Freizeit

Die Broicher Schlossnacht mit viel Platz für Kreatives

Kreative Kleinkunst mit und ohne Handicap.

Kreative Kleinkunst mit und ohne Handicap.

Foto: Oliver Mueller

Mülheim.   Zwischen Musik, Tanz und Malerei bietet die Schlossnacht auch in diesem Jahr im Schlosshof von Mülheim ein vielfältiges Programm.

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„Was wir zu lernen haben, ist so schwer und doch so einfach und klar: es ist normal, verschieden zu sein“ – ein Zitat des früheren Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker, das die Idee hinter der Broicher Schlossnacht auf den Punkt bringt. Am 4. August wird die historische Schlosskulisse in Mülheim zum zehnten Mal Schauplatz des Kulturfestes für Menschen mit und ohne Behinderung.

Inmitten der Mauern der alten Karolingerfestung präsentieren internationale Künstler ein abwechslungsreiches Programm zwischen Tanz, Theater, Musik, Malerei und Jonglage. „Unser Anspruch ist, dass der Anteil der behinderten Künstler im Programm immer mindestens 50 Prozent ausmacht. Dabei handelt es sich grundsätzlich um Profis, die langfristig in ihrem Bereich arbeiten“, erklärt Organisator Gert Rudolph vom zuständigen Verein „Art Obscura“.

Hochklassige Künstler aus Europa

So dürfen sich die bis zu 1300 Besucher unter anderem auf eine Performance von „Danza Mobile“ freuen, Die spanische Gruppe ist „die führende inklusive Tanzkompanie in ganz Europa“, verkündet Rudolph stolz. Auf vielfachen Wunsch der Zuschauer schaut Wortakrobat Marcus Jeroch nach seinem Auftritt im Vorjahr ein weiteres Mal vorbei. Sein Markenzeichen: Spannende Geschichten mit Handicap erzählen – Jeroch lässt bewusst mehrere Buchstaben pro Wort weg.

Fest auf ihrer Couch klebend, aber beschwingt lassen es Hank Willis, Colt Knarre und Couchy Couch angehen. „Die Drei vom Sofa“ liefern mit Stimme, Geige, Gitarre und Kontrabass mitreißende Swing-Sounds auf engstem Raum.

Hoch in die Luft geht es hingegen für „Omnivolant“. Fünf Artisten aus Berlin liefern eine 30-minütige Show am fliegenden Trapez, dies unter dem passenden Titel „Gravity Is A Mistake“ (dt.: Die Erdanziehungskraft ist ein Irrtum). Weit weniger opulent, aber nicht minder interessant dürfte der Auftritt von Komiker Nils Wollschläger werden, der lediglich seine Kreativität und einen Koffer benötigt, um das Publikum eine halbe Stunde lang zu fesseln.

Nach neun erfolgreich verlaufenen Jahren dürfen einige Klassiker natürlich nicht im Programm fehlen. Wie gewohnt heißen „Die Spezialisten“, eine Gruppe Rollstuhlfahrer, die Besucher in aufwendig designten Kostümen an der Schlossmauer willkommen. Im Rahmen der Aktion „Zeichen“ werden an Spastiken leidende Zeichner außergewöhnliche Selbstporträts der Gäste anfertigen – diese zeichnen die Künstler nicht mit Bleistift oder Pinsel, sondern mit Kohle.

Zu guter Letzt beweist die spektakuläre „Flying Wheelchair“-Show kurz vor Mitternacht, wie gut sich ein handelsüblicher Rollstuhl als Flugobjekt eignen kann.

Wer dies alles im „königlichen Ambiente des Schlosshofes“, wie es Gert Rudolph formuliert, genießen will, sollte vorbeischauen. Denn 2019 wird der Innenhof zur Dauerbaustelle und die Schlossnacht in der angrenzenden Grünfläche „MüGa“ zur „Gartennacht“.

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