Genuss

Schnell zubereitet und sehr lecker: Das Sandwich-Prinzip

Eine Alternative sein Sandwich zubelegen: zwei Weißbrotscheinen, Tomate, Gurke, Salat und Schinken.

Eine Alternative sein Sandwich zubelegen: zwei Weißbrotscheinen, Tomate, Gurke, Salat und Schinken.

Foto: TheCrimsonMonkey

Berlin.   Zwei Weißbrotscheiben und dazwischen: alles, was schmeckt. Zu verdanken hat die Welt diese praktische Mahlzeit einem Engländer.

Die Idee war dem Grafen angeblich beim Kartenspiel gekommen. Schließlich ging es um viel, nämlich um Geld. Und weil John Montagu, der 4. Graf von Sandwich, einer Stadt im Südosten Englands, sein Kartenspiel im Londoner „Beef Steak Club“ nicht unterbrechen wollte, ließ er sich – der Legende nach – vom Koch einfach ein Rindersteak zwischen zwei geröstete Weißbrotscheiben legen. So konnte der Earl of Sandwich seinen Hunger stillen, ohne das Spiel zu unterbrechen. 1765 soll das gewesen sein. Oder auch 1762. Man weiß es nicht.

Prototyp des Fast Food

Fortan jedenfalls hatte das Sandwich nicht nur seinen Namen, auch seine Funktion war eindeutig bestimmt: Mindestens in der westlichen Welt wurde diese zwischen zwei Brotscheiben verpackte Mahlzeit zum prototypischen Fast Food. Sandwichs konnten unterwegs ­gegessen werden, etwa in den Eisenbahnen einer bald aufkommenden Pendlerkultur. Man aß sie am Schreibtisch, an der Bar – und sogar im Bett. In fast allen renommierten Hotels dieser Welt gehört das Club Sandwich zum Angebot des Zimmerservice.

Ist auch der Hamburger ein Sandwich? Darüber streiten sogar Esskulturhistoriker. Denn tatsächlich ist die Sandwichkultur mannigfaltig: In New York etwa bestellt man einfach ein „BLT“, was die Abkürzung für Bacon, Lettuce and Tomato, also Speck, Salat und Tomaten, ist. In Großbritannien etablierte sich der diagonal geteilte Toast zum Nachmittagstee, gern belegt mit dünnen Gurkenscheiben – in seiner krustenlosen Weichheit den Tramezzini nicht unähnlich, die belegt mit Mortadella, Champignons und Mayonnaise oder Thunfischcreme in den Vitrinen italienischer Espressobars liegen.

Ein echtes Deluxe-Sandwich indes ist das Pastrami-Sandwich. Ursprünglich hatten jüdische Migranten in New York den gepökelten Rinderschinken, unbedingt gemeinsam mit der Gewürzgurke, aufs Brot gepackt.

Mehr als ein belegtes Brot

Auch der Düsseldorfer Sebastian Schmidt liebt das Pastrami – und hat es zum Thema seines Streetfood-Caterings Bordsteinschwalbe gemacht: „Am Anfang war das schon ein wenig Aufklärungsarbeit. In Deutschland kennt man belegte Brote, aber dass ein Sandwich den Geschmack, die Qualität und auch das Nahrhafte einer ganzen Mahlzeit hat, das ist für viele neu.“ Und so sind Schmidt und seine Partnerin Stefanie Fehlmann auch die Botschafter einer neuen Sandwichkultur: „Wir machen die Bärlauchmayonnaise selber, pickeln die Gurken und haben für uns ein kräftigeres Sauerteigbrot gesucht.“ Vielleicht ist Letzteres etwas, was das Sandwich aus Deutschland mitnehmen könnte – unsere wunderbare Brotkultur.

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