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„FameMaker“: So lief die Premiere der neuen Stefan-Raab-Show

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Köln.  Manchmal tut „FameMaker“ auf ProSieben in den Ohren weh. Warum die neue Show von Stefan Raab dennoch kurzweilig und unterhaltsam ist.

Als große neue Idee von Stefan Raab wird „FameMaker“ gehandelt. Aber so neu ist die Idee eigentlich gar nicht. ProSieben brachte schon mal so ein Format. Der Ideengeber: Klaas Heufer-Umlauf. Als Beitrag für „Die beste Show der Welt“, bei der Joko und Klaas aus acht Shows die beste aussuchen wollten, ging der Moderator mit „Noise of Germany“ an den Start, eine Gesangscasting-Show, „bei der die Jury die Sänger nicht hören, sondern nur sehen kann“ – hieß es damals in der Pressemitteilung.

Die Idee ist von 2017. Damals war das Format nicht erfolgreich genug, um weitergeführt werden. Heute heißt es „FameMaker“ und ist am Donnerstagabend mit seiner Premiere gestartet.

24 Kandidaten performen unter einer Glaskuppel. 3,1 Tonnen schwer soll sie sein. Und ihr entweicht kein Ton. Weder die Zuschauer noch die Jury, bestehend aus den drei Comedians Carolin Kebekus, Luke Mockridge und Teddy Teclebrhan, können die Kandidaten hören. Nur anhand der Performance müssen die Juroren entscheiden, ob da ein Gesangstalent vor ihnen steht.

Stefan Raab sitzt „in der Regie und frisst Chips“

„Erfolg entsteht im Kopf. Hätte es diese Show 1992 schon gegeben, hätte ich sofort mitgemacht. Denn singen konnte ich noch nie gut“, sagte der Entwickler der neuen Show, Stefan Raab, der „in der Regie sitzt und Chips frisst“, wie die Stimme aus dem Off bekanntgibt.

„Es ist so, dass wir während der Aufzeichnung einen kleinen Knopf im Ohr haben, wo man zum Beispiel die Regie hören kann“, sagte Luke Mockridge der „Bild“-Zeitung vor Beginn der Ausstrahlung. Leider habe Stefan Raab auch so ein Mikro bekommen und habe ihm und seinen Juroren-Kollegen „im Minutentakt irgendwelche schlechten Gags, die selbst bei TV Total nicht gelaufen wären“ ins Ohr geflüstert. Die meisten davon habe er nicht verwendet, obwohl er den ehemaligen Moderator sehr verehre.

Moderator Tom Neuwirth (31), europaweit als Conchita Wurst bekannt, kommentiert die Auftritte zwischendrin aus dem Backstage. Statt der Kandidaten stehen eingangs eher die Juroren im Fokus. Der nächste Performer kommt schon nach wenigen Minuten. Ein paar ausgewählte Teilnehmer werden näher vorgestellt, doch das ändert nichts daran, dass man die meisten schon am Freitagmorgen wieder vergessen haben wird.

Comedian Carolin Kebekus mit dem stärksten Team

Mit Carolin Kebekus, Luke Mockridge, Teddy Teclebrhan und Tom Neuwirth sind vier Personen vereint, die manche als Rampensäue bezeichnen würden. Und so wird während der Performances laut mitgesungen und mit besseren und schlechteren Sprüchen geklotzt. Das ist mitunter unterhaltsam, insbesondere wenn die Gesangsperformances unerträglich erscheinen, aber manchmal auch einfach nervend.

Höhepunkt der Sendung ist der Auftritt von Karolin „Cage“ Gärtner: Mit ihren kurzen Haaren, ihren „coolen Freunden“ (Mockridge) und vor allen Dingen ihrer herausragenden Stimme begeistert die Kölnerin das Publikum und die Jury. Als erste zieht Carolin Kebekus den Hebel, sodass sich die Kuppel öffnet und man hören kann, wie die Kandidatin singt. Damit ist bisher Kebekus’ Team das stärkste. Denn neben der 25-Jährigen wählt sie ein weiteres, echtes Gesangstalent in ihr Team: Moritz Koch. Mit seiner Gitarre und dem Song „Stolen Dance“ überzeugt der 19-Jährige auf Augsburg.

„FameMaker“ – bisschen was von „Deutschland such den Superstar“

Weniger erfolgreich sind da Luke Mockridge und Teddy Teclebrhan. Mockridge hat immerhin zwei Gesangstalente in seinem Team: Sebastian „Basti“ Schmidt, der in einem Body Tina Turners „Proud Mary“ performt, und Beatboxer Saman Dawoods aus Kastellaun. Teddy lässt sich offenbar zu sehr von den Performances ablenken: In seinem Team landen drei „Talente“, die ihre Stärken eher nicht auf dem Feld des Gesangs haben.

Manchmal tut es weh, wenn man Zeuge der Tonsuche einiger Kandidaten wird. Die meisten nehmen es mit Humor, einige scheinen sich nicht ganz sicher zu sein, ob in ihnen nicht doch irgendwo ein Gesangstalent schlummert. Das sind kurze „DSDS“-Momente, die man in der sonst recht kurzweiligen Show erlebt.

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