TV-Krimi

„Das Quartett“ löst ersten Fall – Auftakt wenig inspirierend

Das neue Quartett aus Leipzig: Linus Roth (Anton Spieker, v.l.), Pia Walther (Annika Blendl), Maike Riem (Anja Kling) und Christoph Hofherr (Shenja Lacher).

Das neue Quartett aus Leipzig: Linus Roth (Anton Spieker, v.l.), Pia Walther (Annika Blendl), Maike Riem (Anja Kling) und Christoph Hofherr (Shenja Lacher).

Foto: Oliver vaccaro / dpa

Essen.  „Der lange Schatten des Todes“ ist der erste Fall im neuen ZDF-Krimi „Das Quartett“. Das Debüt der Ermittler kommt recht bieder daher.

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Als würden wir nicht schon längst in viel zu vielen Fernsehkrimis ertrinken. Aber nein, das ZDF meint immer noch, eine Schüppe drauflegen zu müssen. Dabei besitzt gerade dieser Sender in Sachen Mord bereits ein breites Reihen-Portfolio. Da sind die schrägen drei von „München Mord“, das leicht komödiantische „Friesland“, die psychisch labilen Kommissarinnen Winnie Heller und Hellen Dorn, der treue Wilsberg sowie das Ehepaar „Herr und Frau Bulle“ und die ungleichen Brüder „Schwartz und Schwartz“.

Mehr als ermitteln, das kann auch das neue „Quartett“ sicher nicht. Als Ausgleich dafür aber haben sich die beiden Drehbuchautoren Friedrich Ani und Ina Jung im Hinblick auf die Charaktere der Beamten einiges einfallen lassen.

Da ist Maike Riem (Anja Kling), die Leiterin der Leipziger Mordkommission K 14. Sie ist wie eine Mutter zu ihren Leuten, kann aber zur Furie werden, wenn es um das Wohl ihres Sohnes geht, der wohl aus gutem Grund nach der Scheidung beim Vater geblieben ist.

Pia Walter (Annika Blendl) hat vor ein paar Jahren ihren Mann verloren, was bei ihr noch immer alte Wunden aufbrechen lässt. Der Kriminaltechniker Linus Roth (Anton Spieker) besitzt eine autistische Neigung und scheint bar jeder Gefühle. Sein ständiges Hantieren mit diversen Kameras scheint so etwas wie eine Manie zu sein. Der Kommissar Christoph Hofherr (Shenja Lacher) schließlich ist eher zart besaitet, kann die physische Nähe des Todes kaum ertragen.

„Das Quartett“: Der Täter kann relativ schnell erkannt werden

Man muss so ausführlich auf die Mannschaft eingehen, weil „Der lange Schatten des Todes“, der erste Fall des Quartetts, eher bieder daherkommt. Das Opfer ist diesmal ein bekannter Großbäcker, der im Leipziger Elsterbecken tot aufgefunden wurde.

Mögliche Täter gibt es jede Menge, es gibt also viel zu ermitteln. Die Nachbarn etwa glauben fest daran, dass der Tote ein Pädophiler war, der immer wieder Kinder in seinen Garten mit Pool eingeladen hat. Die Noch-Ehefrau (Kirsten Block) und seine Neue (Anneke Kim Sarnau) hat der Tote immer elegant gegeneinander ausspielen können. Und dann ist da noch das verzweifelte Ehepaar (Golo Euler, Nadja Bobyleva), dem der Bäcker einst die Tochter totgefahren hat, ohne dass man ihn dafür hätte belangen können.

Das Alles schleppt sich eher wenig inspirierend dahin. Vor allem, weil hier mal wieder ein „Whodunit“ (Wer war es?) versucht wird, bei dem der Täter jedoch relativ schnell erkannt werden könnte. Regisseurin Vivian Naefe versucht immerhin, mit vielen Ausflügen in die Dunkelheit, eine düstere Stimmung weitgehend zu erhalten. Dass Friederich Ani als Co-Autor genannt wird, will nach seinem TV-Erfolg mit „München Mord“ und seinem Bucherfolg mit „All die unbenutzten Zimmer“ so gar nicht einleuchten. Wenn man allerdings seinen enormen Output an Krimis, Bühnenstücken, Romanen, Lyrik, Jugendbüchern, Drehbüchern und Hörspielen vor Augen hat, dann kann man fast Verständnis haben.

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