David Guetta

Ein Rockstar unserer Ära kommt in die Dortmunder Westfallenhalle

Immer in Action, und das seit über 30 Jahren: David Guetta ist nicht nur DJ. Er schreibt auch viele seiner Songs, macht Remixe und arbeitet viel mit anderen Musikern zusammen.

Immer in Action, und das seit über 30 Jahren: David Guetta ist nicht nur DJ. Er schreibt auch viele seiner Songs, macht Remixe und arbeitet viel mit anderen Musikern zusammen.

Foto: Warner

Essen.  Weltklasse-DJ David Guetta ist auf Deutschland-Tour mit neuen Werken und Remixen seiner Klassiker. Ein Interview über Lebensstil und Ehrgeiz.

Seit den frühen 2000ern ist die von David Guetta (50) geschriebene, gemixte und gespielte Musik in aller Ohren. Dazu kommen ausverkaufte Stadien und Festivals sowie millionenfache Musik-Downloads. Weltweit. Und das als DJ. Elena ­Boroda hat mit dem französischen Musikproduzenten über seinen Rockstar-Status, seinen Wunsch, der Beste zu sein, und darüber, wie sich sein Beruf in 30 Jahren verändert hat, gesprochen.

Sind DJs die Rockstars unserer Ära?

David Guetta: Ja, absolut. Rockstars und DJs haben einen ähnlichen Lebensstil. Einige DJs sind Pop-Stars und andere wiederum Rock-Stars.

Fühlen Sie sich denn mehr wie ein Pop- oder ein Rock-Star?

David Guetta: (überlegt einen Moment) Nun, mein Lifestyle ist ziemlich Rock ’n’ Roll. Gleichzeitig lebe ich sehr gesund. Was bedeutet das überhaupt, Rock ’n’ Roll? Heißt das, Drogen zu nehmen und nicht an Morgen zu denken? Ich finde, dass es der größte Erfolg ist, so frei wie möglich zu sein. Für mich ist Freiheit sehr Rock ’n’ Roll. Manche Menschen sehen das anders. Das ist eine sehr persönliche Sache.

Mit der „German Arena Tour“ gastieren Sie in vier deutschen Städten. Worauf können sich Ihre Fans freuen?

David Guetta: Ich habe im Dezember an ganz neuen Songs und auch an Remixen gearbeitet. Und für diese Tour habe ich auch einige meiner Klassiker neu zusammengemischt. Das hat so viel Spaß gemacht! Auch zu meinen Wurzeln – zum Club-Sound – will ich zurück. Deshalb spiele ich einige richtig gute House-Remixe. Den neuen Track mit Martin Garrix, ­„Like I Do“, lege ich auch auf. Ich kann es kaum abwarten.

Wie spielt man Club-Musik, die eigentlich für nur wenige hundert Menschen gedacht ist, für mehrere Tausende im Stadium?

David Guetta: Die Art der Club-Musik, die ich spiele, ist sehr energiegeladen und diesmal einfach weniger poplastig. Ich werde keinen Deep House spielen.

Vor drei Jahren veröffentlichten Sie Ihr Album „Listen“ und in diesem Jahr bringen Sie Ihr nächstes heraus. Können sich Konzertbesucher auf Tracks vom neuen Album freuen?

David Guetta: Einige Songs kommen aufs neue Album. Es ist aber schwierig über etwas zu sprechen, was noch nicht vollendet ist. Es kann sich immer ändern.

Sie sind seit über 30 Jahren DJ. Wie hat sich Ihre Arbeit verändert?

David Guetta: Jetzt bin ich Entertainer und versuche eine perfekte Show abzuliefern. Bei dieser Tour improvisiere ich mehr als sonst, gerade beim Tour-Auftakt in München. Es wird nicht sofort perfekt sein, aber dafür etwas menschlicher als sonst. Und langsam, durchs Touren wird es von Auftritt zu Auftritt besser. Und dadurch wird es zu einer neuen Formel, weil ich und mein Team wissen, worauf die Menschen reagieren. Dann ist es eine perfekte Show. Wenn ich vergleiche, wie ich als DJ anfing und wie ich meine Arbeit jetzt mache, ist es so als wären es zwei verschiedene Berufe.

Und was genau macht den Unterschied zu früher?

David Guetta: Als ich anfing, spielte ich nicht zwei, sondern acht Stunden am Stück – jede Nacht ein komplett anderes Set, weil viele Leute mehrmals die Woche in den Club kamen. Die Qualität ist jetzt viel höher. Es ist aber auch viel mehr Arbeit und Vorbereitung im Studio, und ich habe weniger künstlerische Freiheiten als damals im Club-Untergrund.

Bedeutet das Leben eines Weltklasse-DJs „Party ohne Ende“?

David Guetta: Ich war letztens mit meiner Freundin im Urlaub. Ich arbeitete auf dem Laptop an Musik. Und sie sagte mir: ‘Das ist doch verrückt. Schon seit fünf Stunden arbeitest du an den gleichen Noten. Warum?’ Das bedeutet es, ein Top-DJ zu sein: Es ist ein Job, der sehr viel Genauigkeit bedarf. Menschen sehen die Party und den Spaß, aber wenn es um’s Produzieren und Organisieren der Show und das Erschaffen neuer Musik geht, sind das Stunden.

Sie haben mal gesagt, dass es für Sie wichtig sei, der Beste zu sein. Gleichzeitig arbeiten Sie viel und gerne mit jungen Künstlern wie Martin Garrix zusammen. Wie passt das zusammen? Haben Sie kein Konkurrenzgefühl?

David Guetta: Wenn ich sage: ,Ich will der Beste sein’, dann geht es nur um Konkurrenz mit mir selbst, nicht mit anderen. Ich will einfach die bestmögliche Version meiner selbst sein und andere talentierte Menschen heiße ich willkommen. Ich bin ein sehr positiver Mensch, genauso wie Martin Garrix. Noch nie habe ich Martin etwas Schlechtes über jemand anderen sagen hören. Ich bin da genauso. Ich mache das seit so vielen Jahren, dass ich denke, dass es wichtig ist, neue Visionen, junge Menschen mit anderen Erfahrungen kennenzulernen. Vielleicht haben die ja einen Sound, den ich nicht habe.

Wollen Sie auch in anderen Bereichen Ihres Lebens der Beste sein?

David Guetta: In allen. Ich bin sehr extrem in allem, was ich tue. Sehr extrem, sehr obsessiv. Das kann sehr anstrengend für die Menschen um mich herum sein. Wenn ich etwas anfange, dann gebe ich mein Bestes.

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