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„Schlag den Star“: Faisal Kawusi fertigt Ralf Möller ab

Ralf Möller hatte gegen Faisal Kawusi am Ende keine Chance.

Foto: Stefanie Dobmeier / Pro Sieben

Ralf Möller hatte gegen Faisal Kawusi am Ende keine Chance.

Berlin  Ralf Möller und Faisal Kawusi traten bei „Schlag den Star“ an. Es gab absurde Spiele, müde Gags – und einen klaren Sieger des Abends.

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„Ich bin mit sechs Jahren schon um die Wette geschwommen.“ Ex-Mister-Universum Ralf Möller machte direkt klar, dass sein Leben schon immer ein Wettkampf war.

Aber der 27-jährige Komiker Faisal Kawusi konterte die Ansage des Bodybuilders: „Vor 30 Jahren hätte ich vor Ralf Möller Angst gehabt, aber da war ich noch nicht geboren.“ Der Komiker machte sich so ausgiebig über Ralf Möllers Alter lustig, dass Möller wie ein greiser Methusalem wirkte.

Bei „Schlag den Star“, in der sich beim letzten Mal noch Pietro Lombardi geschlagen geben musste, traten die beiden am Donnerstagabend gegeneinander an. Zwei echte Kerle im direkten Vergleich.

Muskelmann Möller ist mit seinen zarten 59 Jahren und ohne eigenen Körperfettanteil ziemlich fit. Überraschend, dass Feisal Kawusi ihn ausgerechnet in den Sportwettbewerben um Längen schlagen konnte. Der Komiker sorgte zudem mit einer Bemerkung über Gesundheitsminister Jens Spahn für Aufregung.

„Schlag den Star“-Moderator Elton bekam sein Fett weg

Bei der ersten sportliche Herausforderung hatte Möller die Nase noch haarscharf vorne: Die Kandidaten mussten Nägel in ein Stück Holz zu hämmern. Möller und Kawusi hatten als Handicap einen drei Meter langen Hammer in die Hand bekommen. Die Kamera fing diese Hammer-Lanze so ein, dass deutlich zu sehen war wie die lange Metallstange auf und ab schwang, als wäre sie aus Gummi.

„Das war so labbrig“, erklärte Feisal Kawusi seine Niederlage. Dabei hatte Möller noch ganz andere Probleme, er konnte die Nägel nicht richtig sehen: „Ich hätte meine Brille aufsetzen sollen“.

Ralf Möller spielte in dem Film „Gladiator“ mit, an der Seite des neuseeländischen Hollywoodstars Russel Crowe. „Für’n Gladiator ist das eigentlich eine Kinderlanze, die er da trägt“, meinte der Sportkommentator Elmar Paulke zu der Hammerprobe. Paulke mischte sich selten ein, Faisal Kawusi kommentierte das Geschehen so ausdauernd, als wäre es eine sechsstündige Spielshow.

Auch der ehemalige Praktikant von Stefan Raab und Showmoderator Elton bekam von Faisal sein Fett weg: „Du bist zum ersten Mal der Dünnste, ist dir das klar?“ Zwischen dem Comedian und dem Kraftprotz wirkte Elton geradezu klein.

Mit einer Mischung aus Kraft und Geschicklichkeit sollten der 140-Kilo-Comedian und sein Ex-Mr.-Universum Kontrahent, der sich mit 140 Kilo „beim Bankdrücken warm macht“, an das Spiel „Tretsack“ herangehen. Aufgabe war es, mit einem kraftvollen und gezielten Tritt auf die eine Seite einer Wippe, einen bunten Sack durch die Luft in ein Zielfeld zu befördern. Möller trat dabei so stark auf die Wippe, als gelte es den Sack aus dem Studio zu befördern.

Absurde Spiele und 50.000 Euro Preisgeld

Die Spielmechanik wirkte, als hätte sie sich ein Siebenjähriger auf dem Schulhof ausgedacht: In seiner Euphorie wäre ihm der Gedanke wie ein unfassbar spannendes Spiel vorgekommen, aber bei längerem Betrachten, war es doch nur eine Wippe, auf der ein Säckchen lag.

Ähnlich „ausgefeilt“ waren dann auch die anderen Spiele, in denen sich Möller und Kawusi für ein Preisgeld 50.000 Euro duellierten. In dem Wettbewerb mit dem sehr offensichtlichen Nahmen „Wer ist das“ mussten die Kontrahenten Gesichter erkennen. Bei Gesundheitsminister Jens Spahn, Fußballer Sandro Wagner und der Schauspielerin Kaley Cuoco gelang das noch einigermaßen, aber eine wirkliche Spieldynamik kam nicht auf.

Apropos Jens Spahn : Als Kawusi ein Foto des Gesundheitsminister gezeigt wird, erkennt er den Politiker, kann sich aber eine Beleidigung nicht verkneifen. „Und ein Penner!“, sagt er hinterher.

