Dinslaken. . In der Kartarena in Dinslaken liefern sich PS-Fans heiße Rennen. Mit einer Länge von 2500 Metern gilt die Strecke als längste in Europa.

Ein letztes Mal geht es an der Start-Ziel-Gerade vorbei. Das Gaspedal ist voll durchgetreten, ich schneide jede Kurve so eng, wie es nur geht. Der Schweiß läuft mir unter Sturmhaube und Helm an der Stirn herunter. Aber egal, denn ich habe nur eines im Blick: Noch einmal die beste Rundenzeit schaffen.

Ich bremse auf die letzte Sekunde, das Kart rutscht leicht weg, doch sofort gebe ich wieder Vollgas. Jetzt bloß keinen Fehler machen! Dann kommt endlich die lange Gerade. Ich ziehe ein wenig zu weit nach außen, fast lande ich neben der Strecke im Gras, noch gerade so kann ich meinen kleinen Formel-1-Flitzer wieder auf die Strecke zurücklenken. Puh, Glück gehabt.

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Drei Jahre lang war die In- und Outdoor-Kartarena Dinslaken geschlossen, bis zur Neueröffnung 2018. Viel Werbung musste Inhaber Stefan Böhmer nicht machen: „Die Bahn hat hier Tradition, Bahnlänge und Layout machen das hier einzigartig.“ Nicht zuletzt deshalb verlegen viele ihre Junggesellenabschiede und Firmenfeiern nach Dinslaken.

Die Sicherheit geht vor

Bei allem Spaß steht jedoch eines im Vordergrund: die Sicherheit. „Wir sind hier nicht auf dem Rummel und sitzen nicht im Autoscooter“, macht Mark Weidemann, Böhmers rechte Hand, bei der Einweisung deutlich. Die insgesamt zehn Fahrer haben das schnell verinnerlicht und fahren in der ersten Runde des fünfminütigen Qualifyings besonders vorsichtig.

Klein, aber oho: Trotz kleiner
Klein, aber oho: Trotz kleiner © Ralf Rottmann

Vorbei an aufgestapelten Reifen und großen Pfeilern am Streckenrand geht es durch den leicht beleuchteten Renntempel. Es riecht nach verbranntem Gummi und Öl, nach Rennaction eben. Sobald es aus der Halle ins Freie geht, kann das Gaspedal durchgetreten werden. Doch Achtung! Die erste Kurve im Freien ist spitz. Von Vollgas geht es fast auf Null, die Bremse ist bis zum Anschlag getreten, die Reifen drehen durch. Scheitelpunkt verpasst. Mist! Das muss in der nächsten Runde definitiv besser klappen.

In der Kartarena werden an diesem Tag zwei Bahnen nebeneinander befahren. Wenn beide zusammengebaut werden, entsteht laut Betreiber Böhmer in Dinslaken die größte In- und Outdoorstrecke Europas. Länge: 2,5 km auf 8500 qm Hallen- und 10 000 qm Außenfläche.

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Günstig ist der Adrenalinkick nicht. 30 Minuten Rennen kosten 28 Euro – länger muss das Rennen aber auch nicht sein. Mit ungefedertem Fahrwerk spürt der Fahrer auf seiner Sitzschale eine Handbreit überm Boden jede Bodenwelle, die Flieh- und Zerrkräfte, die Beschleunigung und die zupackenden Bremsen – und wird am nächsten Tag mit Muskelkater belohnt.

Den nehme ich gerne in Kauf, wenn ich am Ende mit der drittbesten Zeit über die Zielgerade fahre. 1.24 Minuten – das kann sich sehen lassen, sagt Experte Weidemann. Und zur Belohnung darf ich aufs Treppchen. Beim nächsten Mal dann hoffentlich auch auf Platz eins.

>>> HINTERGRUND Die Geschichte des Kartfahrens

Rasenmäher. Das erste Kart wurde schon im Jahre 1956 gebaut. Damals rüstete der Ingenieur Art Ingels sein Kart mit einem Rasenmähermotor aus, der über eine Fahrradkette ein Hinterrad antrieb.


  • Formel-1-Karriere. Schon so manch ein Formel-1-Weltmeister begann seine Karriere auf der Kartstrecke. Dazu gehören u.a. die Legenden Ayrton Senna, Alain Prost, Sebastian Vettel und Michael Schumacher. Letzerer fuhr nicht nur seine ersten Rennrunden in einem Kart, in Kerpen gehört ihm auch eine Bahn, die aktuell aber vor dem Aus steht.

  • Wie ein Rennwagen. Währen die normalen Karts in der Regel höchstens 75 km/h schnell sind, gibt es auch besonders leistungsstarke Varianten, die Geschwindigkeiten von bis zu 280 km/h erreichen. Wenn Karts hingegen höchstens 45 km/h schnell fahren, können sie sogar im Straßenverkehr zugelassen und betrieben werden – dann gelten sie als Leichtfahrzeug.


  • Europas längste Kartbahn ist in Dinslaken

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