Fernsehsendung

„Höhle der Löwen“: Nico Rosberg findet Drogen nicht witzig

Die Höhle der Löwen: Neue Jury 2020

Die siebte Staffel "Die Höhle der Löwen" auf VOX ist gestartet. Immer Montags um 20:15 Uhr suchen Investoren nach den besten und kreativsten Ideen von Start-Up-Unternehmen. Dieses Jahr ersetzt Nico Rosberg ein langjähriges Jury-Mitglied.

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Berlin.  Sympathie ist offenbar auch für einen erfolgreichen Deal in der der „Höhle der Löwen“ wichtig. So war die dritte Folge der Vox-Sendung.

Ist ein Händler sympathisch, so kauft man gerne und immer wieder bei ihm ein. Das kennen wir alle, nicht nur die Juroren von „Die Höhle der Löwen“ auf Vox. Denn wenn auch sicher nicht immer ausschlaggebend, so ist ein freundliches und selbstbewusstes Auftreten doch meist Voraussetzung für einen guten Deal.

In Folge 3 der 8. Staffel der erfolgreichen Investmentshow wimmelte es nur so von Sympathieträgern. Sie konnten etwa vom Drogenhandel faseln, Nico Rosberg aus der Haut fahren lassen und trotzdem mit Erfolg aus der Show gehen. Einer bekam gar ein Liebeskompliment von Löwin Judith Williams: „Sie sind mein Traummann!“

Und selbst wenn es mit dem Deal nicht klappte, wirkten die sonst so harten Löwen bei so viel gezeigter Klasse leicht betreten ob ihrer negativen Entscheidung.

GreenMNKY schützt Smartphones – und die Umwelt

Mut, Leidenschaft und Risikofreude. Genau das brachten Ziya Orhan aus Aschaffenburg und Oliver Klingenbrunn aus Lohr am Main mit ihrem Unternehmen GreenMNKY in die Show. Selbst Carsten Maschmeyer war beeindruckt: „Das finde ich gut!“.

Orhans „Screen Protection Cutting System“-Gerät kann in zehn Sekunden und Dank der in seiner App hinterlegten Datencloud für jedes beliebige Modell die passende Handy-Schutzfolie ausschneiden – stabiler und besser, so sagt der Gründer, als die 33.000 in Deutschland im Jahr sonst verkauften Panzerfolien. Selbstverständlich auch für Tablets, Smartwatches und Kopfhörer. Hiermit sollen die Händler direkt beliefert und so rund 90 Prozent an Verpackungsmüll gespart werden.

Für diese starke Idee hat der ehemalige Handyshop-Besitzer Orhan seinen alten Job bei sich selbst gekündigt und alles, was er in den letzten 25 Jahren verdient hat, investiert – immerhin 300.000 Euro. „Ich will nur noch das machen. Zweigleisig kann man nicht fahren“, erklärte er.

Leidenschaft und Einsatz, die nicht nur Carsten Maschmeyer überzeugten. Schlussendlich stieg nämlich auch Unternehmer Nils Glagau bei den grünen Affen mit ein. Zwar bekamen Orhan und sein Partner Klingenbrunn so ihre 400.000 Euro nicht für die geforderten 15, sondern für insgesamt 24 Prozent. Aber die beiden Geschäftspartner sahen durchaus die Vorteile gleich zweier starker Löwen mit all ihrer Expertise an Bord zu haben. Orhan war sich sogar sicher: „Das wird uns voranbringen! Bald sind wir in ganz Europa!“

richtiggutbewerben.de: „Gewinnspanne wie im Drogenhandel“

Dieses Selbstbewusstsein legte auch das Bruderpaar Bilal und Adil Zafar aus Düsseldorf an den Tag. Der ältere der beiden, Bilal, konnte immer schon gut Bewerbungen schreiben. „Ich wurde stets zu Vorstellungsgesprächen eingeladen“, versicherte er, „viele meiner Kommilitonen nicht.“ Also hat er gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder Adil, einem Programmierer, richtiggutbewerben.de entwickelt. Eine Online-Plattform, die Branchen-Experten und Bewerber auf der Suche nach ihrem Traumjob zusammenbringt und für (pardon) faule Leute die perfekte Bewerbung vorschreibt.

Und auch vor der Löwen-Jury schlug sich Bilal souverän, natürlich und smart, beantwortete fast alle Fragen, hielt Unangenehmen stand. Man nahm ihm sein Talent in Sachen Bewerbung dadurch jedenfalls ohne Probleme ab.

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Immerhin behauptete er auch, schon 15.000 Bewerbungen für ganz Deutschland erstellt zu haben – mit einer Erfolgsquote von 86 Prozent für seine Kunden. „Ihr seid sehr erfrischend“, war Dagmar Wöhrls Meinung. Doch dann übertrieb es Bilal kurz: „So eine Gewinnspanne wie bei uns, die gibt es sonst nur im Drogenhandel“, tönte er und zeigte der Jury ein kleines Koks-Päckchen aus Zucker zur Demonstration.

Das war für Ex-Rennfahrer Nico Rosberg dann zu viel Speed: „Da zieht sich bei mir alles zusammen“, sagte er und stieg aus.

