-Regisseur der „unheimlich schönen“ Show.

„Freaks“ ist noch bis zum 11. März 2018 im GOP Variete-Theater Münster zu sehen. Infos und Buchungen sind im Internet unter www.variete.de oder von Montag bis Freitag von 10 bis 18 Uhr sowie Samstag und Sonntag von 12 bis 18 Uhr über die GOP-Tickethotline 0251 490 90 90 möglich.

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