Erst als beide Kandidaten rätselten und den Comiczeichner Matt Groening („Die Simpsons“) nicht erkannten, sorgte der Komiker für etwas Auflockerung mit seiner Vermutung: „Harry Potter, nachdem er einen Werbevertrag mit McDonald’s abgeschlossen hat.“

Die Krönung der absurden Spiele war „1 aus 3“. Möller und Kawusi saßen sich an einem Tisch gegenüber, nahmen einen Gegenstand verdeckt in die Hand und öffneten auf Kommando ihre Hände. „Das sind aber auch Spiele, wo ihr die immer herkriegt“, sinnierte Möller und legte damit während der Show schon die Absurdität der Aufgaben offen. Er und Kawusi hatten drei Gegenstände zur Auswahl, so dass ihre Wahl gelegentlich übereinstimmte, dann gab es einen Punkt für denjenigen, der gerade mit dem Raten an der Reihe war.

Schwierigkeitsgrad Kindergarten

Der Starre Blick der beiden „1 aus 3“-Spieler deutete an, dass sie wirklich bemüht spielten. Als könnten sie, wenn sie nur fest genug daran glaubte, dem anderen die Münze aus der Hand starren. Nach dem Spiel fragte Faisal Kawusi ungläubig: „Sind die Zuschauer noch wach?“

Der Einfallsreichtum und Anspruch der Spiele hatte sich aus der Grundschule weiter auf Kindergartenniveau geschrumpft. Als nächstes hätte noch eine Runde „Ich sehe was, was du nicht siehst“ gefehlt.

Nur die beiden sympathischen Kandidaten und ihr lockerer Umgang mit der Show retteten die Sendung. Möller steckte eine Niederlage nach der anderen Weg und blieb, dafür dass es immerhin um 50.000 Euro ging, immer lustig und unaufgeregt.

Bei Spiel Nummer sieben schaltete sich der Sportkommentator Paulke ein letztes Mal ein. Es ging tatsächlich um Sport, er konnte olympisches Wissen anbringen: Bogenschützen bei den Olympischen Spielen müssen über 70 Meter Entfernung ihr Ziel treffen, bei „Schlag den Star“ stand die Zielscheibe nur 13 Meter von den Kandidaten entfernt.

Vor dem Bogenschießen lag Ralf Möller mit 18:3 Punkten im Rückstand, aber das sollte doch kein Problem für den geübten Gladiator sein. „Wenn er nicht mit dem Bogen umgehen kann, wer denn dann?“, fragte Elmar Paulke.

Die Antwort kam dann umso deutlicher von Faisal Kawusi, der antwortete mit Taten. Zuerst half er seinem Gegenspieler Ralf Möller den Pfeil richtig auf dem Bogen einzufädeln, dann schoss er einen Pfeil nach dem anderen zielstrebig auf die Scheibe. Kawusi hatte bereits gewonnen, da schoss er noch einen letzten Pfeil direkt ins „Bull’s Eye“ der Scheibe und scherzte: „Das hier ist das Herz von Ralf Möller!“ Endstand 25:3, ein klarer Sieg für Faisal Kawusi an diesem Abend.

Demnächst vielleicht „Schlag den Kawusi“

Kawusi gewann neben der Mehrzahl der Wettbewerbe und dem Preisgeld auch die Sympathien der Zuschauer. Er bewies beim Bogenschießen und im Tischtennis – entgegen der geschürten Vorurteile – dass er nicht ganz unsportlich ist. Und der Komiker rettete die Show mit seinem Humor und einer gerade ausreichenden Portion Ehrgeiz.

Ein Neustart als „Schlag den Kawusi“ würde der Show in der kommenden Staffel guttun. Nachdem es bereits „Schlag den Raab“, „Schlag den Henssler“ und ganz allgemein „Schlag den Star“ gab, verwirrt noch eine weitere Variante sicher auch niemanden mehr.

Und sollte die Produktionsfirma größere Umstrukturierungen im Team planen, vielleicht könnten sie ja auch den einen oder anderen Autoren anheuern, der sich wirkliche Spiele ausdenken möchte. Damit sich in den nächsten Shows keine Actionstars und Komiker mehr angestrengt gegenseitig in die Augen starren müssen, um daraus zu lesen ob sie nun einen Würfel oder eine Münze in die Hand nehmen sollen.

Guten Quoten für „Schlag den Star“

Die Euphorie nach der letzten Sendung vor zwei Wochen war groß. Mehr als 16 Prozent Marktanteil und Platz 1 bei den TV-Quoten. Dieses Mal lief es zwar nicht ganz so berauschend, aber immer noch sehr gut: Insgesamt 1,61 Millionen Zuschauer sahen das Duell zwischen Möller und Kawusi – das sind 200.000 weniger, aber ein mit 13,2 Prozent immer noch starker Marktanteil für die Zielgruppe.

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