Herbstleuchten

Farbige Lichtinstallationen verzaubern die Parks der Region

Herbstleuchten im Maximilianpark Hamm

Wenn es im Herbst früher dunkel wird, kommt im Maximilianpark die Zeit des „Herbstleuchtens“. Die farbenprächtigen Beleuchtungen stammen in diesem Jahr von Wolfgang Flammersfeld.

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Hamm.  Wolfgang Flammersfeld lässt die Parks in der Region leuchten. Aktuell verzaubert er mit seinen bunten Lichtern die Grünanlagen in Hamm und Hemer.

„Moment mal, da stimmt was nicht!“ – Wolfgang Flammersfeld zieht die Stirn kraus, als er auf den See im Hammer Maxipark blickt. In den unterschiedlichsten Farben leuchten die Bäume am gegenüberliegenden Ufer – doch eine scheint dem Licht-Experten zu missfallen. „Grün möchte ich hier nicht“, murmelt er und bückt sich zur Scheinwerferbatterie auf der Seeterrasse. Rasch ein paar Knöpfe gedrückt – und schon strahlen die Tannen rot, blau und lila. Der 66-Jährige ist zufrieden: „Jetzt sieht es gut aus!“

Das denken aktuell auch die zahlreichen Besucher des „Herbstleuchtens“ im Maxipark. Am vergangenen Wochenende wurde bereits die zehnte Auflage eröffnet. Bei unserem Besuch kurz vor dem Start bringen Wolfgang Flammersfeld und die Mitarbeiter seiner Unnaer Firma „World of Lights“ gerade Licht ins Dunkel.

20 strahlende Szenen gestaltet das Team, dazu zehn Videoprojektionen. „Insgesamt ziehen wir dafür zehn Kilometer Kabel durch den Park“, erklärt der Chef – und die versorgen rund 500 Scheinwerfer mit Strom. Klingt nach stolzem Energieverbrauch. Aber Wolfgang Flammersfeld winkt ab: „Nicht mehr seit es LEDs gibt.“ Den Strombedarf schätzt er anschaulich: „Wenn beim BVB einmal das Flutlicht an- und wieder ausgeknipst wird – soviel verbrauchen wir in zwei Wochen.“

Strippenziehen bis tief in die Nacht

Vier Tage benötigen die Männer von „World of Lights“, um den Maxipark in eine Zauberwelt zu verwandeln. Und nicht nur den: Auch der Sauerlandpark in Hemer präsentiert sich aktuell als „Lichtgarten“. Ihn haben die Strahlemänner aus Unna bereits in der Vorwoche verkabelt. Bis tief in die Nacht werden dafür Strippen gezogen, Strahler ausgerichtet und Projektoren in Stellung gebracht.

Es steckt also harte Arbeit im schönen Schein. Dabei taufte ein Journalist Wolfgang Flammersfeld einst blumig den „Picasso des Lichts“. Ist es denn Kunst, was er da in die Parks zaubert? Hier stellt der Illuminator aus Unna sein Licht unter den Scheffel: „Das weiß ich nicht – es soll einfach den Besuchern gefallen. Ob das Kunst ist, liegt im Auge des Betrachters.“

Wer Flammersfeld bei der Arbeit sieht, seine Liebe zum Detail erlebt, möchte ihm mindestens hohe Kunstfertigkeit beim Gestalten mit Licht attestieren. Er selbst sagt: „Die Kunst ist, einen ganzen Park zu inszenieren und immer wieder verschiedene Stimmungen zu schaffen.“

Zahlreiche deutsche Parks hat „World of Lights“ so bereits verzaubert, noch keinen jedoch im Ausland. Das soll sich ändern. Wolfgang Flammersfelds Traum: „Ich würde gern den berühmten Park Güell in Barcelona illuminieren. Wir haben unsere Fühler schon ausgestreckt ...“ Die berühmte Gartenanlage des Antoni Gaudi – das wäre wohl etwas für einen „Picasso des Lichts“. Man darf sicher sein, dass der Illuminator aus Unna dabei mit derselben Akribie zu Werke ginge, wie für das aktuelle Herbstleuchten im Hammer Maxipark.

Schon gewusst?

2006 begann die Erfolgsgeschichte der leuchtenden Parks in der Region. Im Dortmunder Westfalenpark gingen damals zum ersten Mal die bunten Lampen an – unter der Regie von „World of Lights“. Die Premiere war so erfolgreich, dass Wolfgang Flammersfeld und seine Mitarbeiter in den Folgejahren auch in Hamm, Essen & Co. Parks illuminierten.

400-500 € kostet einer der von „World of Lights“ verwendeten wetterfesten Scheinwerfer – regulär. Wolfgang Flammersfeld: „Wir bekommen sie aber wesentlich günstiger, weil wir gleich 400 auf einmal aus China beziehen.“ Rund 2500 habe sein Unternehmen insgesamt im Bestand.

Leuchtende Zahlen an einem stillgelegten Kamin sind das Wahrzeichen des Zentrums für Internationale Lichtkunst, das wie „World of Lights“ in Unna beheimatet ist. Das Museum in der ehemaligen Lindenbrauerei widmet sich als weltweit einziges ausschließlich der Lichtkunst.
Info: www.lichtkunst-unna.de Lichtinstallationen verzaubern die Parks in der Region Foto: Ralf Rottmann

Lauter lichte Momente: Hier funkelt die Region

Herbstlichtgarten im Sauerlandpark Hemer
„Märchen, Mythen und fabelhafte Wesen“ lautet das Motto, unter dem „World of Lights“ den Sauerlandpark illuminiert. U.a. leuchten die „Drei kleinen Schweinchen“.
>>> bis 28.10. im Sauerlandpark, Nelkenweg 7, Hemer. So-Do bis 22 Uhr, Fr+Sa bis 23 Uhr. Eintritt: 6 €. Info: www.sauerlandpark-hemer.de

Herbstleuchten im Maximilianpark Hamm
Im Park mit dem großen gläsernen Elefanten als Wahrzeichen funkelt es diesmal auch in den abgelegenen Waldbereichen. Außerdem gibt’s u.a. eine große Projektion zum Michael-Jackson-Hit „Beat It“.
>>> bis 28.10. im Maxipark, Alter Granzweg 2, Hamm, tägl. 19-22 Uhr. Eintritt: 7 €. Info: www.maximilianpark.de

Recklinghausen leuchtet
Mehr als 60 Gebäude der Recklinghäuser Altstadt erstrahlen ab morgen in farbigem Licht. Das Rathaus wird zur Leinwand für eine Projektion zum Ende des Steinkohle-Bergbaus.
>>> 19.10.-4.11. Altstadt Recklinghausen, täglich ab ca. 18 Uhr, Eintritt frei. Info: www.re-leuchtet.de

Essen Light Festival
Zum dritten Mal lädt das Essen Light Festival zum Lichtkunstbummel durch die City. Zu sehen gibt’s u.a. einen künstlichen Mond und 3D-Videomapping. Nach dem Festival beginnen die traditionellen Lichtwochen.
>>> 26.10.-4.11. Innenstadt Essen, 18-22 Uhr, Eintritt frei.

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