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Carsten Maschmeyer nahm das Ganze hingegen mit mehr Humor: „Ich habe in dem Alter auch dumme Witze gemacht.“ Auf die berechtigte Frage, ob nach der perfekten Bewerbung nicht das perfekte Vorstellungsgespräch folgen sollte, lieferte er gleich die passende Antwort: „Ich werde euch mit dem Team von Talentcube zusammenbringen und dann hängen wir uns da voll rein.“

Dafür einigten sich die Beteiligten am Schluss auf 100.000 Euro für 15 Prozent – die Gebrüder Zafar hatten eigentlich nur 10 abdrücken wollen. Maschmeyer hatte 2017 in der DHDL-Staffel 4 in die Videobewerbungs-Plattform Talentcube investiert.

GOMAGO vertreibt Marder und lockt Löwen

Mit seinem natürlichen Auftreten wurde aber tatsächlich der „Jung“-Unternehmer Klaus Skottki aus Braunschweig zum eigentlichen Star der Sendung. Der 70-jährige Kfz-Mechaniker im Ruhestand beschäftigte sich sieben Jahre lang mit einem nervigen und oft kostspieligen deutschlandweiten Problem – Marderschäden in Haus und Auto.

Hierzu entwickelte er einen Duftspender in zwei Ausführungen, der die Tiere durch ein künstliches Pheromon fernhält, ohne ihnen zu schaden. „Mit Null Prozent Fehlerquote“, versicherte er.

Die Marder-Betroffenen Judith Williams und Ralf Dümmel waren darauf sofort Feuer und Flamme – und insbesondere auch vom abgeklärten Ruhepol Skottki selbst. Vor allem Williams kam aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus. „Wären Sie nur ein paar Jahre früher gekommen“, zwinkerte sie.

Am Ende war es aber nicht Williams, sondern ihr Compagnon Georg Kofler, der sich neben dem von Anfang an deutlich interessierten Ralf Dümmel um die Investition bewarb. Beide boten die geforderten 80.000 Euro für 20 Prozent Anteile ohne zu murren – ein bemerkenswertes Signal für den eifrigen Senior.

Im Duell Südtirol (Kofler) gegen Schleswig-Holstein (Dümmel) setzte sich dann aber schließlich letzteres durch. „Ich bin ein Nordlicht“, verkündete Skottki zur Erklärung, „und ich möchte das auch mit einem Nordlicht meistern.“ Löwe Dümmel war sichtlich begeistert.

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PoBeau und Gymbutler – sympathische Auftritte, aber kein Erfolg

Trotz tollem Namen und vielen charmanten Witzen schaffte die selbst ernannte wissenschaftliche Po-Expertin Dr. Sandy Glückstein es derweil nicht, mit ihrem Produkt PoBeau eine Po-Volution in der Kosmetik auszulösen (es folgten noch einige Witze über das menschliche Hinterteil in der Sendung, die hier nicht weiter Erwähnung finden sollen).

Ihre pflegenden Masken für den Po gegen Pickelchen, zur Straffung, oder auch zum Bleachen, konnten nicht überzeugen. „Dabei ist der Po derzeit das Trend-Körperteil schlechthin, wenn man sich Jennifer Lopez, Kim Kardashian oder Shakira anguckt“, versicherte die Ex-Unternehmensberaterin.

Aber für einen Deal waren Carsten Maschmeyer die mitgebrachten Bilder einfach zu verfälscht und Kosmetik-Expertin Judith Williams die angewandten Rezepturen einfach zu simpel. Zwei Gründe, die neben den fehlenden Erfolgsbeweisen dafür sorgten, dass den Löwen die verlangten 200.000 Euro für zehn Prozent Unternehmensanteile übel aufschlugen.

„Ihre Bewertung ist einfach für den Arsch“

„Ihre Bewertung ist einfach für den Arsch“, so Ralf Dümmel trocken. Somit konnte Glückstein jedenfalls nicht an den Erfolg der Podusche HappyPo aus Berlin anknüpfen, der Dagmar Wöhrl in Staffel 4 2017 trotz Spotts der Mit-Juroren Teile ihres Vermögens anvertraut hatte.

Auch die Fitness-Freaks und Schulfreunde Maximilian Sander und Tim Bormann von Gymbutler aus Hildesheim gaben ihr Bestes mit komödiantischen Einlagen und dem ulkigen Schauspiel eines kostümierten Butlers. Aber die Nützlichkeit ihres Produkts konnte keinen der Löwen (und auch den bescheidenen Autor dieses Beitrags) vom Hocker hauen.

Ein flexibler Silikonring, den man um fast jede Flasche wickeln kann und der Dank eines starken Magneten auf jedem Metall für das Training hält, hörte sich einfach nicht spektakulär genug an – selbst als das Gründer-Duo selbstbewusst viele weitere Anwendungsmöglichkeiten im Haushalt verdeutlichte: „Wir sind weltweit einzigartig.“

„Ich liebe Problemlöser wie euch“, fasste Dümmel das Ganze nicht unfreundlich zusammen, „aber ich sehe hier einfach keine Nachhaltigkeit.“ Sympathie ist dann am Ende eben doch nicht alles.

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