Ruhrpottkarneval

Geierabend 2019: Hier geschehen noch Zechen und Wunder

Einfach zum Geiern: „Präsi“ Roman Henri Marczewski (links) und „Steiger“ Martin Kaysh.

Einfach zum Geiern: „Präsi“ Roman Henri Marczewski (links) und „Steiger“ Martin Kaysh.

Foto: Ekkehart Bussenius

Dortmund.   Die Bergbau-Ära endet – doch die Künstler des Geierabends fahren ab dem 10. Januar wieder zur Spätschicht an. Neubesetzung auf dem Regiestuhl.

Ein kalter Abend im Februar 1992: Exakt 36 Zuschauer finden sich im Dortmunder Theater Fletch Bizzel ein. Auf der Bühne trällert ein gewisser Roman Henri Marczewski einige Lieder, trägt dabei eine rote Kinderstrumpfhose als Mütze auf dem Kopf. Noch kurioser kostümiert ist nur Kabarettist Augustin Uppmann, der als Dortmunder Stadtwappen (ergo: als schwarzer Adler) verkleidet auf die Bühne kommt und eine Büttenrede hält. Die Geburtsstunde einer neuen Art von Karnevalssitzung, die in Anlehnung an den Adler und das im Ruhrgebietssprech gängige Verb „geiern“ (als Alternativausdruck für „lachen“) Geierabend getauft wurde.

In die nunmehr 27. Session starten die „Panneköppe“, wie sich die Mitglieder des aus Kabarettisten, Comedians und Musikern bestehenden Ensembles bezeichnen, am 10. Januar. Passend zum Ende der Bergbau-Ära trägt sie den Titel „Zechen und Wunder“, 37 Shows finden bis zum 5. März im LWL-Industriemuseum Zeche Zollern statt.

Natürlich werden neben der Schließung der Bottroper Zeche Prosper Haniel auch andere Themen angesprochen und bissig diskutiert. Lokale wie regionale Politik, der berühmt-berüchtigte Verkehr auf der A40 und – hier sollten zufällig anwesende Schalker am besten weghören – der aktuelle Erfolgslauf des BVB in der Fußball-Bundesliga.

Urgesteine treten kürzer

Für die richtige Mischung sind erstmals Heinz-Peter Lengkeit und Till Beckmann verantwortlich, die die Geierabend-Urgesteine Günter Rückert und Hans Martin Eickmann als Regisseure ersetzen. Der Recklinghäuser Theaterkünstler Beckmann saß in den vergangenen Jahren regelmäßig als Fan im Publikum und freut sich darauf, „mit einem Haufen echter Bühnenoriginale arbeiten zu können, die mit Herz und Hirn unterhalten“.

Auch der mittlerweile 66-Jährige Roman Henri Marczewski (Foto links) gehört wieder zu den „Panneköppen“. Besonders dürfen sich Anhänger des steinkohleschwarzen Humors aber auf das Geierabend-Debüt von An­dreas „Der Obel“ Obering freuen. Der bestritt als Teil des Duos „Till und Obel“ mehr als 1000 Bühnenshows und bringt zu zwei Aufführungen (27.1.+3.2.) gleich einen eigenen Fanclub aus seiner Heimatstadt Hamm mit.

Ähnliche Aktionen haben die anderen sechs Darsteller zwar ausdrücklich nicht geplant – für beste Stimmung im Publikum dürfte aber auch an allen anderen Abenden gesorgt sein. Darauf ein Pils und eine Mantaschale!

>>>INFO: Geierabend „Zechen und Wunder“ – die Termine

Termine: 10.1.-10.2 (jeweils Do-So), 13.2.-24.2. (jew. Mi-So), 27.2.-5.3. (tägl.), Zeiten variieren. LWL-Industriemuseum Zeche Zollern, Grubenweg 5, Dortmund.

Karten für ca. 39 € (erm. ca. 22 €) erhalten Sie in unseren
LeserLäden und -Services, unter 0201/804 60 60 und im Internet auf www.ruhrticket.de

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