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„Maybrit Illner“: Das kann Donald Trump noch anrichten

Skandale und Gäste-Rankings: Diese fünf Dinge muss man über Polit-Talkshows wissen

Ob "Anne Will", "Hart aber Fair", “Maybrit Illner“ oder “Maischberger“: Polit-Talkshows prägen unsere politischen Debatten. Fünf Dinge, die man über dieseTalkshows wissen muss.

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Berlin.  Die Runde bei „Maybrit Illner“ beschäftigte sich mit den Folgen der US-Wahl. Mit dabei: Thomas Gottschalk. Das sagte der Entertainer.

Maybrit Illner widmete sich am Donnerstagabend mal nicht dem Coronavirus, sondern dem US-Präsidenten. Keine schlechte Wahl, schließlich ist es um Donald Trump vergleichsweise ruhig geworden – obwohl er noch einige Wochen im Amt sein wird. „Wie gefährlich wird Trump noch?“, lautete passend dazu das Thema der Sendung. Diskutiert wurde die US-Politik von einer bunten Runde.

Maybrit Illner: Das wären die Gäste

  • Peter Altmaier (CDU), Bundeswirtschaftsminister
  • Sigmar Gabriel (SPD), ehemaliger Bundesaußenminister
  • Claus Kleber, ZDF-Heute-Journal, Autor
  • Daniela Schwarzer, Direktorin Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik e.V. (DGAP)
  • Souad Mekhennet, Sicherheitskorrespondentin der „Washington Post“
  • Thomas Gottschalk, TV-Moderator

Warum erhielt Trump doch so viele Stimmen?

Furchtbar viel Zeit verwendete die Runde nicht darauf, sich mit ihrer Leitfrage zu beschäftigen. Stattdessen kam es zu einem munteren Ritt durch die US-Politik . Dabei wurden viele bekannte Analysen feilgeboten. Etwa zu der Frage, warum erneut so viele Amerikaner für Trump gestimmt haben. Mehr zum Thema: Donald Trump erneuert Vorwürfe von einer manipulierten Wahl

Das seien nicht alles Rassisten und Spinner, sagte Sigmar Gabriel. Es gebe einen Frust auf die Eliten, befand Peter Altmaier, und zeigte sich irritierenderweise dennoch optimistisch, weil Trump mittlerweile weniger Likes auf Twitter erhalte. Und ZDF-Moderator Claus Kleber sah eine grundsätzliche Abneigung gegen zu viel Konsens und Integration am Werk: „Das kam bei einem Teil der Bevölkerung nicht gut an.“

Überraschender war da schon Souad Mekhennets Perspektive. Wahlsieger Joe Biden werde es mit dem linken Flügel in seiner Partei zutun kriegen, prognostizierte die Journalistin von der „Washington Post“. Möglich, dass viele Trump-Wähler aus Angst vor diesem Flügel erneut für den Präsidenten gestimmt hätten.

Neue Probleme für Nord Stream 2

Etwas frischer wurde es, als es um die außenpolitischen Folgen von Bidens Wahlsieg ging. In dieser Hinsicht war sich die Runde einig: Unter einem Präsidenten Biden wird man transatlantisch zumindest wieder unter Partnern sprechen können. Ganz rosige Zeiten sollte man aber nicht erwarten. „Er wird amerikanischen Interessen härter vertreten, als es Barack Obama getan hat“, prognostizierte Daniela Schwarzer , Direktorin Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik.

Gut war, dass die Runde auch konkret wurde: „Joe Biden ist einer der härtesten Gegner von Nord Stream 2 “, sagte Gabriel. Und Kleber ergänzte, dass Biden weiter gegen das Pipeline-Projekt vorgehen werde – wenn auch nicht wie Trump „mit dem Schwert in der Hand“.

Illner: Was Thomas Gottschalk über die US-Politik sagt

Und dann war da noch Thomas Gottschalk , dessen USA-Kompetenz seit jeher darin besteht, lange im Land gelebt zu haben. Dass er wieder einmal in der Runde saß, war etwas ulkig. Zur Debatte trug er mit Fragen, Hinweisen und dem ein oder anderen Späßchen aber durchaus bei.

„Sind die Amerikaner immer noch die Guten?“, wollte er etwa von Gabriel wissen. Wie war das damals eigentlich mit Schröder, der auch nicht den Wahlsieg anerkennen wollte? Auch eigene Analysen bot der Entertainer an. Trumps Aufstieg erlebte Gottschalk als „Trotzreaktion“ auf Barack Obama . Lesen Sie hier: Obama bei Lanz: „Die Anonymität kommt nicht wieder“

Dabei habe Trump wie ein Reality-TV-Star agiert: „Ruf für mich an!“ – und viele riefen dann auch nicht für den Vernünftigen, sondern für den verrückten Typen an.

Das Fazit

Auch Maybrit Illner kann nicht wöchentlich das Rad neu erfinden. So ist zu erklären, dass viele Analysen zum Stand der US-Politik einem bestens bekannt vorkamen. Einen guten Überblick bot die Runde dennoch. Und ist es nicht auch etwas wert, Thomas Gottschalk zu dem Thema gehört zu haben? Man kann belächeln, dass er eingeladen wurde. Der häufig geforderten Diversität bei den Hintergründen der Talkshow-Gäste tun solche Entscheidungen aber gut.

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